Geopolitik: Kampf um Wasser und Nahrung

Längst ist die Welt sowohl politisch wie fiskalisch instabil und wird es wohl auch bleiben. Und genau so klar sind die Ursachen: ein zu teures und “faules Europa” aus der Sicht chinesischer Ökonomen, eine anhaltende Rezession und die ökologischen Risiken für die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser. Der weltweit größte Versicherungsmakler Aon hat dieses Szenario längst auch als politische Risiken vorgestellt.

Die Welt steht also wegen der globalen Erwärmung, die regionales Klima und Wetter bestimmt, in hoher Nachfrage nach Bio-Kraftstoffen bei schnell wachsender Weltbevölkerung und hierfür erforderlicher Agrarproduktion.
Bislang haben auch die Nahrungsmittelpreise in 2007 und 2008 zu dramatischen geopolitischen Ereignissen geführt - Hungerrevolten in Indien oder Arbeiterunruhen in Kambodscha. Informationen der Vereinten Nationen unterstützen die Analyse der globalen Unsicherheiten, wogegen zukunftsgerichtete Indizes entwickelt wurden.
Angewandt auf die 30 Länder mit dem höchsten Risiko - durchweg Entwicklungsländer in Afrika - zeigt der Index der Versorgungsrisiken bei Agrarprodukten auch, wo Lieferengpässe und mögliche und plötzliche Preisspitzen am stärksten wirken.
Viele der weltweit produktivsten Agrar-Regionen müssten mit einem Rückgang der Produktivität rechnen, wenn die Temperaturen dort weiter stiegen. Das gilt auch für Kakao, der zu 75 Prozent der Weltproduktion aus nur vier Länder kommt.

Indices als Frühwarnung

Betonen die Indizes zur Nahrungsmittel- und Wasserunsicherheit auch einen gewissen Pessimismus, sind sie aber eher zukunftsgerichtete ‘Frühwarnungen’, weil manche Länder Nahrungsmittel nicht mehr ausreichend produzieren können und sie sich diese aber auch nicht aus anderen Regionen leisten können.
Dies gibt Druck auf das soziale Gleichgewicht eines Landes und kann zu geopolitischen Ereignissen ohne wirtschaftliche Erholung führen.

Doch wird es auf der Risiko-Weltkarte für neun Länder auch besser: Albanien, Myanmar/Burma, Hongkong, Kolumbien, Südafrika, Sri Lanka, Ost-Timor, Vanuatu und Vietnam. Gleichzeitig haben sich für 18 Ländern die Bedingungen verschlechtert: Algerien, Argentinien, El Salvador, Äquatorialguinea, Ghana, Honduras, Kasachstan, Lettland, Madagaskar, Mauretanien, Philippinen, Puerto Rico, Seychellen, Sudan, Vereinigte Arabische Emirate, Ukraine, Venezuela und Jemen. Sudan, Venezuela und Jemen wurden der Kategorie mit sehr hohem Risiko hinzugefügt, zu der Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, der Iran, der Irak, Nordkorea, Somalia und Simbabwe bereits gehören.

Gefahren für Ökonomie und Ökologie

Mit einer Weltkarte für politische Risiken wird jedoch international operierenden Unternehmen eine gute Orientierungshilfe geboten. Diese Weltkarte soll helfen, Risiken und deren Wirkungen auf künftige Geschäfte besser einschätzen zu können. Hängen doch Wachstum und Ertrag von Unternehmen in einigen Regionen dieser Erde auch von solcher Bewertung ab.
Für 209 Ländern und Territorien wurde das politische und das ökonomische Risiko erfasst: Nicht-Konvertierbarkeit und kein Transfer von Währungen, potentielle Streiks, Aufstände und zivile Unruhen, Krieg, Terrorismus, Schuldnerverzug, politische Einflussnahme, instabile Lieferketten…länderweise gering, mittelgering, mittel, mittelhoch, hoch oder sehr hoch eingestuft.

Über Aon

Aon ist der weltweit größte Versicherungsmakler. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Aon liegt in der Beratung von Industrie- und Großunternehmen. Die global operierende Aon Corporation ist börsennotiert. Die Aktien werden an der New Yorker und an der Frankfurter Börse gehandelt.
Aon ist in mehr als 120 Ländern mit rund 36.000 Mitarbeitern tätig. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 1.500 Mitarbeiter an sieben Standorten.

Sie haben Frust!? - Na dann, weg damit…Heiraten Sie!

HPS - Hektik-Panik-Stress?! - Alle drei Erscheinungen sind den meisten Menschen bekannt, wenn nicht tagtäglich, so doch das eine oder andere mal, wenn es im Beruf, in der Liebe oder in der Familie nicht so klappt wie erwartet. Und so sind auch in sozialen Berufen die erlebten Erfolg eher selten. Im Ergebnis führt dies dann nicht nur zur Enttäuschung, sondern auch zu Frust. Lehrer, Pflegekräfte oder Polizisten leiden unter dem Burn-out-Syndrom.

Wie aber gehen Ärzte, Lehrer oder Sozialpädagogen damit um, wenn statt schneller Heilung, statt freudvollem Wissen und wegen nicht ergriffener neuer Chance der Erfolg ausbleibt?
Im Job und in der Freizeit könne man dem Stress vorbeugen, auch wenn der Frust ständig zunähme. Weiß doch der Arbeits-Wissenschaftler aus Beobachtungen, dass bei den Menschen, die sich beruflich für andere einsetzen, nach anfänglicher Begeisterung für den Beruf, die Motivation schwächelt und tendenziell schließlich stark abfällt. Menschen in sozialen Berufen erleben nach Jahren ihrer Arbeit diese ständig als weniger reizvoll, der Frust nehme zu.

Darf man nun der Theorie glauben, die aus den Frustrationsphasen der Beobachteten, die Frage stellt, ob es überhaupt sinnvoll ist, auch jenen Menschen zu helfen, die aus dieser Hilfe nur wenig Nutzen ziehen? Wie empfindet ein Lehrer, der mit 62 seine beiden letzten Dienstjahre vor sich hat und der auf der Stufe der Apathie bloß noch Dienst nach Vorschrift und Lehrplan leistet? Knapp vor der völligen Erschöpfung, während Kollegen wegen ihres Burn-out-Syndroms schon ein Schuljahr schenken und Abschläge beim Ruhegehalt in Kauf nehmen.
Was hilft da der Vorschlag, bereits in der Ausbildung sollte man lernen, wie man mit den menschlichen Problemen im Beruf zurechtkommt. Ein Lehrer müsse schon wissen, wie motiviere man Schüler und sich selbst? Und auch ein Arzt müsste gelernt haben, wie man mit einem Sterbenden und dessen Angehörigen spricht. Wenn dann noch die Kollegen einander Rückmeldungen geben, könne man Erfolgserlebnisse schaffen, wo es sonst keine gibt. So weit die Theorie.

Gut gebrüllt, Löwe!

Man darf aber dann doch an Sozialpädagogik und Arbeitswissenschaft zweifeln, die da glauben und einem weiß machen, Frust ließe sich ganz einfach durch gesetzte und auch erreichbare Ziele vermeiden?
So müsse eben gilt der Erfolg und das Ergebnis als offen im Ausgang bleiben, wenn man jugendlichen Außenseitern zwar die neuen Wege zeige, man es aber ihnen überlasse, ob sie diese auch gingen…
Erreicht also der Pädagoge mehr, wenn er sich entspannt zeigt, die Jugendlichen das merken und weniger Druck spüren…?
Und dann wäre da noch der Vorschlag, selbst für die Erfolgserlebnisse zu sorgen, die im Job ausbleiben: Man singe doch in einer Band und giere auf Applaus nach dem Gig…
Und dann ist da noch der allerklügste Rat “der” Arbeitsmedizin: Heiraten und Kinder kriegen. Wer nämlich in der Familie Rückhalt habe, sei statistisch gesehen weniger stark gefährdet am Burn-out-Syndrom zu erkranken.
Na dann, Lehrer: Heirate ! Am besten eine Kollegin!

Bürgerliche Küchen-Psychologie

Ein komplexes Thema wie Frust mit flotten Ratschlägen zu “erledigen”, kann nicht als gelungene Auseinandersetzung gelten. Auch heiraten und Kinder bekommen, kann als Ratschlag nur von jemandem stammen, der gut im Job sitzt oder er eine gute Mutter- oder Schwiegermuter-Partie gemacht hat.
Und selbst, wenn man jemand gefunden hat: Scheitert die Ehe bedeutet das (meist für den entrechteten Vater) das finanzielle Harakiri. Wie war das doch schön im ehemaligen Osten: Dem Beruf nachgehen, die lieben Kleinen 12 Stunden versorgt wissen, genügend Zeit für den Nachwuchs zu haben…Doch ‘Erich’ hat das Licht aus gemacht!
Was aber der Verkäuferin erzählen, für die - ganz nüchtern betrachtet - ihre Kinder eine finanzielle Last sind, die Kinderbetreuung in keinem Verhältnis zum Netto-Einkommen steht?
Und so mancher Lehrer dürfte sich auch längst der Haltung anschließen, dass man nicht alle retten könne, auch wenn man doch oft genug von einem Jahr zum anderen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg erkennen kann. Wer perfekt sein will, der ist im sozialen Berufen eher fehl am Platz.

Fazit: Beim Burnout verbrennt nicht der Mensch, sondern bloß der Schmarr’n, den er sich hat ins Hirn setzen lassen…(Franz-Josef N.)

Vom Leben im Alter - Aber wann bin ich alt…?

Kennen Sie das? Ein strenges Nordic-Walking gegen 13.30 Uhr und nach einer Stunde des Gesund-Laufs merken Sie, dass dies doch recht anstrengend war. Subjektiv empfunden gar beschwerlicher als noch im vergangenen Jahr. Ja oder Nein! Merken Sie, dass Ihre Lust aufs Nichtstun höher ist als noch vor zwei Jahren? Ja oder Nein? Sind Sie vielleicht doch schon “alt”, auch wenn Sie mit 61 noch Jeans von H&M tragen und Sie sich lässig im (echten) Polo-Hemd über “Lena” unterhalten…?!

Hat auch so mancher Zweifel daran, dass die Arbeitsbedingungen sich gegenüber denen des ausgehenden 20. Jahrhundert tatsächlich verbessert haben, wenn dies auch mindestens für die medizinische Versorgung gilt, und wir auch mit dem Euro nicht unbedingt einen höherer Lebensstandard haben, mag schon sein, dass die Lebenserwartung der Menschen bis dato deutlich gestiegen ist.
So fühlt sich die Mehrheit der aktuell älteren Menschen zwar immer jünger, doch hat sich eigentlich nur die Grenze zum Alt sein verschoben. Wozu es auch eine Mehrheit gibt, ist die, die unsicher sind über die finanzielle Absicherung im Alter. Stellt sich doch in jedem Fall - ob mit 55, 60 oder 65 - die Frage: wie, wo und wovon soll der Einzelne, das Paar, die Eheleute im Altersruhestand leben?

Ist es das eigene Haus, in dem man mit Enkeln, Kindern und einem gesunden Mann ganz “easy” zusammen lebt? So, wie es früher war? [ Bei wem und wann war das eigentlich so?] Und noch dazu finanziell unabhängig. Toll, wenn ein 20-Jähriger davon träumt, oder wenn er sich vorstellt, er könne auch im Alter in “seiner WG” leben.

Markiert sich als erstes die Frage, wer sich denn ein Haus überhaupt hat leisten können, ob die Kinder dort einen Job bekommen, wo der Senior lebt und wer welchem Altersgenossen hilft, wenn die Hilfe denn gebraucht wird.

Ist das Alter noch in weiter Ferne, denkt keiner an den eigenen (!) 60. Geburtstag. Ob man dann nämlich noch was ganz anderes lernen oder studieren kann und will oder man bereits hilfsbedürftig ist, weil Parkinson, Prostata-Krebs oder Alzheimer zugeschlagen haben, ist Schicksal.
Was aber gilt heute aus jugendlicher Sicht zum Altwerden und Alt sein? Etwas Positives? Nach der jüngsten Shell Jugendstudie verbinden Jugendliche damit Fitness, Aktivität und Offenheit für Neues. Grad so wie bei Oma und Opa…!?

Wenn die ETW drauf geht…

Wer mit 20, 45 oder 760 Lebensjahren noch keinen Blick ins Alten- und Pflegeheim hat werfen müssen, dem mag es so vorkommen, dass Alt sein nicht mehr wie früher mit negativen Vorstellungen verbunden ist, wie zum alten Eisen zu gehören, als Rentner ins Altenheim abgeschoben zu werden, arm, einsam, krank und gebrechlich zu sein.
Denn angeblich ist es nur eine Minderheit älterer Menschen, denen es so geht. Doch der Schein trügt. Auch wenn die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland bei Arbeitslosigkeit, bei Krankheit oder Unfall unterstützen, wer pflegebedürftig wird und eben nicht von Angehörigen gepflegt werden kann, weil diese bereits auch 60 Jahre und älter sind, dessen Angehörige werden schneller erkennen, als ihnen lieb ist, wie die Eigentumswohnung ETW, die Opa der Oma hinterlassen hat, von den Zuzahlungen im Alten- und Pflegeheim aufgezehrt wird. Das geht “ratz-fatz”!

Was die Alten wohl noch kosten…

Hat Deutschland schon jetzt eine der ältesten Gesellschaften der Welt, heißt dies, es gibt heute mehr als fünfmal so viele 80-Jährige wie vor 60 Jahren. Zahlreicher werden diejenigen, die auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, was meist um die 80 Jahre und älter beginnt.
Und weil jede Frau in den nächsten 50 Jahren kaum mehr als 1,4 Kinder bekommen wird, die Lebenserwartung weiter steigt und die Zu- und Auswanderungen sich kaum verändert, wird der demografische Wandel die arbeitende Bevölkerung vor ganz andere Fragen stellen, als die, ob man mit Oma unter einem Dach leben will.

Und so kann auch der klassischen Lebenslauf nicht bleiben. Schon spricht man bei der EU über die Lebensarbeitszeit bis 70, wobei schon der Gedanke an noch ältere Lehrer einem erschaudert.
Und weil auch noch gebrochene Berufs-Biografien den Menschen begleiten, wird es ohne lange Lebensarbeitszeit der jungen Generation und viele, viele Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung nicht gehen.

Ob traditionelle Großfamilie oder politisch geförderte Mehrgenerationenhäuser, noch kann der Einzelne gut reden, wie es den mal mit “den Alten” sein könnte. Solange jedoch der “Egomane” als Leitbild das Lebensziel darstellt und viele Singles sich kaum noch binden wollen, werden sich die derzeit Jungen noch lange sorgen müssen, dass immer mehr ältere Menschen versorgt, gepflegt und in die Gesellschaft integriert werden müssen.
Und mit Oma und der Schwägerin samt ihren Gören unter einem Dach….ich weiß nicht!

Bitte, nicht! - Rürup-Konzept für Familienpflege 2010

Wer hat Zeit, Raum und Gesundheit dazu…?

Luise B. ist 93 Jahre alt bei hoher Vitalität, und nur die arthritischen Knie schmerzen, seit sie sich mit 88 Jahren einer ambulanten Knie-Punktion unterziehen ließ und dabei einen Infekt fing, der beschwerlich zu therapieren war. Jetzt geht sie recht flott am Rollator, hat ein freundliches Appartement im städtischen Spital, zahlt aus einer guten Portion Erspartem 300 Euro auf die Witwenrente dazu, auf dass die Heimunterbringung von 50 Euro je Tag bezahlt ist. Das nun hat mit Statistik gar nichts zu tun.

Und so kann eine Allensbach-Umfrage noch so seriös sein, dass aber zwei Drittel aller Berufstätigen ihre Angehörigen im hohen Seniorenalter zu Hause pflegen wollen, kann kaum geglaubt werden. Ist nämlich eine Mutter 93, sind Sohn oder Tochter zum Beispiel 61 oder 62, was körperlich wohl kaum zulässt, das Mutter Luise im Haushalt von Sohn oder Tochter “gepflegt” werden wollte oder auch nur versorgt sein könnte.
Was also soll die soziologische Befragung dazu, wer als Arbeitnehmer gerne zuhause Angehörige pflegen wolle, wenn zu allem noch die Arbeitgeber wenig Möglichkeiten bieten, Pflege und Beruf zu vereinbaren. Und vor allem auch die räumlichen Gegebenheiten in einer Wohnung unter 90 Quadratmetern mit nur einem Bad gar nicht zuleisten ist.

Wer hat Platz für Oma?

Wenn in Deutschland inzwischen rund 2,25 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen und mehr als 1,5 Millionen von ihnen zu Hause versorgt werden - durch Angehörige und ambulante Dienste - ist kaum zu glauben, dass auch 65 von 100 Berufstätigen ihre Angehörigen möglichst selbst betreuen und versorgen wollen.
Dem widerspricht nämlich nicht nur, dass Beruf und Pflege sich kaum vereinbaren lassen, viel eher sind es auch die wohnlichen Verhältnisse, unter denen eine “Pflegefall” nicht doch das Maß des räumlich Zumutbaren und der Einschränkung bisheriger Gewohnheiten übersteigt.

Was also immer eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums “belegen” mag, es ist kaum vorstellbar, dass 79 von 100 befragten Arbeitnehmern bei bestem Gewissen erklärt haben könnten, Familie und Pflege seien leider (?) und entgegen ihrer Fürsorge nicht gut vereinbar. Aber wie auch…?
Wenn nun hier ein politisch neu-zeitliches Modell der Familienpflegezeit ansetzt, muss dies im Zusammenhang damit gesehen werden, dass angeblich viele Familien sich der schwierigen Aufgabe stellen und einen Angehörigen selbst pflegen.
Wer dies vermag und auch noch voll im Berufsleben steht, kommt schnell an seine Grenzen, gibt im Mai 2010 auch die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zu bedenken.

Wer jedoch arbeitsrechtlich die Möglichkeit nutzen will, um für die häusliche Pflege ein halbes Jahr aus dem Beruf auszusteigen, der muss wissen, dass diese Freistellung unbezahlt bleibt. Eigentlich auch logisch. Weshalb also auch viele Menschen fürchten, dass dieser finanzielle Mangel auch zu einem berufliche Nachteil führen könnte.
Jetzt will also die Politik mit der Familienpflegezeit jenen Berufstätigen helfen, die verantwortlich für ihre Angehörigen häuslich pflegen wollen.

Mutter gefällt es im Heim!!

Kritiker glauben nun nicht sofort an diese “moderne Sozialpolitik”, obwohl das Modell (!) vorsieht, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, dabei dann aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen.
Der Ausgleich ist dann gegeben, wenn man später wieder voll arbeitet, und weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts bekäme, Solange, bis das Zeitkonto
wieder ausgeglichen ist.
Provokant bleibt die Frage, ob er als normaler-Büro-Arbeitnehmer weiß, wie eigentlich häuslich zu pflegen ist, und ob nicht nur deshalb dieser Schritt “gewagt” wird, weil eben der hoch betagte Pflegefall in Stufe I bis III nur deshalb nicht ins Alten- und Pflegeheim kann, weil dessen Rente und Erspartes nicht reicht. Ganz abgesehen von den Zuzahlungen, die das immobile Vermögen aufzehren oder was Sohn oder Söhne, Tochter oder Töchter zuleisten im Stande sind.

Als Arbeitnehmer bereits im Vorfeld einer erwarteten Pflegebedürftigkeit Arbeitszeit für die Pflegephase auf einem Wertkonto ansparen, ist aus sachlicher Betrachtung kaum jemandem zumutbar.
Und wie begeistert Arbeitgeber über eine Pflegephase sind, muss offen diskutiert werden.
Und wieder mal ist es ‘Professor Rürup’, für den flexible Arbeitszeiten das zentrale Instrument zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sind.
Zusammenhang mit der Familienpflegezeit hat er ein Konzept erarbeitet, das
während der Pflegephase gewährte Lohnvorauszahlungen gegen die Lebensrisiken
absichert.
Dies geschieht in Form einer Versicherung, die mit Eintritt in die Familienpflegezeit vom Arbeitnehmer abzuschließen ist, lediglich geringe Prämien erfordert und mit dem letzten Tag der Lohnrückzahlungsphase der Familienpflegezeit endet.
Danke, Herr Rürup, bitte nicht!

Hey, Cowboy….dein Fahrrad-Sattel…!

Geht’s um ‘Sättel’, denkt der Normalbürger am ehesten ans Pferd und zweitens dann an sein Fahrrad. Schließlich hockt so mancher Reitersmann und so mancher Freizeit-Pedalritter gleich mehrere Stunden die Woche auf dem Ross oder auf dem Zweirad. Gut zu sitzen ist dann allerdings ein Anspruch, der nicht in jedem Fall auch optimal erfüllt wird.

Das wissen all jene, deren Gesäß mit allem, was dazu gehört, so ganz und gar nicht mehr gern aufs Rad hocken. Grund: ihr ‘Perineum’, der Bereich zwischen After und den äußeren Geschlechtsteilen, ist durch eine typisches Männer-Problem oder auch die Prostata-OP deutlich beeinträchtigt.

Da bleibt nicht aus, dass sich Spezialisten der Kontaktstellen des Radlers auf seinem “Geppel” annehmen: Griffe, Lenker, Einlegesohlen, Pedale und
natürlich die Sättel. In Tests der deutschen Fachmagazine und in medizinisch wissenschaftlichen Prüfungen gilt in diesem Zusammenhang “SQlab” als derzeit erfolgreichste Sattelmarke.

Wer anders als ehemalige Moto Crosser oder Down-Hill-Fahrer, deren Körper stark strapaziert wird, sowie Urologen und Experten für Radfahrerleiden konnten das Problem ‘Sattel’ am besten angehen: Sättel zersägen und wieder aufpolstern, Rad fahren, Sattel und Manneskraft in Verbindung bringen, sich der Anatomie widmen und Beckenmodelle studieren.
In Kombination mit hochempfindlichen elektronischen Druckmesssystem und mittels Videoanalyse wurden Sportwissenschaftler und MTB-Nationalfahrer eingebunden. Über 10 000 RadlerInnen wurden vermessen und zu ihren Sitzproblemen befragt.

Sitzt, passt und hat Luft…

Fordert man: “Ein Sattel muss passen wie ein Paar Schuhe!”, ist die Idee eher einfach: man setze sich auf ein Stück Wellpappe, wodurch die Position der Sitzknochen sich abdrückt und deren Abstand wichtige Erkenntnisse liefert.
Aus den Messwerten werden unzählige Proto-Typen geschliffen und ge-shapt, bis ein ganz simples Konzept übrig bleibt: der Stufensattel mit tiefer liegender Sattelnase und unterschiedlich breit wie bei Schuhen.
Das bio-mechanische Ergebnis: das Körpergewicht liegt nicht mehr auf dem empfindlichen ‘Damm’, sondern auf den Sitzknochen.
Fazit: Ein passender Sattel ist einer mit individuellem Sitzknochen-Abstand. Das Konzept einer Vermessung bietet nun das angenehmere, gesündere und effizientere Rad fahren.

Auf ähnliche Weise entstanden ein ergonomisch perfekter Reit-Sattel, Einsätze für Radhosen, ein Schnürsystem für Bergschuhe und ein Projekt für einen OP-Tisch zur Hüft-Arthroskopie.

Übers Rad fahren und für zahllose Prostata-Patienten wurde so eine eher vernachlässigte aber doch beeindruckende Funktion des Körpers in deren Besonderheit erkannt, Rückenleiden werden minimiert und das Sitzen wird komfortabel und das Konzept wurde zur Geschäftsidee und zur Firmen-Philosophie.

Weitere Infos unter www.sq-lab.com

Achtung “IGeL”! Was Ärzte so alles anbieten …

Wer bei der AOK oder einer Ersatzkasse kranken-versichert ist, der benötigt für den Facharzt meist eine Überweisung und seine Versichertenkarte. Die Leistung des Arztes wird dann mit der Krankenkasse abgerechnet. Kaum ein Patient, weiß, was er mit seinem Besuch in der Sprechstunde an Kosten verursacht hat. Viel eher erhält er statt dessen als einer von jeweils drei Patienten Kenntnis von ’stacheligen Angebote’ in der Praxis. Es sind die IGeL, die “Individuellen Gesundheitsleistungen”, die nicht als Kassenleistung gelten.

Der Patient muss diese frei wählbaren Zusatzleistungen eines Arztes selbst zahlen, was 1998 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eingeführt wurde, um den Ärzten zusätzlichen Umsatz für Kostendeckung und Gewinn zu ermöglichen.

Während nach Sozialgesetzbuch Leistungen der GKVen “ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich” sein müssen, sind alle anderen ärztlichen Leistungen vom Patient selbst zu bezahlen. Beispiel ist die Impfberatung und die Impfung vor einer Fernreise.

Auch die Tauglichkeit für bestimmte Sportarten, wie das Tauchen, bedürfen eines ärztlichen Attests, für dessen Kosten nicht die Solidargemeinschaft belastet werden soll. Klar, dass auch Schönheits-OP’s nicht von der GKV getragen Dies alles gilt auch für viele alternative Heilmethoden, von der Ozontherapie bis zur Sauerstoff-Anreicherung des Blutes.

IGeL im “ärztlichen Sortiment”

Meist jedoch fallen IGeL-Leistungen der Ärzte unter die Vorsorge, die von den Kassen nur bei besonderem Risiko bezahlt wird. So sind es Gynäkologen, Augenärzten, Hautärzten und Urologen, in deren Facharztpraxen diese Leistungen mehr als dreißig Prozent der Einnahmen ausmachen.
Eine komplette IGeL-Liste gibt es dennoch nicht; jeder Arzt kann sich eigene Angebote ausdenken: Akupunktur, Manager-Gesundheits-Check, Vitaminkuren oder Ozontherapie.
Was jedoch als Leistung der Kasse angesehen wird, und diese trotzdem nicht zahlen, sind Ultraschall-Untersuchungen an der weiblichen Brust, der PSA-Test für Männer oder die Messung des Augen-Innendrucks.
Ist nun der konkrete Nutzen nicht belegt, blockieren die Kassen den wertmäßigen Ausgleich.
Wurde eine IGeL-Leistung erbracht, wird nach der Gebührenordnung der Ärzte, der GOÄ abgerechnet: ein EKG liegt bei knapp zehn Euro, eine Messung des Augeninnendrucks bei knapp 15; doch kann der Arzt auch das dreieinhalb-fache abrechnen.

Falscher Sattel - falscher PSA-Wert!

Obwohl bei jüngeren Frauen mit dem Ultraschall an der Brust oft schon frühzeitig Krebs erkannt werden konnte oder über den PSA-Test beim Mann dessen Prostata-Leiden, tragen die GKVen diese Kosten nicht; grad mal 25 Euro.
Wohl auch deshalb, weil ein so genanntes Massen-Screening alle Probanden eines bestimmten Alters zu wenige Erkrankungen bei hohen Kosten erkennt.
Hinzu kommt beim Mann, dass das Prostata-spezifische Antigen (PSA), ein Körpereiweiß, das ausschließlich die Prostata bildet, auch dadurch verstärkt und somit “fehlerhaft” auftreten kann, wenn der Patient viel radelt ist ein harter Fahrradsattel. Drückt er bei der Fahrt zum Arzt gegen die Vorsteherdrüse, steigt der PSA-Wert ebenfalls an. Zurück zum Absatz

Potenz gestört durchs Fahrrad! - Achtung! Sattelnase!

Statistisch betrachtet leiden rund 20 von 100 deutschen Männer zwischen 30 und 80 Jahren an Potenzstörungen. Und wie es bei Statistiken so angenommen wird, soll die Dunkelziffer diese Größe noch erhöhen. Wie aber soll der Mann mit seiner “Impotenz” umgehen, wo ihn diese Tatsache doch eher scheu macht, darüber zu sprechen - beim Arzt und in der Partnerschaft.

Da kamen Viagra und Co. gerade recht, weil auch die kuriosen und negativen Schlagzeilen über die Potenzmittel und deren vermeintliche Wunderkraft beim Sex eine offenere Diskussion um Potenzstörungen ermöglicht haben.
Und so geht es statt der “Impotenz” mehr und mehr um die medizinisch korrekte Diagnose, die “erektile Dysfunktion”. Ein “Thema”, das nahezu in allen Altersstufen und in sämtlichen Medien angesprochen wird, weil die Quote der Bundesbürger über 50 Jahren stark ansteigt und eben diese Altersgruppe von Potenzproblemen betroffen ist.

Bei der erektilen Dysfunktion werden zwei Formen unterschieden:
_die Erektionsstörung (Impotentia coeundi), die im Ergebnis für den Geschlechtsverkehr nicht ausreicht;
¬_die Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi), wegen der bei normaler Erektion kein Kind gezeugt werden kann. Trotz Samenerguss reicht die Qualität der Spermien für eine Zeugung nicht aus. Die sind in Anzahl und Beweglichkeit reduziert und in ihrer Form labil.

Symptom für schwere Störungen

Da für eine Erektion das Zusammenspiel aus Nerven, Blutgefäßen, Hormonen und Psyche erforderlich ist, ist eine Potenzstörungen schnell mal gegeben. Die meisten haben eine organische Ursache, die dann beim Mann über 50 eine erektile Dysfunktion auslöst. Dazu gehören in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin-Werte, Diabetes, Nierenschäden, Operationen an der Prostata oder deren Verletzungen, Wirbelsäulenschäden, die auf Abnutzung basieren, hormonelle Störungen, Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose, Medikamente, Alkohol, Rauchen, Stress, Depressionen oder Persönlichkeitskonflikte
Sind Potenzstörungen zugleich auch Warnzeichen für eine schwerere Erkrankung, sind Erektionsstörungen immer ernst zu nehmen und von einem Arzt, in der Regel einem Urologen, zu diagnostizieren.

Gefahr durch Fahrradsattel

Sind Störungen bei Männern bis 35 Jahren meist psychisch bedingt, gibt es daneben noch einen ganz trivialen Grund für gestörte Potenz: Schlechte Fahrradsättel.
Nach mehreren Studien, die im amerikanischen Journal für Sexualmedizin publik wurden, sah man weltweit ein, dass wohl der klassische Fahrradsattel erheblich die Potenz stört. Liegt doch durch den tropfenförmigen Sattel ungefähr ein Drittel des Körpergewichts auf dem ‘Perineum’, dem Bereich zwischen After und den äußeren Geschlechtsteilen.
Langes und häufiges Sitzen auf dem Rad führt also beim Mann dazu, dass über Arterien und Nervenbahnen zum Penis dessen Funktion eingeschränkt wird, nicht genügend Druck aufgebaut und keine komplette Erektion erzielt wird.

Untersuchung und Diagnose

Um eine erektile Dysfunktion ursächlich zu erkennen, ist eine ärztliche Untersuchung auch von sehr persönlichen Fragen begleitet, die das Sexualleben, die Partnerschaft, den beruflichen Alltag und den Freizeitbereich betreffen.
Da muss der Mann dann schon mal die “Hosen runterlassen”, wenn es um Penis und Hoden geht, um Blutdruck, Blutbild und Urinprobe. Über einen Hormonstatus lässt sich darstellen, ob hormonelle Änderungen die Potenz stören.
Kommt es beim Mann im Tiefschlaf zu ungewollter Erektion, einer sogenannten Tumeszenz, liegen körperliche Störung der Potenz eher nicht vor.
Organische Ursachen können durch Ultraschall-Untersuchungen der Blutgefäße des Penis in Ruhe und nach Injektion eines erektionsfördernden Medikaments, dem Schwellkörper-Injektionstest SKIT, bestimmt werden.
Wer allerdings noch immer auf dem falschen Fahrrad-Sattel sitzt, wer Nikotin nicht nur manchmal genießt, sondern dieses Gift täglich braucht, wer Stress zeigt bei der Untersuchung, der bietet seinem Arzt dann auch falsche und negative Ergebnisse. Elektrische Reize werden eingesetzt, wenn bei Diabetikern zu diagnostizieren ist, ob geschädigte Nerven die Störung der Potenz verursachen.

Mann, Mann, Mann…was ist bloß los??

Alfred Biolek oder Brad Pitt, Jörg Pilawa oder Dieter Bohlen, Elton oder Stefan Raab: welches Schweinderl hätten’s denn gern? Oder wollten Sie selbst mal wieder ‘ne Sau durchs Dorf treiben? Oder haben Sie als Mann über 45 die ersten depressiven Verstimmungen, ohne die Ursachen zu kennen…??

Männer haben jede Menge Probleme, doch meist gibt es nicht immer auch die passenden Lösungen. Da ist ja die fast schmerzliche Rasur im Bad noch das geringste Übel. Gerade mal frisch rasiert, fängt - je nach Bartwuchs - auch schon der Juckreiz an. Ja, klar doch, weil fast all die Männer schon tot sind, die sich noch haben zeigen lassen, wie sich einst der Großväter rasierte.
Schön einschäumen, das Rasiermesser entfaltet, am Lederriemen die leichten Fisuren abgezogen und mit feiner Hand und nicht gegen den Strich geschabt. Nicht immer ganz unblutig aber ansonsten tadellos. Und auf keinen Fall elektrisch; das gab ’s noch gar nicht.

Und heute! Heut’ sind es Hautreizungen, für die der Mann Hilfe braucht. Und warum ein Potenzproblem entsteht, weiß er auch nicht. Wenn er dann noch schnarcht und ihm täglich Haare ausfallen, dann nagt das oft am bereits instabilen Ego. Ob das nun der Anfang vom Ende ist und der Beginn der Midlife Crisis, aus der viele Männer erstmal keinen Ausweg finden?

Bei fliegenden Hitzen ein neues Hobby…?

Wen sich der Mann über 45 dann noch die Fragen stellt: Welchen Sinn hat mein Leben, habe ich überhaupt noch genug Zeit um das zu tun, was ich wirklich will, dann steckt er mitten drin in einer Midlifecrisis.
Die Folge: er fühlt sich gereizt, ist unzufrieden und hat Angst vor der Zukunft. Die vitalere und vielleicht gar härtere Art aus der Spezies Mann hat derweil schon Neues ausprobiert: ein Motorrad, die Platzreife beim Golf oder aber ein Down-Hill-Mountain-Bike, das die Partnerin längst hat.
Um aus der Krise herauszukommen, ist es wichtig, sich neu zu orientieren und den Blick auf die absehbare Zukunft mit der Partnerin, dem Freund oder gar dem Therapeuten zu besprechen.

Was! Der Mann hat einen Beckenboden…?

Wenn bereits vor einem Prostata-Leiden und ohne die finale, schmerzvolle Uro-OP die Potenz in Gefahr gerät, dann ist dies für einige ganz normal, weil nur zwei von drei Männern können, wie sie glauben, dass sie können müssten.
Doch übers Problem will keiner sprechen, nicht mit der Partnerin und höchstens mit dem Apotheker. Was kommt: die Potenzpille.
Ginge er zum Urologen, dann wüsste dieser: Mit speziellen Übungen für den Beckenboden kann man seine Potenz trainieren. Das wissen dafür all diejenigen, die wegen ihrer Prostata-Erkrankung schon mal in der Reha waren. Die jedoch können trotz Fahrstuhl-Training nicht mehr in allen Fällen ihren Mann stehen. Einem von zwei jüngeren Gesunden gelingt es dagegen schon mal wieder nach sechs Monaten.

Hau den Lukas…!!??

Wer das Gefühl hat, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um zu tun, was er wirklich will, der weiß oft auch nicht, was er überhaupt will. Und so will man Bilanz machen, ohne die Soll-Vermögenswerte und die Haben-Schuldwerte aus seinem bisherigen Leben zu kennen.
Ob da dann ein Coach hilft…?
Sind Wechseljahre der Frau stark hormonell bedingt, sind die dann auch beim Mann nicht ausschließlich psychisch. Da fällt die Hormon-Bilanz auseinander, das Testosteron sinkt, Potenz , Libido und Leistung lassen nach, und dann auch noch die Glatze und das Gefühl, alt zu werden.

Da wird die Andropause schnell zur existenziellen Krise mit oft unerfreulichen Konsequenzen für die Familie: die Partnerschaft steht unter der Zerreißprobe, oft folgt gar die Trennung, weil die nächsten 30 Jahre einer anderen Vorstellung gehören…Alles andere wäre Horror! Oder doch nicht?
Trotzdem die wichtigsten Lebensziele erreicht sind, werden Männer von Zweifeln geplagt, weil sie glauben und fühlen, dass die besten Jahre vorbei sein könnten…
Rein also ins Fitnessstudio und raus aus dem Alltag und mit den Zwängen abrechnen. Etwas für den Körper tun, um sich dem Alter entgegen zu stellen: Mens sana in corpore sano.

Das neue Körpergefühl

Das nun wäre typisch, denn oft wollen Männer sich in dieser Phase beweisen, wie jung sie sich noch fühlen und wie sie mit Äußerem noch wirken.
Manch einer gibt sich (zu) jugendlich, stellt seine Garderobe auf leger um, lässt sich das schüttere Haar tönen oder färben, versucht es gar mit Fett absaugen und schwitzt im Body-Studio.
Alles lobenswert, wenn es nicht zum falschen Ehrgeiz oder aber gar zum Wahn kommt.

Wer aus den Augen verliert, was wirklich wichtig ist, der setzt oft falsche Prioritäten. Doch kann eine Midlifecrisis auch eine Chance sein. Die zur inneren Reifung. Und zwar dann, wenn die Partnerschaft steht und der Beruf akzeptiert wird.

Fazit: Männer sollten nicht alles Bisherige über den Haufen werfen. Man muss reflektieren, was die Midlifecrisis tatsächlich bewirkt, ohne den falschen Neuanfang.
Es reicht der Wechsel der Interessen: Mobiler, entschlossener, vitaler, weniger bequem, geistvoller…das macht natürlich und wirkt positiv.

Wie überall - außer in der Methodik des Vortrags: Übertreibungen sind auszuschließen. Klar doch!?

Wie Männer und Frauen sich finden sollten…

Darauf hat doch jeder „Ehekrüppel“ (sorry!) schon längst gewartet. Eine Feststellung, die „ihm“ mal wieder zu pass kommt: Frauen neigen zu einem verklärten Blick auf die partnerschaftliche Beziehung. Und weil viele Beziehungen auch noch mit der Hochzeit in Weiß beginnen, sieht vor allem die Spezies Frau den Beginn der Partnerschaft in Rosarot, während Männer diese deutlich nüchterner sehen. Wenn diese bei der Befragung dann auch nüchtern sind.

Klar, dahinter kann nur eine Studie stecken; eine von Psychologen, eine aus den USA, eine der Unis von Northwestern und Miami. Mit konkreten Frage ermittelten Soziologen, Psychologen und Sexualwissenschaftler bei vielen Paaren vor und einige Zeit nach ihrer Hochzeit:
Wie stellen Sie sich den idealen Partner, die ideale Beziehung und das ideale Verhalten bei Konflikten vor?

Kaum überraschend das Ergebnis: die heile Welt der Partnerschaft war für die Frauen deutlich romantischere als für die Männer. Und obwohl weiblich verklärt, war die benannte Vorstellung des Ideals bald dem Pragmatismus gewichen. Schon nach 12 Monaten auf die Eheschließung war man vom Ideal deutlich entfernt. Hatte ‘man(n) und frau zunächst vieles bis alles gemeinsam gemacht, liefen die späteren Wege deutlich auseinander. Eine Feststellung, de jedoch eine Beziehung nicht auch belasten muss. Obwohl dadurch die Gefahr besteht, dass die „Kompatibilität“ fehlt, wenn man sich dann doch auseinander lebt.

Wer will schon was Perfektes…?

Das „Ideal“ für eine dauerhafte Ehe im Glück liegt dann auch nach Ansicht von Forscher in Genf (CH) darin, den richtigen Partner zu wählen und nicht in blinder Liebe in eine Beziehung zu stolpern. Was den Start in die Beziehung von Anfang an stabiler macht: er ist mindestens fünf Jahre älter als sie, sie aber gebildeter als er. Bravo! Genau so…oder doch anders…?

Nach Beobachtungen über die Dauer von fünf Jahren bei 1074 schweizer Paare kam man zu dem Ergebnis: Genau! So geht’s!
Analysiert wurden Paare, die verheiratet waren oder zusammenlebten, und zwar unter der Maßgabe von deren Alter, Bildung, Nationalität sowie früheren Ehen und Trennungsrate.

Wer über die Wissenschaft seine Formel fürs Eheglück erwarte, dem kann statistisch mit dem “besten” Paar bei niedrigster Trennungs-Wahrscheinlichkeit geholfen werden:
beide sind Schweizer, haben keine Scheidung hinter sich, er fünf Jahre älter und sie gebildeter als er.

Sich wider das Glück zu trennen, wird wahrscheinlich, wenn die Partner aus verschiedenen Kulturkreisen stammen, er bereits geschieden und auch zwei bis vier Jahre älter ist als sie und beide eine einfach bis mittlere Bildung haben.

Das Fazit der Wissenschaftler: aktuell liegen die Situationen für Ehe- und Partnerschaften deutlich unter dem Optimum. Die Trennung von Paaren können dann markant verringert werden, wenn man sich nur geeignetere Partner sucht. Eine nur wenig akademische Weisheit…

Doch wird die Erkenntnis modellhaft durchgespielt, finden tatsächlich zwei von drei Probanden einen neuen Partner, mit dem die Gefahr einer Trennung zumindest mathematisch geringer liegt.
Kann also theoretisch auch die Zahl der Scheidungen um eine von jeweils fünf (20 Prozent) verringert werden, wenn die Paare auf akademische Such-Art zusammen gestellt werden.

Schon wieder aufgetaucht: Die Uralt-Forderung

Lehrer müssen begeistern!

Harald B. hat Mitte der 60-er Jahre wie viele hundert andere im B-Zug während zwei Kalenderjahren bei drei Oberstufenklassen sein Schmalspur-Abitur an einer Wirtschaftsoberschule gebastelt. Seine Deutschlehrerin wiederholte ihre Auffassung damals öfters: Mut zur Lücke. Die Schulreform damals: Schuljahresbeginn nach den großen Ferien statt nach Ostern!

Sechs Jahre später wurden frühere Lehrer seine Kollegen oder eben umgekehrt. Harald war als studierter BWL-er als Referendar an die Schule zurück gekehrt, an der er zwei Jahre Schüler war.
Wenn Harald B. heute, nach inzwischen 37 Jahren, bei seinen Schülern ein ‘feedback’ einfordert, ist die Mehrzahl von ihm begeistert; von seinem Humor, seiner Art des Vortrags, dem Klima im Klassenzimmer und auch davon, dass man schon mal ‘ne Klassenarbeit schreiben darf und dabei die eigenen Unterlagen verwendet und vor llem, das B. keinen Stress macht. Auch nicht mit Hausaufgaben…

Dass B. gemocht wird, steht außer Frage. Nur mache er zu gute Noten glauben die Kollegen in den Parallel-Klassen. Da darf der Beste in Mathe ruhig 13, 14 Punkte haben…nur nicht in Haralds Fächern wie BWL, VWL oder Rechnungswesen….Warum? Tja, warum nicht…?

Wenn Eltern hoffen, dass der Sohn irgendwie sein Abi macht, um Anwalt oder Arzt zu werden, dann darf der ruhig mal die siebte Klasse wiederholen, er darf auch in der Oberstufe ein mal hocken bleiben, doch müssen mehr als nur ausreichende Zulassungspunkte und Kurse fürs Abitur in 12 und 13 schon drin sein.

Wie aber, wenn es in den Hauptfächern tatsächlich nicht klappt, die Lehrer verärgert und die Eltern verzweifelt sind? Nur der Bub scheint wenig bekümmert. Dann mach’ mer halt ‘ne Schreinerlehre. Das Pennälerleben als Glücksache? Vielleicht kommt später doch noch das Abend-Abitur?

Gestörte Lernbiografie

Wer oder was aber ist schuld an einer gestörten Lernbiografie? Was kommt als Frustration hinterher? Wo lag die Ursache an der verbrauchten, jedoch nicht effizienten Energie. Auch an der des Lehrers…?
Ganz einfach: Lernen muss wirkungsvoll sein - Schulerfolg muss sozial gerechter sein - mit mehr Geld steigt angeblich das Niveau an den Schulen. Denkste!

Denn nicht nur Harald B. weiß längst, dass es die Lehrpläne sind, die nicht mehr erfüllt werden können. Zuviel Stoff, zu abstrakt die Inhalte, zu groß die Klassen, Grundlagen werden ausgeblendet - Kollegen in den Lehrplan-Kommissionen müssen es schließlich wissen.
Wenn einzelne der Besten dann noch ihr Steckenpferd reiten und sie Lehrbücher raus bringen, die wie zufällig zum Lehrplan passen, dann hat der reale Pädagoge gut zu tun. Von wegen eigenverantwortlicher lernen lassen und dabei erfolgreich motivieren.
Klar doch: Lehrer sollen nicht nur Wissen anbieten und Können feststellen; sie sollen auch Leistungsfähigkeit verbessern. Wie das geht?
Ganz einfach: positive Lernkultur schaffen, ressourcen-orientierte Beratung auf systemisch-lösungsorientierter Basis bieten, bedarfsorientiert nach dem Mini-Max-Prinzip trainieren und alles ergänzen durch lernstil-orientierter Strategien, meta-kognitive Kontrollen sowie motivational-volitionaler Stützung - so oder ähnlich in einem nordrhein-westfälischen Schulamtsblatt…

Außen vor bleiben der Mensch, der Schüler, seine Gefühle, das zwischenmenschliche Miteinander? Bildungsreform verkennt meist Beziehungen, achtet wenig auf kleinere Klassen und bessere Lernmittel.
Und dabei bräuchten die Schüler Erwachsene, die man fragen kann, die gerne etwas erklären, die sich nicht ärgern, wenn einer begriffsstutzig ist in seiner pubertären Haltung, die ermutigen, sich Schwierigem zu stellen.

Wie aber soll Schule wirken? Wie soll ein Lehrer die Beziehung zum Gegenüber einordnen und gestalten?
Ob jähzorniger Gesamtschullehrer, abgehobener Studienrat oder engagierter Hauptschullehrer - sie alle sollten wissen: Der erste Schritt zum Lernen ist die Liebe zum Lehrer, so der Renaissance-Gelehrte Erasmus von Rotterdam.
Doch was fehlt dem Lehrer? Einsicht darin, dass er trotz schulischer Ansprüche gemocht werden will, dass der Anspruch an Selbstständigkeit überfordert und dass des Lehrers Psychologie eigene Gefühle und die Resonanz auf den Unterrichten eher in Missverständnis, Ärger und Überforderung umschlägt.

Glaubt man den Pädagogik-Wissenschaftlern, dann fehlt „dem“ Lehrer Selbstbewusstsein und Menschenkenntnis, Führungsfreude und Einfühlung.

Also, liebe Lehrer: mit Wohlwollen, Durchblick und herzlicher Konsequenz kann es gelingen, Erwartungsdruck, Entmutigung und Freizügigkeit in Gleichklang zu bringen und zum pädagogischen Spezialisten gegen Entwicklungsstörungen und für eine Bildungswende zu werden.

Im Westen nichts Neues: Auf die Lehrer kommt es an! Das war schon 1967 so!