Knapp 900 … und der große “Rest”…?

Einst waren es Betriebs-Kindergärten, der Zuschuss zum Kantinenessen, die Betriebssport-Gruppen nach Feierabend, das unternehmenseigene Urlaubs-Heim am Bodensee für Familien oder auch die Weihnachtsfeier mit Schauspielern des Betriebs-Amateur-Theater und jede Menge werthaltige Geschenke wie den Märklin-Baukasten für die 600 bis 800 Kinder der Gesamtbelegschaft in der Kleinstadt. Heute nun nennt man dies “familienbewusste Personalpolitik” trotz Wirtschaftskrise - Mittagsmahlzeit für Familienangehörige in der Kantine mit Caterer-Logistik inklusive

Wenn Mitte 2010 rund 300 weitere Arbeitgeber mit dem Zertifikat zum audit “berufundfamilie” ausgezeichnet werden, passt dazu das Ergebnis einer Umfrage, dass in der Wirtschaftskrise vor allem klein- und mittelständische Firmen die Bedeutung des Familienbewusstseins erkannt haben.

Familienbewusste Personalpolitik erhöht die Produktivität aus dem Faktor Arbeit und stärkt die Bindung der Fachkräfte ans Unternehmen. Unternehmer und Geschäftsführer sehen im “neuen” Familienbewusstsein bei veränderter Demografie und einem erwarteten Fach- und Führungskräftemangels eine Investition in die betriebliche Zukunft. Als quasi Maßnahmenbündel, das trotz Kosten sowohl effektiv wie auch effizient ist.
Das aber gilt nur für knapp 300 weitere Unternehmen, Institutionen und Hochschulen, die während der vergangenen 12 Monaten das audit “berufundfamilie” - eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - erfüllt haben.

Dass sich Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz mit der Aktion aktuelle nur für weitere 300 Betriebe “auszahlt”, ist überraschend. Denn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die darin unterstützt werden, Familie und Beruf besser kombinieren zu können, kehren früher aus der Elternzeit zurück, fallen seltener aus und arbeiten produktiver. Zudem sind familienfreundliche Firmen als Arbeitgeber attraktiver, was eine zukunftsfähige, innovative Wirtschaft ins Leitbild aufnehmen sollte.

Weniger Skepsis wäre mehr!

Zu den 294 Arbeitgebern, die in 2010 und damit aktuell ein Zertifikat erhielten, zählen 134 Unternehmen, 124 Institutionen und 36 Hochschulen mit rund 360.000 Beschäftigte und 300.000 Studierende.
Die Gesamtzahl aller auditierten Arbeitgeber liegt jedoch mit 859 noch weit unter den Möglichkeiten, auch wenn zur Zeit rund 1,3 Mio. Beschäftigte und 1 Mio. Studierende vom audit einen Vorteil ziehen.

Einsetzbar in allen Branchen und Betriebsgrößen, erfasst das audit die bereits angebotenen Maßnahmen zur besseren Balance von Beruf und Familie, entwickelt systematisch das betriebs-individuelle Potenzial und sorgt mit verbindlichen Zielvereinbarungen dafür, dass Familienbewusstsein in der Unternehmenskultur verankert wird.

Na, also: Geht doch!

Vom Leben im Alter - Aber wann bin ich alt…?

Kennen Sie das? Ein strenges Nordic-Walking gegen 13.30 Uhr und nach einer Stunde des Gesund-Laufs merken Sie, dass dies doch recht anstrengend war. Subjektiv empfunden gar beschwerlicher als noch im vergangenen Jahr. Ja oder Nein! Merken Sie, dass Ihre Lust aufs Nichtstun höher ist als noch vor zwei Jahren? Ja oder Nein? Sind Sie vielleicht doch schon “alt”, auch wenn Sie mit 61 noch Jeans von H&M tragen und Sie sich lässig im (echten) Polo-Hemd über “Lena” unterhalten…?!

Hat auch so mancher Zweifel daran, dass die Arbeitsbedingungen sich gegenüber denen des ausgehenden 20. Jahrhundert tatsächlich verbessert haben, wenn dies auch mindestens für die medizinische Versorgung gilt, und wir auch mit dem Euro nicht unbedingt einen höherer Lebensstandard haben, mag schon sein, dass die Lebenserwartung der Menschen bis dato deutlich gestiegen ist.
So fühlt sich die Mehrheit der aktuell älteren Menschen zwar immer jünger, doch hat sich eigentlich nur die Grenze zum Alt sein verschoben. Wozu es auch eine Mehrheit gibt, ist die, die unsicher sind über die finanzielle Absicherung im Alter. Stellt sich doch in jedem Fall - ob mit 55, 60 oder 65 - die Frage: wie, wo und wovon soll der Einzelne, das Paar, die Eheleute im Altersruhestand leben?

Ist es das eigene Haus, in dem man mit Enkeln, Kindern und einem gesunden Mann ganz “easy” zusammen lebt? So, wie es früher war? [ Bei wem und wann war das eigentlich so?] Und noch dazu finanziell unabhängig. Toll, wenn ein 20-Jähriger davon träumt, oder wenn er sich vorstellt, er könne auch im Alter in “seiner WG” leben.

Markiert sich als erstes die Frage, wer sich denn ein Haus überhaupt hat leisten können, ob die Kinder dort einen Job bekommen, wo der Senior lebt und wer welchem Altersgenossen hilft, wenn die Hilfe denn gebraucht wird.

Ist das Alter noch in weiter Ferne, denkt keiner an den eigenen (!) 60. Geburtstag. Ob man dann nämlich noch was ganz anderes lernen oder studieren kann und will oder man bereits hilfsbedürftig ist, weil Parkinson, Prostata-Krebs oder Alzheimer zugeschlagen haben, ist Schicksal.
Was aber gilt heute aus jugendlicher Sicht zum Altwerden und Alt sein? Etwas Positives? Nach der jüngsten Shell Jugendstudie verbinden Jugendliche damit Fitness, Aktivität und Offenheit für Neues. Grad so wie bei Oma und Opa…!?

Wenn die ETW drauf geht…

Wer mit 20, 45 oder 760 Lebensjahren noch keinen Blick ins Alten- und Pflegeheim hat werfen müssen, dem mag es so vorkommen, dass Alt sein nicht mehr wie früher mit negativen Vorstellungen verbunden ist, wie zum alten Eisen zu gehören, als Rentner ins Altenheim abgeschoben zu werden, arm, einsam, krank und gebrechlich zu sein.
Denn angeblich ist es nur eine Minderheit älterer Menschen, denen es so geht. Doch der Schein trügt. Auch wenn die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland bei Arbeitslosigkeit, bei Krankheit oder Unfall unterstützen, wer pflegebedürftig wird und eben nicht von Angehörigen gepflegt werden kann, weil diese bereits auch 60 Jahre und älter sind, dessen Angehörige werden schneller erkennen, als ihnen lieb ist, wie die Eigentumswohnung ETW, die Opa der Oma hinterlassen hat, von den Zuzahlungen im Alten- und Pflegeheim aufgezehrt wird. Das geht “ratz-fatz”!

Was die Alten wohl noch kosten…

Hat Deutschland schon jetzt eine der ältesten Gesellschaften der Welt, heißt dies, es gibt heute mehr als fünfmal so viele 80-Jährige wie vor 60 Jahren. Zahlreicher werden diejenigen, die auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, was meist um die 80 Jahre und älter beginnt.
Und weil jede Frau in den nächsten 50 Jahren kaum mehr als 1,4 Kinder bekommen wird, die Lebenserwartung weiter steigt und die Zu- und Auswanderungen sich kaum verändert, wird der demografische Wandel die arbeitende Bevölkerung vor ganz andere Fragen stellen, als die, ob man mit Oma unter einem Dach leben will.

Und so kann auch der klassischen Lebenslauf nicht bleiben. Schon spricht man bei der EU über die Lebensarbeitszeit bis 70, wobei schon der Gedanke an noch ältere Lehrer einem erschaudert.
Und weil auch noch gebrochene Berufs-Biografien den Menschen begleiten, wird es ohne lange Lebensarbeitszeit der jungen Generation und viele, viele Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung nicht gehen.

Ob traditionelle Großfamilie oder politisch geförderte Mehrgenerationenhäuser, noch kann der Einzelne gut reden, wie es den mal mit “den Alten” sein könnte. Solange jedoch der “Egomane” als Leitbild das Lebensziel darstellt und viele Singles sich kaum noch binden wollen, werden sich die derzeit Jungen noch lange sorgen müssen, dass immer mehr ältere Menschen versorgt, gepflegt und in die Gesellschaft integriert werden müssen.
Und mit Oma und der Schwägerin samt ihren Gören unter einem Dach….ich weiß nicht!

Bitte, nicht! - Rürup-Konzept für Familienpflege 2010

Wer hat Zeit, Raum und Gesundheit dazu…?

Luise B. ist 93 Jahre alt bei hoher Vitalität, und nur die arthritischen Knie schmerzen, seit sie sich mit 88 Jahren einer ambulanten Knie-Punktion unterziehen ließ und dabei einen Infekt fing, der beschwerlich zu therapieren war. Jetzt geht sie recht flott am Rollator, hat ein freundliches Appartement im städtischen Spital, zahlt aus einer guten Portion Erspartem 300 Euro auf die Witwenrente dazu, auf dass die Heimunterbringung von 50 Euro je Tag bezahlt ist. Das nun hat mit Statistik gar nichts zu tun.

Und so kann eine Allensbach-Umfrage noch so seriös sein, dass aber zwei Drittel aller Berufstätigen ihre Angehörigen im hohen Seniorenalter zu Hause pflegen wollen, kann kaum geglaubt werden. Ist nämlich eine Mutter 93, sind Sohn oder Tochter zum Beispiel 61 oder 62, was körperlich wohl kaum zulässt, das Mutter Luise im Haushalt von Sohn oder Tochter “gepflegt” werden wollte oder auch nur versorgt sein könnte.
Was also soll die soziologische Befragung dazu, wer als Arbeitnehmer gerne zuhause Angehörige pflegen wolle, wenn zu allem noch die Arbeitgeber wenig Möglichkeiten bieten, Pflege und Beruf zu vereinbaren. Und vor allem auch die räumlichen Gegebenheiten in einer Wohnung unter 90 Quadratmetern mit nur einem Bad gar nicht zuleisten ist.

Wer hat Platz für Oma?

Wenn in Deutschland inzwischen rund 2,25 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen und mehr als 1,5 Millionen von ihnen zu Hause versorgt werden - durch Angehörige und ambulante Dienste - ist kaum zu glauben, dass auch 65 von 100 Berufstätigen ihre Angehörigen möglichst selbst betreuen und versorgen wollen.
Dem widerspricht nämlich nicht nur, dass Beruf und Pflege sich kaum vereinbaren lassen, viel eher sind es auch die wohnlichen Verhältnisse, unter denen eine “Pflegefall” nicht doch das Maß des räumlich Zumutbaren und der Einschränkung bisheriger Gewohnheiten übersteigt.

Was also immer eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums “belegen” mag, es ist kaum vorstellbar, dass 79 von 100 befragten Arbeitnehmern bei bestem Gewissen erklärt haben könnten, Familie und Pflege seien leider (?) und entgegen ihrer Fürsorge nicht gut vereinbar. Aber wie auch…?
Wenn nun hier ein politisch neu-zeitliches Modell der Familienpflegezeit ansetzt, muss dies im Zusammenhang damit gesehen werden, dass angeblich viele Familien sich der schwierigen Aufgabe stellen und einen Angehörigen selbst pflegen.
Wer dies vermag und auch noch voll im Berufsleben steht, kommt schnell an seine Grenzen, gibt im Mai 2010 auch die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zu bedenken.

Wer jedoch arbeitsrechtlich die Möglichkeit nutzen will, um für die häusliche Pflege ein halbes Jahr aus dem Beruf auszusteigen, der muss wissen, dass diese Freistellung unbezahlt bleibt. Eigentlich auch logisch. Weshalb also auch viele Menschen fürchten, dass dieser finanzielle Mangel auch zu einem berufliche Nachteil führen könnte.
Jetzt will also die Politik mit der Familienpflegezeit jenen Berufstätigen helfen, die verantwortlich für ihre Angehörigen häuslich pflegen wollen.

Mutter gefällt es im Heim!!

Kritiker glauben nun nicht sofort an diese “moderne Sozialpolitik”, obwohl das Modell (!) vorsieht, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, dabei dann aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen.
Der Ausgleich ist dann gegeben, wenn man später wieder voll arbeitet, und weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts bekäme, Solange, bis das Zeitkonto
wieder ausgeglichen ist.
Provokant bleibt die Frage, ob er als normaler-Büro-Arbeitnehmer weiß, wie eigentlich häuslich zu pflegen ist, und ob nicht nur deshalb dieser Schritt “gewagt” wird, weil eben der hoch betagte Pflegefall in Stufe I bis III nur deshalb nicht ins Alten- und Pflegeheim kann, weil dessen Rente und Erspartes nicht reicht. Ganz abgesehen von den Zuzahlungen, die das immobile Vermögen aufzehren oder was Sohn oder Söhne, Tochter oder Töchter zuleisten im Stande sind.

Als Arbeitnehmer bereits im Vorfeld einer erwarteten Pflegebedürftigkeit Arbeitszeit für die Pflegephase auf einem Wertkonto ansparen, ist aus sachlicher Betrachtung kaum jemandem zumutbar.
Und wie begeistert Arbeitgeber über eine Pflegephase sind, muss offen diskutiert werden.
Und wieder mal ist es ‘Professor Rürup’, für den flexible Arbeitszeiten das zentrale Instrument zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sind.
Zusammenhang mit der Familienpflegezeit hat er ein Konzept erarbeitet, das
während der Pflegephase gewährte Lohnvorauszahlungen gegen die Lebensrisiken
absichert.
Dies geschieht in Form einer Versicherung, die mit Eintritt in die Familienpflegezeit vom Arbeitnehmer abzuschließen ist, lediglich geringe Prämien erfordert und mit dem letzten Tag der Lohnrückzahlungsphase der Familienpflegezeit endet.
Danke, Herr Rürup, bitte nicht!

Frauenarbeitsplätze contra ‘Minimal-Prinzip’ !

Wie konkret ist ‘Familienfreundlichkeit’ ein harter Wettbewerbsfaktor?

Ohne es zu wissen, darf angenommen werden, dass wenigstens 30 Tage eines jeden Jahres irgendwie als “Internationaler Tag” für irgendetwas gelten. Der 15. Mai - viele haben es bislang nicht gewusst - ist Internationalen Tag der Familie. Dazu würdigt dann auch Bundesfamilienministerin das Engagement ‘lokaler Bündnisse’ für eine familienfreundliche Standortpolitik. Nur, wer kennt diese Bündnisse und wo gibt es diese?

Da liegt dann auf der Hand, dass aus Anlass des Internationalen Tages der Familie dann die “Lokalen Bündnisse für Familie” zu einem bundesweiten Aktionstag einladen. Motto: “Wir gewinnen mit Familie”.

Wer aber ist “wir”, wenn an über 340 Orten in Deutschland “lokale Aktivitäten” präsentiert werden, wie Familie und Beruf vereinbar sind und besonders familienfreundliche Unternehmen ausgezeichnet werden?

Somit bleibt es ohne bewusst wahr genommene Berichterstattung in den Medien wohl dabei, dass immer mehr Berufstätige einen Arbeitsplatz suchen, der zulässt, Familie und Beruf vereinbaren zu können. Und weiter?
Geht es doch nicht nur um Kinder, sondern in zunehmendem Maße auch um die Zeit, die für die Pflege von Angehörigen” benötigt wird. Ein Problem, das sehr wohl auch beim Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend so gesehen wird.

Unternehmensprinzip ist Minimal-Prinzip

Wieviel Recherche ist aber erforderlich, um diejenigen Unternehmen und Kommunen zu erkennen, die aktuell - und ohne Blick auf die Kosten - in familienfreundliche Projekte investieren? Wohl wissend, dass man nicht nur an Image gewänne, sondern auch die demografische Entwicklung und den Arbeitskräftemangel besser bewältigen könnte. Wen man nur als Einzelner oder eben als Einzelne Einfluss hätte auf eine Familienfreundlichkeit, die heute nicht nur Kindergarten-Platz heißt, sondern auch Finanzierung, Betreuungszeiten und Gebühren. Wie aber ist dies ein “harter Wettbewerbsfaktor” und wer muss den erkennen…?
Der “Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010″ gäbe zu erkennen, so die ministerielle PR, dass immer mehr deutsche Firmen trotz Wirtschaftskrise auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzten.
Wieviele Unternehmen aber befragt wurden, von denen 93 Prozent bereits familienbewusste Maßnahmen eingeführt haben sollen, bleibt für den abhängig Informierten oder eben Uninformierten offen.
Geht es tatsächlich aufwärts, gar als “großer politischer Erfolg”? Und der auch über die Lokalen Bündnisse?
Ist doch die Initiative ‘Lokale Bündnisse für Familie’ erst 2004 geboren worden, was seither eine familiengerechte Infrastruktur vor Ort auch den Ausbau der Kinderbetreuung auch für Kinder unter drei Jahren unterstützen sollte. Sind aber die Kommunen dazu auch ausgestattet?
Als Schlagwort-Szenario liest sich das nämlich toll: Die Stärke der Bündnisse ist, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Genau das brauchen wir, so die Ministerin Schröder.

Das macht dann: 13.000 Akteure, 615 Bündnisse mit 5.000 Unternehmen in rund 5.200 Projekten. Bei vier von fünf Bündnissen sind Unternehmen, Kammern oder Wirtschaftsverbände aktiv, fast alle der bundesweit 80 Industrie- und Handelskammern sind Partner in einem Lokalen Bündnis.

Was aber hat Gerlinde Lehmann davon ? Sie ist 32, geschieden, 2 Kinder (3 und 8), alleinerziehend, monatliches Einkommen als Verkäuferin netto 1220 Euro, wohnhaft in XYZ…
Doch der Ort XYZ ist nicht auf der Aktions-Orts-Liste drauf!

Weitere Informationen zum Aktionstag der Lokalen Bündnisse für Familie und zur Initiative auf www.aktionstag2010.de und www.lbff.de

Ideal: Arbeitsende 14 Uhr

Wann ist der Arbeitsplatz optimal und gesund ?

Zweifelsfrei! Das Betriebsklima wirkt auf die Gesundheit

“Sie nennet sich Kollege, weil sie sich so mege”, weiß der Schwabe, und am Betriebsklima ist jeder mit schuld. Schuld!? Für Schlauberger ist eine Erkenntnis kaum wissenschaftlich: als beste Arbeitsumgebung gilt die, für die der Betriebsleiter seine Arbeitsanforderungen an den Bedürfnisse der Mitarbeiter orientiert.

Wenn diese Einsicht jetzt aus Spaniens Sozialwissenschaft her schwappt und dort von einem Gewerkschaftsinstitut für Arbeit, Umwelt und Gesundheit bei 7600 Angestellten erhoben wurde, kann die Frage nicht neu sein: wie muss der Arbeitsplatz aussehen, damit Mitarbeiter körperlich und geistig gesund bleiben. Antwort: Hängt davon ab, wie der Betrieb die Aufgaben aus der Arbeit regelt.
Auch wenn man die eigene psycho-soziale Befindlichkeit als Arbeitnehmer nicht kennt, ist man beruflich abhängig von Mitsprache, Teamwork, Kompetenzverteilung, Entwicklungsmöglichkeit, vorhandenem Wissen und inhaltlich sinnvoller Tätigkeit.
Ist dazu dann die Anstellung unbefristet, das Gehalt am Stundenausmaß und an der Art der Arbeit orientiert und liegt die Arbeitswoche zwischen 31 und 40 Stunden (als ideales Arbeitsende gilt 14 Uhr) wäre alles ganz easy*
Für die bisher praktizierte Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie gibt es insofern keine *spanische” Überraschung. Weiß man dich hirzulande längst , dass der große Stress, der psychosozial belastet, sich meist im Privatleben aufbaut.
Familiäre oder partnerschaftliche Störungen, Freizeitstress und unerfüllte materielle Wünsche werden an den Arbeitsplatz mitgenommen, woraus der Einzelne oft ineffizient die Arbeitsaufgaben erledigt.
Damit hat aber der Arbeitgeber eher keinen Einfluss auf persönliche Hintergründe, Bedürfnisse, Arbeitshaltung und andere nicht arbeitsbezogene Faktoren.

Psychosoziale Fehlbelastungen

Bei andererseits zunehmenden psychischen Belastungen am Arbeitsplatz setzt sich so manche Unternehmensleitung mit den Problemen und möglichen Lösungen auseinander.
Dahinter steckt dann aber auch das betriebswirtschaftliche Interesse, weil nur mit zufriedenen Arbeitnehmern deren Effizienz und deren Produktivität stimmen.
Arbeitsmedizinisch sind ausreichend Kriterien bekannt, aus denen eine psychosoziale Fehlbelastungen entstehen kann. Als Ergebnis aus geringem Handlungsspielraum und wenig nur an Weiterbildung und Entwicklung entsteht Frustration, wobei oft auch ein günstiges Feedback zur eigenen Leistung versäumt wird…
Die Liste mit inhaltlicher oder mengenmäßiger Überforderung, Arbeitsunterbrechung, Umweltbelastung, fehlender Information und mangelnder Mitsprache ist lang.

Subjektive Meinung des Einzelnen

Psychisch belastend sind Faktoren wie Lärm, Hitze, Staub, Kälte, Vibration, Schadstoffe, körperliche Dauerbelastung und Termindruck. Über deren Wirkung können betriebsinterne Daten Krankenstände, öffentlich geäußerte Beschwerden, Überstunden oder Arbeitsunfälle aufklären.
Doch nicht alle Probleme sind erkennbar. Oft ist es Stress mit Vorgesetzten, sind Mobbing, Qualifikationsdefizite oder das Betriebsklima schuld an der Misere.
Dagegen ist sinnvoll, psychische Belastungen die subjektive Meinung des Einzelnen zu erfragen, denn das subjektive Empfinden wechselt schon bei der Frage nach der richtigen Raumtemperatur…

Wenn man das Leben rein pekuniär betrachtet…

„Mit Geld ist es nur unwesentlich besser, als es ohne Geld schlechter ist!“ - Der dies äußerte, ist die Comic-Figur Rabenau und man hat ihn wohl schon erleben lassen, was es heißt: Wer besonders viel verdient, ist weniger großzügig als Normalverdiener.
Ein Fazit, zu dem ausgerechnet (dieser Blog-Beitrag stammt vom Mai 2010) ein Ökonom mit griechischen Wurzeln komm, der als Nikos Nikiforakis an der Universität Melbourne forschte.

Er wollte wissen, welchen Einfluss eine hohe Arbeitsvergütung darauf hat, wie jemand mit anderen teilen will. Ergebnis: je mehr eine Person verdient, desto geringer wird der Wertanteil, den sie bereit ist an andere zu geben.

Im Test ordneten sich die Teilnehmer an der Studie den Regeln eines Spieles unter. Dessen Verlauf regelte das “Spielgehalt” für das weitere Experiment. Auf das zählbare persönliche Ergebnis mussten die Teilnehmer entscheiden, ob sie einen Teil der Einnahme einem oder mehreren Mitspielern abtreten wollten. Die Geber und Empfänger handelten anonym, damit ohne sozial-strategische Überlegungen nur das “Geben um des Gebens willen” erkennbar wurde. Allen Spieler wussten, dass sie Schluss in echtem Geld belohnt würden.

Wichtig, woher „die Kohle“ stammt

Die Ergebnisse waren schließlich markant, deutlich, ja auch überraschend: diejenigen Probanden, die das höchste Einkommen erzielt hatten, lagen mit ihrer Chance aufs Teilen dreimal niedriger als jene, die weniger weniger gut ausgestattet blieben.

Für den Spielleiter ergab sich, dass ohne taktische Beziehungen jene die größten Egoisten sind, die am härtesten und mit Engagement für ihr Gehalt gearbeitet haben.
Das nun kann nur an der grundlegenden sozialen Einstellungen des Einzelnen liegen. Menschen, die als nett gelten, so die These, arbeiten demnach weniger hart gegen Entlohnung, da sie eher auf ihre Umgebung und deren Hilfe vertrauen, und wer egoistisch ist, der hält auch andre für egoistisch.

Das Ergebnis verschob sich, als der Zufluss an Gehalt zufällig verteilt wurde. Die Unterschiede im Teilen zwischen Besser- und Schlechter-Verdienenden glichen sich aus. Es dürfte somit darauf ankommen, womit man sein Geld verdient. Denn nicht alle Spitzenverdiener dürfen als Egoisten eingestuft werden. Menschen, denen das Geld zufällt - wie etwa in einer Lotterie oder durch eine Erbschaft - sind eher zum Teilen bereit als solche, die es durch die Mühen der Arbeit oder mit Stress erworben haben.

Was macht jemanden großzügig?

Unklar blieb, ob höheres Einkommen geiziger macht oder ob Geiz das Einkommen erhöht. Dieser Diskurs erinnert an die Ur-Alt-Frage: Henne oder Ei?

Für Vertreter der Wettbewerbsökonomie in Düsseldorfer gilt aber als relevant , dass das Studienergebnis überall dort gelte, wo es auf individuelle Hilfsbereitschaft ankomme. So erhalten Hilfsorganisationen Großspenden zwar auch von den Großverdienern, doch sei es nicht eben auch diese Gruppe, die einen überraschend hohen Anteil ihres Einkommens spende.

Das Geben um des Gebens willen kommt nach Ansicht der Wissenschaft auf zwei Arten zustande. Da ist der Spender, der sich tatsächlich für eine gesteigerte ‘Wohlfahrt’ anderer interessieren und er wegen der realen Ungleichheit spendet, die er nicht mag.
Oder der Spender ist eine Person, die sich und andere durch Spenden überzeugen wollen, dass sie gute Menschen sind. Wer dies so sehen wolle, der habe zwar Respekt vor anderen, doch stehe deutlich auch die Selbstachtung im Vordergrund und weniger die Bedürfnisse anderer…

Wie du mir, so ich dir…

Was aber ist Schwarzarbeit?

Wer eh nicht aus “Schaffhausen” kommt und auf gegenseitige Hilfe, wobei auch immer, keine Lust hat, für den ist es am einfachsten: er leistet überhaupt keine Gefälligkeitshilfe. Da aber Freundschaften, Nachbarschaft und auch Bekanntschaften zu pflegen sind, ist kaum vorstellbar, dass man jemanden bei dessen privaten, meist baulichen Vorhaben nicht doch hilft. Alles andere wäre nämlich lebensfremd.

Drum, so diejenigen, die ein Auge drauf haben, weil ihnen als Handwerker Umsätze nicht vergönnt sind, ist eine Abgrenzung sinnvoll, ab wann man(n) in die “Gefahrenzone Schwarzarbeit” kommt.
Ob dem Kumpel das Auto reparieren oder beim Renovieren mit anfassen - so mancher hilft tatsächlich gern. Wer aber beruflich als Handwerker gilt, sollte darauf achten, dass er nicht zum “Schwarzarbeiter” wird.

Was erlaubt ist!

Wer ein gewerbliches Unternehmen führt, der kann - wie jedem Geschäftspartner - auch Nachbarn, Freunden, Verwandten eine Leistung mit Rabatt und Skonto anbieten. Der Nachlass darf aber nicht so hoch sein, dass nicht mindestens die Selbstkosten gedeckt sind und es muss eine ordentliche Rechnung gestellt werden.
Liegt der Preis der Leistung unter dem Wert der Selbstkosten, greift die Mindestbesteuerung nach Paragraf 10 Umsatzsteuergesetz. Dann nämlich verlangt das Finanzamt nachträglich vom Betriebsinhaber mehr Umsatzsteuer, die aber dem Nachbarn nicht nach belastet werden kann. Da bleibt man also besser im Rahmen des auch sonst auch üblichen Rabatts..

Privat fließt meist kein Geld

Wer privat mit Hand anlegt, der darf nach Paragraf 1 Schwarzarbeits-Bekämpfungs-Gesetz einer ganzen Reihe von Personen kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt helfen.
Das sind dann der/ die Verlobte, der Lebenspartner, Verschwägerte gerader Linie (also Eltern-Kind), Geschwister, Nichten und Neffen, Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten, Onkeln und Tanten, Pflegeeltern, Pflegekindern, anderen Personen und Nachbarn, sich selbst, Angehörigen und anderen unentgeltlich oder im Neubaugebiet auch auf Gegenseitigkeit mehrerer Baustellen.

Doch Vorsicht! Der private Einsatz darf nicht auf Gewinn gerichtet sein. Da eine solche Trennung Betrieb-Privat beim Unternehmer schwierig ist, sollte man vor der Leistung den Steuerberater oder Rechtsanwalt fragen.
Je näher man den Personen steht oder je näher man bei denjenigen wohnt, denen man helfen will, desto eher wird Gefälligkeit oder Nachbarschaftshilfe angenommen.

Was nicht erlaubt ist!

Gewerbliche Leistung als private zu erklären, ist dann nicht möglich, wenn Mitarbeiter, Fahrzeuge, Werkzeuge einer Firma eingesetzt werden und die Leistung nicht oder zu gering abgerechnet wird. Das bedeutet Schwarzarbeit. Außer einer Strafe folgen Nachzahlungen bei den betrieblichen Steuern, bei der Lohnsteuer und bei den Sozialabgaben.
Doch auch wer Angehörigen oder Nachbarn privat gegen reguläre Bezahlung hilft, ohne dies als Einkunftsart bei der Steuererklärung anzugeben, arbeitet schwarz. Dies gilt auch, wenn die Nachbarn später im Gegenzug gegen Bezahlung helfen.

Im Netz ist viel zu finden

Wer genauer wissen will, wie Schwarzarbeit gesetzlich definiert wird, wer wissen will, wie der Zoll vorgeht und wie Privatkunden von Aufträgen gegen Rechnung profitieren, für den sind diese Links informativ!

www.gesetze-im-internet.de/schwarzarbg_2004/index.html
Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG, Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung) zum Nachlesen.

www.zoll.de
Die Bundeszollverwaltung ist für die Bekämpfung der Schwarzarbeit zuständig. Verschiedene Infos zum Thema sowie aktuelle rechtliche Neuerungen findet man unter FKS (Finanzkontrolle Schwarzarbeit)

http://www.fm.nrw.de/allgemein_fa/steuerzahler/aktuelles/haushaltsnahe_dienstleistungen/index.php
Dort findet man den Download zum Thema „Steuerliche Absetzbarkeit von Haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen“, der die jüngsten Änderungen berücksichtigt. Auch beim Zentralrat de Deutschen Handwerks gibt es dazu einen Flyer.

Hey, Cowboy….dein Fahrrad-Sattel…!

Geht’s um ‘Sättel’, denkt der Normalbürger am ehesten ans Pferd und zweitens dann an sein Fahrrad. Schließlich hockt so mancher Reitersmann und so mancher Freizeit-Pedalritter gleich mehrere Stunden die Woche auf dem Ross oder auf dem Zweirad. Gut zu sitzen ist dann allerdings ein Anspruch, der nicht in jedem Fall auch optimal erfüllt wird.

Das wissen all jene, deren Gesäß mit allem, was dazu gehört, so ganz und gar nicht mehr gern aufs Rad hocken. Grund: ihr ‘Perineum’, der Bereich zwischen After und den äußeren Geschlechtsteilen, ist durch eine typisches Männer-Problem oder auch die Prostata-OP deutlich beeinträchtigt.

Da bleibt nicht aus, dass sich Spezialisten der Kontaktstellen des Radlers auf seinem “Geppel” annehmen: Griffe, Lenker, Einlegesohlen, Pedale und
natürlich die Sättel. In Tests der deutschen Fachmagazine und in medizinisch wissenschaftlichen Prüfungen gilt in diesem Zusammenhang “SQlab” als derzeit erfolgreichste Sattelmarke.

Wer anders als ehemalige Moto Crosser oder Down-Hill-Fahrer, deren Körper stark strapaziert wird, sowie Urologen und Experten für Radfahrerleiden konnten das Problem ‘Sattel’ am besten angehen: Sättel zersägen und wieder aufpolstern, Rad fahren, Sattel und Manneskraft in Verbindung bringen, sich der Anatomie widmen und Beckenmodelle studieren.
In Kombination mit hochempfindlichen elektronischen Druckmesssystem und mittels Videoanalyse wurden Sportwissenschaftler und MTB-Nationalfahrer eingebunden. Über 10 000 RadlerInnen wurden vermessen und zu ihren Sitzproblemen befragt.

Sitzt, passt und hat Luft…

Fordert man: “Ein Sattel muss passen wie ein Paar Schuhe!”, ist die Idee eher einfach: man setze sich auf ein Stück Wellpappe, wodurch die Position der Sitzknochen sich abdrückt und deren Abstand wichtige Erkenntnisse liefert.
Aus den Messwerten werden unzählige Proto-Typen geschliffen und ge-shapt, bis ein ganz simples Konzept übrig bleibt: der Stufensattel mit tiefer liegender Sattelnase und unterschiedlich breit wie bei Schuhen.
Das bio-mechanische Ergebnis: das Körpergewicht liegt nicht mehr auf dem empfindlichen ‘Damm’, sondern auf den Sitzknochen.
Fazit: Ein passender Sattel ist einer mit individuellem Sitzknochen-Abstand. Das Konzept einer Vermessung bietet nun das angenehmere, gesündere und effizientere Rad fahren.

Auf ähnliche Weise entstanden ein ergonomisch perfekter Reit-Sattel, Einsätze für Radhosen, ein Schnürsystem für Bergschuhe und ein Projekt für einen OP-Tisch zur Hüft-Arthroskopie.

Übers Rad fahren und für zahllose Prostata-Patienten wurde so eine eher vernachlässigte aber doch beeindruckende Funktion des Körpers in deren Besonderheit erkannt, Rückenleiden werden minimiert und das Sitzen wird komfortabel und das Konzept wurde zur Geschäftsidee und zur Firmen-Philosophie.

Weitere Infos unter www.sq-lab.com

Ordnung contra organisiertes Chaos!

Selbsttest: Wie bin ich / wie sind wir organisiert?

“Wer Ordnung hält, ist zu faul zu suchen!” Oder “Ordnung ist das halbe Leben!”, weiß der Volksmund. Doch gilt auch die pädagogische Form: Ordnung ist die Grundlage der Erziehung!

Als Betriebsleiter, als Vorgesetzter oder als Amtschef ist allen dreien klar: jede Minute, die ein Mitarbeiter mit der Suche nach irgendwas verplempert, verursacht unproduktive Kosten.
Nun ist solcherlei Suche in der heimischen Werkstatt, in der Küche (?), in der häuslichen Garage oder auf dem Dachboden manchmal gar entspannend. Da bedarf es keiner Organisationsberatung.
Auch nicht dazu, sich im Selbsttest zu helfen, die Schwachstellen im privaten Geschehen zu entdecken…oder etwa doch? Als, nix wie ran!

Und so prüfe man(n) oder frau, was sich zuhause als sinnvoll anbietet…
!! Markieren Sie mit Ja, stimmt! oder mit Nein, stimmt nicht!!

_Es sind nur noch aktuelles Material, zugehörige Werkzeuge und Maschinen greifbar. Also: keine alten Zeitungen, keine vergessene Staubsaugerdüse und keine ausgebaute Brühgruppe des Kaffee Vollautomaten.
_In den verschiedenen Räumen liegt nur Material, das dort auch für die Hausarbeit gebraucht wird.
_ Sonstiges hat einen definierten Platz.
_Werden Vereinbarungen eingehalten, muss nicht mehr aufgeräumt werden, um Platz und Ordnung zu schaffen.
_Das Standard-Verbrauchsmaterial, das täglich benötigt wird (z.B. Schuhcreme, Filter-Tüten oder Klo-Papier), ist greifbar in günstiger Nähe des Verarbeitungsplatzes.
_verderbliches Material wird dort gelagert, wo es dem Sinn angeordnet sein müsste (also Frischmilch im Kühlschrank).
_Reste, wie Kartoffelsalat, werden verteilgerecht definiert.
_Vorräte für die Küche kann korrekt über eine Pinnwand oder Notizblock vor-kommissioniert werden.
_Kleinteile, wie Klebefilm oder Heftpflaster, sind zum Bedarfszeitpunkt jederzeit auffindbar und werden von jedem Familienmitglied gefunden.
_für persönliche Bestellungen sind zur Entlastung der haushalts-führenden Person alle Familienmitglieder zuständig
_jedes Mitglied der Familie unterstützt die Kontrolle zu offenen Bestellungen
_für standardisierten Bestellablauf, wie jede Woche 500 Gramm Kaffee, ist die Haushaltsführung zuständig
_ alle Familienmitglieder dürfen eingehende Güter ohne nach zu fragen probieren
_Doubletten bei Bestellungen sind zu vermeiden (gilt nicht für Süßigkeiten)
_eine separate Warenannahme wird nicht praktiziert
_der Einkäufer checkt den Wareneingang auf Termin, Vollständigkeit und Mängel
_es ist ausreichend Platz zu schaffen, damit jedes Gut nur einen definierten Lagerort hat
_muss eine Bestellung ergänzt werden, verringern sich die individuellen Reste an Freizeit
_Materialreste, wie Kartonagen, verbleiben nicht in der Wohnung
_auch bei geringen Beständen bleibt der Haushalt auch an Wochenenden ohne Bestellaufwand arbeitsfähig
_operativer Stress entsteht nicht bei konsequenter Lagerhaltung ( eventuelle Ausnahme: Klo-Papier bei spontanen Magen-Darm-Infekten)
_die Haushaltsführung plant auch ohne Blick auf den Güterbestand im Haus
_Suchzeiten gibt es keine. Alles hat den definierten Lagerort.

Nicht vergessen: Markieren Sie mit Ja, stimmt! oder mit Nein, stimmt nicht!!

Achtung “IGeL”! Was Ärzte so alles anbieten …

Wer bei der AOK oder einer Ersatzkasse kranken-versichert ist, der benötigt für den Facharzt meist eine Überweisung und seine Versichertenkarte. Die Leistung des Arztes wird dann mit der Krankenkasse abgerechnet. Kaum ein Patient, weiß, was er mit seinem Besuch in der Sprechstunde an Kosten verursacht hat. Viel eher erhält er statt dessen als einer von jeweils drei Patienten Kenntnis von ’stacheligen Angebote’ in der Praxis. Es sind die IGeL, die “Individuellen Gesundheitsleistungen”, die nicht als Kassenleistung gelten.

Der Patient muss diese frei wählbaren Zusatzleistungen eines Arztes selbst zahlen, was 1998 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eingeführt wurde, um den Ärzten zusätzlichen Umsatz für Kostendeckung und Gewinn zu ermöglichen.

Während nach Sozialgesetzbuch Leistungen der GKVen “ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich” sein müssen, sind alle anderen ärztlichen Leistungen vom Patient selbst zu bezahlen. Beispiel ist die Impfberatung und die Impfung vor einer Fernreise.

Auch die Tauglichkeit für bestimmte Sportarten, wie das Tauchen, bedürfen eines ärztlichen Attests, für dessen Kosten nicht die Solidargemeinschaft belastet werden soll. Klar, dass auch Schönheits-OP’s nicht von der GKV getragen Dies alles gilt auch für viele alternative Heilmethoden, von der Ozontherapie bis zur Sauerstoff-Anreicherung des Blutes.

IGeL im “ärztlichen Sortiment”

Meist jedoch fallen IGeL-Leistungen der Ärzte unter die Vorsorge, die von den Kassen nur bei besonderem Risiko bezahlt wird. So sind es Gynäkologen, Augenärzten, Hautärzten und Urologen, in deren Facharztpraxen diese Leistungen mehr als dreißig Prozent der Einnahmen ausmachen.
Eine komplette IGeL-Liste gibt es dennoch nicht; jeder Arzt kann sich eigene Angebote ausdenken: Akupunktur, Manager-Gesundheits-Check, Vitaminkuren oder Ozontherapie.
Was jedoch als Leistung der Kasse angesehen wird, und diese trotzdem nicht zahlen, sind Ultraschall-Untersuchungen an der weiblichen Brust, der PSA-Test für Männer oder die Messung des Augen-Innendrucks.
Ist nun der konkrete Nutzen nicht belegt, blockieren die Kassen den wertmäßigen Ausgleich.
Wurde eine IGeL-Leistung erbracht, wird nach der Gebührenordnung der Ärzte, der GOÄ abgerechnet: ein EKG liegt bei knapp zehn Euro, eine Messung des Augeninnendrucks bei knapp 15; doch kann der Arzt auch das dreieinhalb-fache abrechnen.

Falscher Sattel - falscher PSA-Wert!

Obwohl bei jüngeren Frauen mit dem Ultraschall an der Brust oft schon frühzeitig Krebs erkannt werden konnte oder über den PSA-Test beim Mann dessen Prostata-Leiden, tragen die GKVen diese Kosten nicht; grad mal 25 Euro.
Wohl auch deshalb, weil ein so genanntes Massen-Screening alle Probanden eines bestimmten Alters zu wenige Erkrankungen bei hohen Kosten erkennt.
Hinzu kommt beim Mann, dass das Prostata-spezifische Antigen (PSA), ein Körpereiweiß, das ausschließlich die Prostata bildet, auch dadurch verstärkt und somit “fehlerhaft” auftreten kann, wenn der Patient viel radelt ist ein harter Fahrradsattel. Drückt er bei der Fahrt zum Arzt gegen die Vorsteherdrüse, steigt der PSA-Wert ebenfalls an. Zurück zum Absatz