Bald weibliche Zivis im bürgerschaftlichen Engagement?

Seit 1. September 2010 läuft der neue Förderzeitraum für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). “Die” Chance für rund 40.000 junge Menschen, sich mit dem gesetzlich geregelten Freiwilligendienst im In- und Ausland für die individuelle Sozialisation und für ein bürgerschaftliches Engagement zu begreifen.

Unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt sich so das freiwillige Engagement in Deutschland fort, das mit rund 19.400 Plätze im FSJ/FÖJ gefördert wird und ca. 6.700 Plätze für anerkannte Kriegsdienst-Verweigerer bietet, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. Übrige Plätze im FSJ und FÖJ warten ohne die finanzielle Unterstützung des Bundes auf Besetzung bei den freien Träger wie Diakonie, Caritas oder Arbeiterwohlfahrt..

Weil der Wunsch, sich freiwillig zu engagieren, nach ministerieller Ansicht als ungebrochen hoch gilt, werden föderativ nach unten betrachtet alle Entscheidungen der Länder begrüßt, sich für FSJ und FÖJ auch finanziell stärker zu verantworten.

Sozialer Dienst im Sabbat-Jahr?

Wenn gleichzeitig klar ist, dass mit dem FSJ und FÖJ nur ein Teil der jungen Bürger erreicht wird, dass diese eine längere Zeit sozialer Verantwortung zu übernehmen, zielt die Idee immer stärker auch auf das Engagement Älterer, die bereits aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind. Auch den Männern und Frauen mit dem Wunsch, eine soziales Sabbat-Zeit einzulegen, winkt man mit der Idee des besonderen sozialen Anliegens.

Wenn nämlich der Wehrdienst ausgesetzt wird und damit auch der Zivildienst, werden Sozial-Einrichtungen herausgefordert und gleichzeitig geschwächt.
Und weil aus verfassungsrechtlichen Gründen für den erweiterten Zivil-Dienste mit Bundesmitteln dann auch der Bund die Dienst zu verantworten hat, schafft der ‘Freiwillige Zivildienst’ dann auch erstmals weibliche Zivis.

Den Dienst im freiwillige sozialen Jahr gibt es in Deutschland seit 1964, das freiwillige ökologische Jahr seit 1993. Teilnehmen können alle jungen Menschen, unabhängig von ihrem Schulabschluss, solange sie die Vollzeitschulpflicht erfüllt, aber das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Wer sich zwischen einem Jahr und 18 Monaten engagieren will, kann sich bei einem der freien Träger für einen Platz in den Bereichen Umwelt, Sport, Kultur, Denkmalpflege oder in einer sozialen Einrichtung bewerben.

Informationen zu den Freiwilligendiensten finden sich unter www.bmfsfj.de.

Dauerthema ‘Burn-out’ oder doch mal Nein sagen…

Lehrer, Stationsärzte, Busfahrer, Krankenschwestern oder Polizisten - wenn die über 45 sind, dann könnten alle das selbe Syndrom zeigen: Burn-Out. Bei verschiedenen Symptomen. Die Zahl derer, die durch den Job psycho-somatisch krank werden, steigt weiter. Machen sich die Arbeitnehmer im Beruf kaputt oder macht sie die Arbeit kaputt…?
Experten für Arbeits-und Gesundheitsschutz bleiben in Erklärungsansätzen meist stecken. Hetze, gereizte Nerven, Schlafstörungen, Ernährungsfehler, gestörte Psyche, gereizte Partnerschaften… es bedarf nicht der hektichen Weihnachtszeit, um festzustellen, dass recht viele Individuen an Burn-out leiden.

Auch ohne Erhebungen dürfte klar sein, dass intensive, andauernde, von Stress begleitete Arbeitsbelastung den Menschen besonders zusetzt, er sich erschöpft fühlt und mancher hinterfragt, ob das überhaupt sein muss?
Unter Burnout-Syndrom wird der Status schwerer psychischer Erschöpfung verstanden, der nach längerer Zeit intensiven, belastenden Arbeitens auftritt und der sich vielfältig darstellt: emotionale Erschöpfung, Mattigkeit, Apathie und Depression, Ess- und Schlafstörungen, allgemeine Unruhe…am Ende könnte auch Aggression stehen, die sich aufgestaut hat.

Burnout vs. Depression

Burnout ist zu differenzieren von der „echten“ Depression, bei der die Personen im Vergleich zum Burnout emotional eher nicht ansprechbar ist.
Das macht möglich, Burnout leichter zu behandeln, meist ohne Einsatz von Medikamenten, sofern die Erschöpfung nicht bereits depressive Züge aufweist.
Das „Ausgebrannt-Sein“ erfasst Schüler, Studenten, Berufstätige, Führungskräfte, Arbeitslose. Für den Verlauf ist charakteristisch, dass sich zunächst Euphorie und starkes Engagement einstellen, wobei die Betroffenen auf ausreichend lange Erholungsphasen verzichten, sie den Beruf ins Zentrum ihres Tuns setzen und sie darüber private Bedürfnisse vernachlässigen. Betroffene ziehen sich häufig zurück, sie sind antriebslos im privaten Bereich. Soziale Kontakte werden nur noch zu Kollegen, Kunden oder Mitarbeitern gehalten, freie Zeit verrinnt ohne Inhalt.

Wo bleibt die Stimmung?

Setzt nach Wochen, Monaten oder auch erst nach Jahren die endgültige Erschöpfung ein, bedeutet dies anhaltend müde, traurig, antriebslos zu sein - alles ist einem zu viel. Die zweite Phase beginnt und es kommen physische Symptome dazu: Schlafstörungen, Ausschlag, Schwindel, Angst- und Panik-Attacken, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen.
Die bisherige Begeisterung nimmt ab, man zieht sich sich zurück, verändern seine Stimmungslage von zynisch bis depressiv. Bislang strukturierte Tage bleiben im Ergebnis offen.
Es folgt oft Dienst nach Vorschrift, begleitet von einem Gefühl innerer Leere, das Interesse schwindet, Einsamkeit ersetzt frühere Leidenschaft für den Job.
Personen, die ihren Selbstwert über engagierte Arbeit definier(t)en, sind gleichermaßen gefährdet wie solche, an deren Arbeitsplatz Zeit- und Kostendruck herrscht.

Stress und wenig Kohle

Am unsicheren Arbeitsplatz, dazu gering bezahlt, ist die Burnout-Gefährdung höher, und höher liegt sie auch in sozialen und Pflegeberufen, weil hier die emotionale Belastung intensiver ist als in anderen Berufen.
Wird dem Einzelnen dessen Handlungsspielraum eingeschränkt, er an Arbeitsbedingungen nicht mitwirken kann, fühlt er sich ausgeliefert. Wird am Arbeitsplatz nicht offen kommuniziert und wenig bis nie gelobt, steigt das Burnout-Risiko.

Ein Burnout-Syndrom ist therapeutisch gut zu behandeln, auch wenn man dazu in einer speziellen Klinik stationär aufgenommen werden sollte.
Die Reha-Maßnahme bedeutet im weiteren Verlauf auch, dass man in den Job über Teilzeitmodelle zurück kehrt.

Ist mein Kollege betroffen…?

Bei mehr als 130 Symptomen, mit denen sich das Syndrom zeigen kann, ist das Burn-out als emotionale Erschöpfung nicht immer von einer Depression abzugrenzen.
Burn-out bedeutet erschöpft zu sein, aber auch aktivierbar. Die Gefühlsäußerungen zeigen Normalität von Ärger bis Freude. Das ist bei der Depression anders, auch wenn man unter beiden Gefühls-Bildern Dienst nach Vorschrift macht oder sich in Kurzerkrankungen ergeht.

Signalsätze wie “Ich schaff das nicht” sollte man deshalb als Kollege/Kollegin ernst nehmen, weil Burn-out-Erkrankte sich den Zustand nicht zugestehen, obwohl sie bemerken, dass sie nicht sonderlich effizient arbeiten.

Spielen bei Behörden meist enge Arbeitsvorschriften und Hierarchien eine Rolle, sind auch Personen in Projektarbeit häufiger erkrankt, weil Projektarbeit druckvoll beginnen und Dauerstress bedeuten.

Sind Frauen auch häufiger betroffen Männer, sind sie jedoch weniger suizid-gefährdet, je nach der Schwere der psychischen. Zu vermuten ist, dass Frauen eher zum Arzt gehen, während Männer versuchen, die Situation auszuhalten und sich eher mal dem Alkohol zuwenden oder exzessiv Sport treiben…
Gut dotierte Personen mit großem Handlungsspielraum und hoher Wertschätzung und Anerkennung können dagegen viele Jahre auch hohe bis höchste Arbeitsanforderungen sehr gut aushalten, weil dies nicht als Dauerstress, sondern als Herausforderung gilt.

Und dann ist da noch die psychischen Konstitution – die Fähigkeiten, sich ein Gefühl für den eigenen Rhythmus zu bewahren, zu unterscheiden, welche Anforderungen machbar sind und wo “Nein” erforderlich ist.

Wer denkt, kann verändern! Wer damit aufhört, geliebt werden zu wollen, wenn er etwas leistet, der muss die Vermischung von Lebens-Sinn und Arbeits-Sinn aufgeben…Also, fangen wir an..

Lehrer - Beruf oder Berufung?

Selbsterkundung als online-Hilfe möglich

“Ja, ich bin gut, ich bin stark. Ich bin auch tolerant und geduldig und ich mag es, wenn mir andere zuhören und sich von mir was beibringen lassen!” - Reicht eine solche Selbsteinschätzung dafür aus, sich dann tatsächlich dem Studium zum Lehrerberuf zu widmen, ja hinzugeben?

Wer online-Fragebögen ankreuzt, dem muss auffallen, wie schwierig es ist, sich selbst einzuschätzen. Danach auch noch zu erkennen, dass nur der Lehrerberuf die wahre Erfüllung ist…? Schwierig!!

Sich einem Selbsterkundungsverfahren zu stellen, bedeutet dann allerdings auch, die Auswertung zu akzeptieren. Und wer glaubt, er verstünde es und könne es mit Kindern und Jugendlichen, der weiß wohl auch, dass diese sich in Schule und Freizeit verschieden verhalten.

Nicht alle Lehramtskandidaten dürften aus eigener Teilnahme an Freizeiten wissen, wie Kinder denken, handeln, fühlen, wenn sie mit bestimmten Situationen oder Lehrinhalten konfrontiert werden. Denn Kinder sind Individuen mit unterschiedlichen Charakteren, deren Auffassungsgabe, Verständnis für Lehrinhalte und Transformation des Erlernten unterschiedlich ist.

Man muss also mit der Auswertung der Tests definitiv bestärkt sein, den Lehrerberuf gehen zu wollen. Einer der schwierigsten Berufe unserer Gesellschaft, wie es nicht alle Teile der Bevölkerung sehen, wenn es darum geht, neue Generationen zu bilden, zu fördern und zu erziehen und auch als Lehrender Normen und Werten zu vermitteln.

Kinder als „Macher von morgen”?

Schüler auf deren maximal 12- oder 13-jährigem Schulweg zu begleiten, ist auch Verantwortung für die „Macher“ von morgen”, die nicht “gebaut” werden, sondern zunächst für die Gesellschaft zu formen sind. Denn in bestimmten Situationen später zu scheitern, wird häufig der Familie oder der Schule zugeschoben.

Das Wissen, dass Menschen individuell in ihrem Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten, macht unmöglich, jedem Kind die gleiche Schulausbildung zu gewähren. So wie man an privaten Aufgaben scheitert, so kann der Lehrer ein Klassenziel nicht erreichen oder sein Verhalten harmoniert nicht mit dem der Berufskollegen…

Kindheit mit glücklichen Bildern

Aus der eigenen kindlichen Erfahrung weiß man, dass man zunächst im Leben ein offenes und zumeist glückliches Bild unserer Welt hat. Dem die Begeisterung für neues Wissen und neue Erfahrungen als Lehrendem aufzusetzen, lässt einem auch im Herzen jung bleiben. Gilt aber nicht für alle, die Lehrer wurden oder sind.
Doch gibt es auch Momente, Situationen und Schüler, die den Lehrer an seiner Berufsentscheidung zweifeln lassen, noch ohne den Gedanken an ein Burn-Out-Syndrom.
Und so gibt es Lehrer, an die man sich gerne erinnert, verglichen mit jenen, die man eher vergessen möchte. Nicht jede Lehrerpersn war auch eine Lehrerpersönlichkeit… Vom Umgang mit Schülern und der Didaktik mal abgesehen. Der Frontalunterricht fördert nicht zwingend auch Interesse, ist aber eine einfache Unterrichtsmethode.

Engagiert mit Ferien

Um im Herzen jung zu bleiben, muss man also nur noch sein Zeit-Management als Lehrer zusätzlich zum Stundenplan in den Griff bekommen: Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Elternabende, Lehrerkonferenzen und Fortbildungen. Die Ferien schafft man dann alleine

Schreiben wir also 100 mal: Ich möchte Lehrer/in werden, weil ich mich als künftige Lehrerpersönlichkeit sehe, junge Menschen für das Leben (die Gesellschaft) zu öffnen und sie bei ihrer Sozialisation und Bildung zu begleiten.

In Baden-Württemberg wird die Teilnahme an diesem Online-Test ab WS 2010/2011 für Bewerber/innen für das gymnasiale Lehramt und ab 2011/2012 für alle Lehramtskandidaten zur Pflicht. Wichtig dabei ist die Teilnahme, nicht das Ergebnis. Infos: www.cct-germany.de sowie www.bw-cct.de

What’s about Englisch-Lehrer?

Sommer - Sonne - freier Mittag:

Da lacht sich der Englisch-Lehrer eins
und denkt als meist reiner Vormittags-Unterrichter:

Ab High-Noon lass die Arbeit ruh’n
und widme dich dem Afternoon.

Beim Dusseln während des Mittagsschläfchens
träumt er dann noch davon,
er habe Shakespeare in der letzten Klassenarbeit
eine Sechs gegeben…

P.S. Der wöchentliche Stundenplan
ist ein Eingriff in die persönliche Freiheit des Lehrers.

In memoriam - “Richie”

Ein wohl unauslöschliches web-Funstück…??!!

SWR I - 48 Kommentare zu
“Wie haben Sie 1969 erlebt?”

1. Wolfgang Bräun Jhg.1949
am 29.07.2009 um 06:39

Wir waren damals alle so um die 20, 22. Eine tolle Partyzeit, für die wir eigens einen privaten Partykeller in einer ehemaligen Waschküche im Reihenhaus eingerichtet hatten.
Unser gloreicher und zugleich verwegener Gastgeber war damals der legendäre Wolfgang “Richie” Hauser, der leider schon lange nicht mehr unter uns ist. Wir studierten beide VWL; er nach seinem Dienst als “Bürger in Uniform”, ich als einer der Jüngsten, weil ich wegen der Kurzschuljahre damals mit 18 mein Abitur hatte. Abi 67 halt!
Er nahm mich in seinem Käfer oft mit von Villingen nach Freiburg an die Uni, von wo er dann allerdings auch schon mal wieder gleich montags nach Hause düste, wenn er keinen Parkplatz fand und ich auf ihn dann die ganze Woche mit der Mensakarte wartete…
Ihm war Kartenspielen auch recht. Es muste ja nicht immerer Samuelson sein oder der damals noch in Freiburg lebende Lohmann und sein Ruchty.

Für ihn und alle Partygäste von damals der Titel vom brand-new Cadillac oder Skinny-Minny!
Wolfgang Bräun
Villingen
Danke!

Sie haben Frust!? - Na dann, weg damit…Heiraten Sie!

HPS - Hektik-Panik-Stress?! - Alle drei Erscheinungen sind den meisten Menschen bekannt, wenn nicht tagtäglich, so doch das eine oder andere mal, wenn es im Beruf, in der Liebe oder in der Familie nicht so klappt wie erwartet. Und so sind auch in sozialen Berufen die erlebten Erfolg eher selten. Im Ergebnis führt dies dann nicht nur zur Enttäuschung, sondern auch zu Frust. Lehrer, Pflegekräfte oder Polizisten leiden unter dem Burn-out-Syndrom.

Wie aber gehen Ärzte, Lehrer oder Sozialpädagogen damit um, wenn statt schneller Heilung, statt freudvollem Wissen und wegen nicht ergriffener neuer Chance der Erfolg ausbleibt?
Im Job und in der Freizeit könne man dem Stress vorbeugen, auch wenn der Frust ständig zunähme. Weiß doch der Arbeits-Wissenschaftler aus Beobachtungen, dass bei den Menschen, die sich beruflich für andere einsetzen, nach anfänglicher Begeisterung für den Beruf, die Motivation schwächelt und tendenziell schließlich stark abfällt. Menschen in sozialen Berufen erleben nach Jahren ihrer Arbeit diese ständig als weniger reizvoll, der Frust nehme zu.

Darf man nun der Theorie glauben, die aus den Frustrationsphasen der Beobachteten, die Frage stellt, ob es überhaupt sinnvoll ist, auch jenen Menschen zu helfen, die aus dieser Hilfe nur wenig Nutzen ziehen? Wie empfindet ein Lehrer, der mit 62 seine beiden letzten Dienstjahre vor sich hat und der auf der Stufe der Apathie bloß noch Dienst nach Vorschrift und Lehrplan leistet? Knapp vor der völligen Erschöpfung, während Kollegen wegen ihres Burn-out-Syndroms schon ein Schuljahr schenken und Abschläge beim Ruhegehalt in Kauf nehmen.
Was hilft da der Vorschlag, bereits in der Ausbildung sollte man lernen, wie man mit den menschlichen Problemen im Beruf zurechtkommt. Ein Lehrer müsse schon wissen, wie motiviere man Schüler und sich selbst? Und auch ein Arzt müsste gelernt haben, wie man mit einem Sterbenden und dessen Angehörigen spricht. Wenn dann noch die Kollegen einander Rückmeldungen geben, könne man Erfolgserlebnisse schaffen, wo es sonst keine gibt. So weit die Theorie.

Gut gebrüllt, Löwe!

Man darf aber dann doch an Sozialpädagogik und Arbeitswissenschaft zweifeln, die da glauben und einem weiß machen, Frust ließe sich ganz einfach durch gesetzte und auch erreichbare Ziele vermeiden?
So müsse eben gilt der Erfolg und das Ergebnis als offen im Ausgang bleiben, wenn man jugendlichen Außenseitern zwar die neuen Wege zeige, man es aber ihnen überlasse, ob sie diese auch gingen…
Erreicht also der Pädagoge mehr, wenn er sich entspannt zeigt, die Jugendlichen das merken und weniger Druck spüren…?
Und dann wäre da noch der Vorschlag, selbst für die Erfolgserlebnisse zu sorgen, die im Job ausbleiben: Man singe doch in einer Band und giere auf Applaus nach dem Gig…
Und dann ist da noch der allerklügste Rat “der” Arbeitsmedizin: Heiraten und Kinder kriegen. Wer nämlich in der Familie Rückhalt habe, sei statistisch gesehen weniger stark gefährdet am Burn-out-Syndrom zu erkranken.
Na dann, Lehrer: Heirate ! Am besten eine Kollegin!

Bürgerliche Küchen-Psychologie

Ein komplexes Thema wie Frust mit flotten Ratschlägen zu “erledigen”, kann nicht als gelungene Auseinandersetzung gelten. Auch heiraten und Kinder bekommen, kann als Ratschlag nur von jemandem stammen, der gut im Job sitzt oder er eine gute Mutter- oder Schwiegermuter-Partie gemacht hat.
Und selbst, wenn man jemand gefunden hat: Scheitert die Ehe bedeutet das (meist für den entrechteten Vater) das finanzielle Harakiri. Wie war das doch schön im ehemaligen Osten: Dem Beruf nachgehen, die lieben Kleinen 12 Stunden versorgt wissen, genügend Zeit für den Nachwuchs zu haben…Doch ‘Erich’ hat das Licht aus gemacht!
Was aber der Verkäuferin erzählen, für die - ganz nüchtern betrachtet - ihre Kinder eine finanzielle Last sind, die Kinderbetreuung in keinem Verhältnis zum Netto-Einkommen steht?
Und so mancher Lehrer dürfte sich auch längst der Haltung anschließen, dass man nicht alle retten könne, auch wenn man doch oft genug von einem Jahr zum anderen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg erkennen kann. Wer perfekt sein will, der ist im sozialen Berufen eher fehl am Platz.

Fazit: Beim Burnout verbrennt nicht der Mensch, sondern bloß der Schmarr’n, den er sich hat ins Hirn setzen lassen…(Franz-Josef N.)

Pubertät kommt meist vor 17 Jahr, blondes Haar…

“Ich? In der Pubertät…? - Das weiß ich doch heut’ nimmer!!” - Doch seine Eltern können sich wohl noch gut dran erinnern. Die Zeit vor der Pubertät gilt bekanntermaßen als Kindheit, in der Eltern doch schon was tun könnten, um vor-pubertär, pubertär und post-pubertär keine Überraschungen erleben zu müssen. Wie aber funktioniert konfliktfrei Pubertät?

Gar nicht, weiß der gereifte Familien- und Erziehungsberater, der mit inzwischen 63 auch schon Enkel hat. Es ist illusorisch, irreal und fatal, bei Sohn oder Tochter in deren pubertärem Alter Konflikte vermeiden zu wollen. Und auch können geht nicht, muss man doch erkennen, dass Konflikte zum familiären, zum gesellschaftlichen Leben gehören.
Eltern müssen aus der eigenen Sozialisation erfahren haben, dass Konflikte und Konfrontation normal sind. Und deshalb geht es darum, Probleme so zu lösen, dass diese für Kinder und Eltern in gegenseitiger Achtung und mit Respekt geschieht.

Wer hat Stress mit wem …?

“Eine Hand wäscht die andere”, weiß der Volksmund, und das bedeut sicher auch, dass es immer zwei Betrachtungen gibt, wer auf welche Weise Anteil hat am strittigen Stress oder am stressigen Streit, wenn dann auch Nerven auf der Strecke bleiben.
Meist wollen die Eltern alles richtig machen und es sind die Pubertierenden, die mit ihren Status in Familie, beim anderen Geschlecht, in der Schule und in der Gesellschaft unzufrieden sind. Ohne Stress geht es da nicht, der “Familien-Krieg” stellt sich nur verschieden dar.
Damit ist auch ein Basis-Rezept gegen jeglichen Konflikt, oder wie Eltern und Kinder in der Pubertät miteinander klarkommen, auszuschließen.
Die Pubertät durchstehen, gelingt nicht über Seite fünf des Ratgebers. Auch gibt es keine Antwort auf die Frage, was hat ei Elternteil, was haben beide falsch gemacht.
Da Pubertät eigentlich immer kommt, mal früher mal später, kann schon vor dieser oft “ärgerliche bestimmten Zeit” überlegt werden, wer als Neutraler, als Schiedsrichter mit einbezogen werden könnte, wenn streitbaren Wogen besonders stürmisch auftreten. Ob sich jedoch ein familiär Außenstehende einbinden lässt, muss gut überlegt sein, wenn sich Eltern und Kinder im Clinch liegen.
Was soll, was muss die Mutter dazu sagen, wenn der Sohn oder die Tochter mit dem Rauchen beginnt, gelegentlich stark abgetrunken und deutlich spät nach Hause komm oder der Anruf des Lehrers klar macht, auch mit der Arbeitshaltung stimmt’s nicht.
Wer darauf eine Antwort erwartet, der irrt. Hier gibt es kein richtig/falsch, weil das “Problem”, weil jede Situation einer speziellen “Lösung” bedarf. Und die nun hängt von vielen Faktoren ab.

Gibt es keine Vorschläge…?

Statt Eltern irgendeinen Ratschlag geben zu wollen, die mit einer familiären Situation überfordert sind, ist es besser danach zu fragen, warum oder weshalb Sohn oder Tochter sich so und nicht anders verhalten?
Was steckt hinter dem Verhalten, einem rechthaberischen Widerspruch, einem unordentlichen Zimmer, einer nie geduldeten Verspätung… Meist drücken Jugendliche mit ihrem Verhalten, ihrem Auftreten, ihren Herausforderungen mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Hilfe oder zu geringe Unterstützung aus. Nur, wer als Eltern oder Erzieher die Frage des Wozu beantwortet kann, ist in der Lage, pädagogisch zu beeinflussen.

Um Pubertierende nicht grundsätzlich zu verprellen oder gar Gewalt ins Spiel zu bringen, muss nach dem Sinn von Erziehung gefragt werden.
Sie ist Vorbereitung auf das Leben, sie ist das Leben selbst und geschieht jeden Augenblick.
Fazit: Pubertät kann auch nach dem braven elften, zwölften Jahr, in denen man noch ein tolles Kind hatte, verdammt schwierig werden. Vermeiden kann man zunächst nichts, doch wenn es erzieherisch zu schwer wird, ist es mutig und erforderlich, sich professionelle Hilfe zu holen.

Aus der Black-Forest-Journaille

Johnny Cash - The Man in Black - ein Musical

“Man in Black reißt mit”

[...] Der Fast-Zwei-Meter-Mann
im bodenlangen schwarzen Mantel,
der sich, auch wenn er sich
im Drogenrausch auf dem Boden wälzte,
der Sympathien vor allem
des weiblichen Publikums
sicher sein konnte,
verstand es,
die tragische Abfolge vom frühen Erfolg,
den Abstürzen und Comebacks
sowie der nie endenden Liebe Johnny Cashs
zu June Carter Ausdruck zu verleihen.

aus:
Schwarzwälder Bote Oberndorf
Ausgabe Villingen-Schwenningen
Samstag, den 8. Mai 2010

Das muss an Kultur für heute reichen…..

Leseschwäche! Wieder mal die Lehrer…??!!

“Lesen ist wie tot!”, meinte einst die heute 34-jährige, als vor 22 Jahren ihre Mutter das Angebot machte, doch mal gemeinsam die Stadt-Bibliothek aufzusuchen. Es gäbe so schöne Bücher zu lesen, wie das schon 1960 war, als Enid Blyton, ihre 5 Freunde, Lederstrumpf, Robinson und Karl May die Welt der Jugendliteratur bestimmten.

Wenn heute hinterfragt wird, ob Kinder ihre maximal mögliche Begabung ausschöpfen, mag das in der Grundschule dann tatsächlich auch am Lehrer, oder besser, an der Lehrerin liegen.
Ob Schüler gut lesen gelernt haben, kann nämlich in deutlichem Maß ihre Schulkarriere bestimmen. Es bedurfte keiner Studien, um festzustellen, dass Kinder die schwach sind im Lesen - ohne weitere Betrachtung anderer Kenntnisse oder anderen Könnens - das Klassenziel eher nicht erreichen, sie die Schule verlassen oder auch auf die schiefe, weil straffällige Bahn geraten.

Pädagogik hin oder Sozialisation her - ob und wie sich der Nachwuchs schulisch entwickelt, ist dann doch abhängig vom Potenzial, was die Eltern genetisch und sozial mitgeben. Wer seine Gene in sich trägt, dem hilft kein extra Schulbrot oder eine aufgedrängte Lesehaltung, wie Mama sie wünscht. Was aber leistet dann die Schule?

Gibt die allein erziehende Mutter ihre eineiigen Zwillingen in verschiedene Grundschulklassen - wie tatsächlich geschehen, weil die beiden äußerlich ‘identischen Mädchen’ nicht auch noch in der Schule zusammen bappen sollten - zeigen sich schon mal divergierende Ergebnisse. Da lassen verschiedene Lehrer einen dann doch am Einfluss der Schule zweifeln.
Beim Vergleich nicht verwandter Kindern bewirkt der Lehrer dann aber doch den Unterschied, dass ganze Klassen besser sind als andere. Problem hierbei: der Einfluss der Gene und die Teilung von Schulklasse und Familie lassen sich nicht differenzieren.

Genug Anlass dazu, zwischen ein- und zweieiigen Zwillingen zu unterscheiden, die denselben beziehungsweise andere Lehrer hatten. Nur auf diese Weise lasse sich zwischen 50 und 100 Prozent gemeinsamer Gene differenzieren.
Anspruch an das Ergebnis: Wie lässt sich der Grad der genetischen Variabilität genauer fassen, der auch die Leseleistung bestimmt?

Widerspruch brachten frühere Studien: Bislang waren bis zu 82 Prozent der Variabilität anhand genetischer Faktoren erklärbar, verbunden mit dem Einfluss des elterlichen Erbes, das ab der Einschulung auch noch zunahm.
Der Effekt der Gene gilt dann als noch deutlicher, wenn die soziale Umgebung für die Kinder aufwachsen als sehr homogen gilt und er damit geringer zu gewichten ist.

Schlaue Eltern oder ist ’s der Lehrer?

Gilt ein Elternpaar als dem Bildungsbürgertum zugehörig, dürfte kaum überraschen, dass Kinder von gebildeten Eltern bei Leseproblemen im Vorteil sind. Haben dagegen bereits die Eltern Leseschwierigkeiten, bleiben die Leistungen höher begabter Schüler auf der Strecke. Eine neue Studie versucht zu erklären, wie sich die Qualität von Lehrern auf die Leseleistungen ihrer Schüler auswirkt.

Wieder sind es Zwillingspaare - 280 eineiige und 520 zweieiige - die zum Panel gehörten. Maßstab für die Qualität der Lehrer waren dann die Ergebnisse der nicht miteinander verwandten Schüler in derselben Klasse.
Das Ergebnis spricht für eine gute Lehrerbildung: Die Kinder erreichten umso besser das Maximum ihrer Möglichkeiten (feststellbar als erhöhte genetische Variabilität), je besser ihre Lehrer in der Bewertung abschnitten.
Ähnliche Ergebnisse erhielten die Forscher, wenn sie speziell Zwillingspaare mit unterschiedlichen Lehrern untersuchten: Der Zwilling mit den schlechteren Leistungen hatte stets auch den schlechteren Lehrer abbekommen.

Aha! Also doch…

Hey, Freak! Pass’ auf dein Hirn auf!

Machen Internet und PC-Spiele tatsächlich schlau?

Was weiß der Mann über seine Tumeszenz? Wobei hilft oder half ein Askari? Wie hieß Winetous Schwester? - Früher lasen die jugendlichen Deutschen Bücher und wussten noch mit der Laubsäge umzugehen. Heute weiß man über die Studie der Stiftung Lesen, dass ein Viertel von 100 Deutschen 2008 gar kein Buch in der Hand hatte. Da archiviert man noch alte Video-Mitschnitte und hüllt auch DVD’s im Regal so ein, als ob es Bücher wären. Dafür ist der Ordner der guten bis sehr guten Internet-Adressen für Schnäppchen-Käufe und Billig-Reisen übervoll…

Computer, Internet und der MP3-Player fordern das Gehirn, könnte man meinen. Doch wie ist es mit der Denke? - Glaubt man Studien, dann steigern das Surfen und die PC-Spielen die visuell-räumliche Vorstellung und der Einzelne wird aufmerksamer. Wirklich? Denn andere kognitive Fähigkeiten könnten durchaus dezimiert werden.

So sind es die Kritiker, die betonen, dass die aktuelle Entwicklung das Individuum eher schädigt. Wer sich online wohl fühle, der sei auch real nur auf der Jagd nach schnellen, leicht verdaulichen Infos.
Wer hektisch am Computer spiele, der verkürzt als Kindern und Jugendlicher die Phase, für die er sich konzentrieren könne. Auch in der Schule.

IQ 46 - vier für den Hund!

Was hatte sich der Fahrzeughalter wohl gedacht, als er für seine Frau den Zweitwagen mit dem Kenzeichen NN- IQ 46 anmeldete? Ist doch der durchschnittliche Intelligenzquotient (IQ) in den vergangenen 60 Jahren weltweit gestiegen, was man mit “Flynn-Effekt” benannt hat.

Was aber hat über Jahrzehnte das Denkvermögen beflügelt? Waren es die besseren Lehrer, die längere Ausbildung oder auch die bessere Ernährung? Auf alle Fälle ist die zunehmende Technisierung im Alltag zu nennen, die uns zwingt, immer wieder Neues zu lernen.

Wie nun hat die Intelligenz zugelegt? Studien aus 2009 ergaben, dass die Entwicklungspsychologie einen IQ-Zuwachs bei nicht-sprachlichen Aufgaben bemerkt hat.
Die zu lösen, fordert ein hohes Maß an “figuraler Intelligenz”, was den Probanden abverlangt, komplexe Muster miteinander zu vergleichen oder geometrische Figuren geistig um deren Achsen zu drehen. Verbale sei der Trend weniger eindeutig, obwohl sich der durchschnittliche Grundwortschatz in den letzten Jahrzehnten vergrößert hat, dafür aber immer weniger abstrakte Begriffe verstanden werden. Schuld haben das Fernsehen und die mangelnde Leselust.

Multitasking: Reden beim Essen…

Wen dem so sein sollte, sind also die Bildschirme nicht allzu schädlich für das jugendliche Hirn. Mag sein, dass der mediale Konsum den Nachwuchs gut auf den modernen Alltag vorbereitet. Eine Folge davon könnte das “Multitasking” bei Arbeitnehmen sein, was auch erwartet wird. Schon 2005 fand man heraus, dass Computerspiele diese Fähigkeit fördern. Darunter Kopfrechnen, Buchstabenfolgen merken und auf visuelle oder akustische Reize achten.

Das erklärt die Rolle des PC-Spielers, wenn dieser Spielfiguren bewegt, Gegner angreift, auf unvorhergesehene Ereignisse reagiert, er seinen Gesundheitszustand sowie seine Munitionsvorräte im Blick behält und er im Hinterkopf noch strategisch an den nächsten erreichbaren Level denkt.
Alles ziemlich typisch für das Anforderungsprofil im öffentlichen Dienst, bei der Bahn, im Baumarkt oder beim Multi-Tasking im Call-Center. Also, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen: Spielt am PC!