Monatsarchiv: April 2009

Des Volkes Wandel neben der Finanzkrise

Diskussion thematisiert den demografischen Wandel

Alter macht möglicherweise einsam. Muss Alter aber auch arm machen? Soziologen als Experten der Gesellschaftslehre sehen ein erhebliches Gefahrenpotenzial eher im demografischen Wandel als in der derzeitigen Finanzkrise. Und die Gesellschaft ist bereits geprägt, und das auch noch bei weniger Geld für Menschen im Alter? Keine akzeptable Vorstellung!

Doch das Terrain zur offenen Diskussion ist abgesteckt, die Problemfelder sind bekannt und die Bedeutung der Thematik ist den politisch bewussten Menschen geläufig: alle Lebensbereiche sind betroffen, wenn die Gesellschaft älter wird. Denn bis 2050 wird die Bevölkerung Deutschlands im Schnitt um zehn Jahre älter sein als noch im Jahr 2000.

Bereits in 2012 wird die Zahl von Personen im erwerbsfähigen Alter zurück gehen. Die 20-Jährigen werden 2030 nur noch die Hälfte der Personen der 60-Jährigen und der noch Älteren ausmachen.
Eine Prognose, die sich nicht nur auf die längere Rentenbezugsdauer auswirkt, die Hochrechnung hat auch Folgen bei den Schülerzahlen, bei den Berufseinsteigern und bei den Sozialabgeben der Berufstätigen als Beitragszahler bei der Rente gezeichnet.
Eltern werden nicht nur Erziehungszeiten in Anspruch nehmen, Angehörige werden sich künftig auch für Pflegezeiten von Familienmitgliedern einsetzen.

Sich dem demografischen Wandel politisch zu öffnen, erfordert also ein bewusstes Miteinander der Generationen: Ideengeber sind Jüngere, Ratschläge kommen vom erfahreneren Alter.

Dass Ältere geringer belastbar sind, ist keinesfalls erwiesen, und so ist die “Rente mit 67″ kein böses Omen. Eher ermöglicht eine längere Lebensarbeitzeit, von Erfahrungen zu zehren; ausgewogen und flexibel und mit Rücksicht auf körperliche Arbeiten, die mit 65, 67 oder gar 70 Jahren nicht mehr zumutbar sind.

Aktuell gültige und wirksame Tarifmodelle dürfen dabei nicht verworfen werden. Der Rente mit 67 kann auch eine Verrentung nach Berufsjahren entgegen gestellt werden. Nach 40 Jahren Berufsarbeit und mit den geleisteten Versicherungsbeiträgen ist nicht nur nach Ansicht von Gewerkschaftsfunktionären vom Individuum viel bis genug geleistet worden.
Das Thema birgt nun auch für Handwerker und den Mittelstand eine deutliche Problematik, geht es doch in tausenden Fällen um eine geregelte Betriebsnachfolge und damit um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Einkommen.
Gewerkschaften machen sich denn auch für flexible Lösungen bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und beim Thema “Arbeit für Frauen” stark. Denn bei Frauen liegt nicht nur für die Arbeitswissenschaft ein riesiges Potenzial brach, woraus die Leistungsmöglichkeiten genutzt werden müsse. Dazu müssen dann aber auch die Rahmenbedingungen stimmen und dazu zählt auch die Kinderbetreuung.

Impulsgruppe “Wirtschaftsfaktor Alter”

Tatsächlich was Neues? - Mehr Lebensqualität - mehr Chancen für Unternehmen

Nicht immer ist der Bürger davon überzeugt, wie das und was die Regierung tatsächlich will. Geht es jedoch darum, die ökonomischen Chancen des demografischen Wandels besser zu nutzen und gleichzeitig die Lebensqualität älterer Menschen verbessern, ist nicht nur im Super-Wahljahr 2009 ein “d’ accord” schon drin.

Die Bundesministerien für Familie sowie für Wirtschaft und Technologie haben dazu schon mal die Initiative “Wirtschaftsfaktor Alter” ins Leben gerufen. Ohne große Schlagzeilen hat Mitte April 2009 eine “Impulsgruppe” mit einer großen Zahl an Experten aus Wirtschaft und Verbänden, aus den Organisationen des Verbraucherschutzes sowie aus der Wissenschaft ihre Arbeit aufgenommen.
Man will dafür werben, dass generationengerechte Produkte und Dienstleistungen entstehen und dass sich dadurch auch Chancen für Unternehmen auf diesem Markt der Zukunft verbessern. Nun, wenn das mal reicht?
Glaubt man also den Beteuerungen der Ministerialen, dann ist deren Ziel, dass die Wirtschaft sich mit den Senioren- und Verbraucherverbänden austauschen möge, um schließlich auch ältere Menschen in ihrer Rolle als selbstbewusste Konsumenten zu stärken.
Wer heute bereits 60 und politisch wie wirtschaftlich bewusst kritisch ist, der erkennt während der letzten Jahre im Berufsleben, dass Deutschland zwar mit seiner schnell alternden Gesellschaft die große Chance hat, Standards zu setzen, ob man jedoch in schlüssiger Folge dann auch zum Weltmarktführer für Produkte aufsteigt, die den Senioren gerecht werden, bevor Wettbewerber im Ausland die Marktlücken schließen, bleibt fraglich.
So bleibt mit oder ohne Wirtschaftspolitik offen, ob eine Initiative “Wirtschaftsfaktor Alter” als Plattform für den Austausch von Erfahrungen, Wünschen und Ideen ausreicht und ob sich ein befruchtender Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und älteren Bürgern als Verbraucher schaffen lässt.
Stellt sich doch die grundsätzliche Frage, ob es ausreicht, ältere Menschen allein nur auf bestehende Angebote hinzuweisen und Unternehmen auf die speziellen Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren aufmerksam zu machen.
Gut reden ist allemal, wenn eine Initiative lediglich verbinden soll: die Senioren- und Verbraucherpolitik mit der Wirtschaftspolitik, die in 2009 sich von de Milliarden-Verschuldung in Konjunktur-Paketen leiten lässt.

Geld muss fließen…wenn man hat!

Da mag schon stimmen, wenn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung für die Generation der über 60-Jährigen eine Kaufkraft von mehr als 316 Milliarden Euro ermittelt und dass auch jeder dritte Euro des privaten Konsums von älteren Kundinnen und Kunden ausgegeben wird.
Mag auch dieser Anteil an der Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf über 40 Prozent steigen, stellt sich die Frage ob auch die Kaufkraft der Individuen zunimmt?
Da wird dann doch schnell zur Binsenweisheit, dass die Haushalte der 65- bis 75-Jährigen bereits heute mit rund 84 Prozent die höchste Konsumquote aller Altersgruppen habe. Klar doch, denn Renten und Pensionen sind Einkünfte, die zunächst in den Konsum fließen - wohin sonst?
Dazu kommt dann für politische Schlauberger hinzu, dass die Älteren deswegen viel zum Konsum beitragen, weil sie neben der Gesundheitspflege mit rund 50 Prozent Anteil am Gesamtkonsum den Rest dann für Wohnen und Freizeit ausgeben.

Abwrackprämie - Segen oder Mogelpackung

Lebensabend einer SchrottkarreÜber Sinn oder Unsinn der Abwrackprämie läßt sich trefflich streiten. Für die einen ist es eine Mogelpackung, gerade einmal gut genug um die Bundesbürger bis zur den Bundestagswahl bei Laune zu halten, für die anderen ist es ein segensreiches Konjunkturpaket. Immerhin hat die Abwrackprämie dafür gesorgt, dass die Autoverkäufe in Europa halbwegs erträglich zurück gegangen sind. In Deutschland stieg die Zahl der Neuzulassungen für das erste Quartal 2009 sogar um 18%, insofern haben die Kaufanreize für sparsamere Autos einen Teil ihres Zweckes erfüllt. Wobei genau hier schon die ersten Kritikpunkte aufkommen, denn die Umweltbilanz der als Umweltprämie gestarteten Abwrackprämie geht wahrscheinlich nur bedingt auf. Viele der verschrotteten Fahrzeuge sind in Punkto CO2-Ausschuss gar nicht so viel schlechter als ihre Nachfolger, insbesondere wenn man dann noch den zusätzlichen CO2- und Energie-Verbrauch für die Produktion der Neufahrzeuge und die Verschrottung der Altfahrzeuge bedenkt.

Überhaupt sind die Auswirkungen und Folgeeffekte des Prämien-Geschenks kaum abzusehen. Was kommt nach der Abwrackprämie? Gibt es einen Riesenkater nach dem Rausch? Fallen wir nicht vielleicht in ein noch tieferes Loch, als es ohne Prämie passiert wäre? Und wie ergeht es dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt? Zerstört die Umweltprämie die Gebrauchtwagenpreise und treibt den Gebrauchtwagenhandel in die nächste Krise? Ganz zu Schweigen von den Problemen bei der Entsorgung echter Altfahrzeuge, die Schrotthändler und Altautoverwerter sind an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt und nehmen teilweise keine Altautos mehr an. Die Auswirkungen sind kaum abzuschätzen, zu eng sind Branchen und Märkte mit einander verwoben und Länder vernetzt. Wer hätte gedacht, dass unsere deutsche Prämie den Gebrauchtwagenmarkt in Westafrika ins Trudeln bringen könnte. So etwas hat man früher einen Treppenwitz genannt. Heute heißt das Abwrackprämie ;-)

Aber wer weiss heute schon, wie das Wirtschaftsklima in einem Jahr aussieht. Vielleicht funktioniert das Prinzip Hoffnung tatsächlich, hat die Krise bis dahin ihren Tiefpunkt überschritten und schöpfen Menschen und Wirtschaft wieder Hoffnung. Die psychologische Komponente darf in dieser Frage nicht unterschätzt werden. Irgendwann brauchen wir so oder so mal wieder ein neues oder gebrauchtes Auto. Und neue Klamotten. Und neues Spielzeug. Und und und …

PS: Was in diesem Zusammenhang auch sehr spannend ist, das ist die Diskussion über die Marktwirtschaftlichen Strategien, das Versagen des Kapitalismus und die Notwendigkeit von staatlichen Eingriffen. Hat der Raubtier-Kapitalismus überhaupt Zukunft? Darf die Profitgier und Dummheit Einzelner ganze Völker in die Krise stürzen? Sicher auch ein Thema über das sich trefflich streiten läßt.

Euro-Millionen für die Integration

Viele Jugendliche mit Migrations-Hintergrund orientieren sich in ihren Altersjahrgängen zu früh an den konsumigen Werten der Verbrauchs-Gesellschaft, die da sind: Auto, Klamotten, Freizeit und Spaß. Doch für die stetige Sozialisation der meisten jungen Menschen gilt dagegen eher der ‘normale Weg’: Schule, Ausbildung, Berufseinstieg, wohnliche Selbständigkeit. Wie aber, wenn junge Menschen und Jugendliche mit Migrationshintergrund diese Gang nicht gehen, nicht gehen können? Grund: Schul-Verweigerung, Bildungsferne, Sprachhemmnisse, familiäre Fehlentwicklung.

Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 116 Millionen Euro soll in den nächsten beiden Jahren das ESF-Programm für benachteiligte Gruppen junger Menschen dafür sorgen, dass “kein junger Menschen verloren geht, nur weil er in Schule oder Berufsausbildung schlecht gestartet ist”, so die ministerielle Ansicht.

Stärken und Talente

Als gegeben gilt, dass alle Jugendlichen Stärken und Talente haben, die sich entfalten können, wenn ihnen bei ihren schwierigen Phasen geholfen wird, den Anschluss nicht zu verpassen. Die Initiative “Jugend stärken” der Bundesregierung setzt dabei auf kleine Schritte und maßvolle Hilfen vor Ort.

Wenn die Politik ihre Maßnahmen der vergangenen Jahre bilanziert, glaubt man zwar an eine beharrliche Arbeit, doch entwickelt sich “die Gesellschaft” nicht immer wie gewollt. Deswegen soll das Programm “Jugend vor Ort stärken” die sozialen und beruflichen Perspektiven junger Menschen in problembelasteten Stadtquartieren und in strukturschwachen ländlichen Gebieten verbessern.
Dafür stellt das Programm des Bundesministerium für Familie und Jugend stehen bis Ende 2011 insgesamt 116 Millionen Euro zur Verfügung; rund 99 Millionen über den Europäischen Sozialfonds und 17 Millionen Euro über die kommunale Mit-Finanzierung.
“Jugend stärken vor Ort” setzt auf kleine lokale Initiativen, Organisationen und auf bürgerschaftliches Engagement. Sind junge Menschen schwer erreichbar , sind sie dort anzusprechen, wo sie sich aufhalten; auch auf der Straße. Als Zielgruppe gelten junge Menschen in sozial instabiler Umgebung und mit deswegen schlechten Startchancen. Doch auch Frauen mit Problemen beim Einstieg und Wiedereinstieg in das Erwerbsleben bedürfen der Hilfe.

Wer erst mal erkennt, dass er sich langfristig Lebenschancen verbaut, der ist zu aktivieren, sozial zu stabilisieren und zu motivieren. Einsicht in die Angebote ist jedoch individuelle Bedingung beim Betroffenen.
Es ist jedoch immer auch ein Versuch, durch Kleinstprojekte Anschluss an Schulen, Fördermaßnahmen und Ausbildung oder Erwerbsarbeit zu vermitteln.
Bundesweit werden für die nächsten drei Jahren und für 264 Fördergebiete Mikro-Zuschüsse bis zu 10.000 Euro auch in die Hand von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gelegt.

Wie tickt der bewusste Personaler…?

Personalpolitik als Vorteile für alle?

Die Familie mit dem Beruf zu vereinbaren, ist zum zentralen Thema für Politik und Wirtschaft geworden. Mit diesem Trend zur neuen Familienpolitik wurde man auch einsichtig darin, dass Frauen den Männern gleich ihre Kompetenzen im Beruf einbringen wollen und auch können und trotzdem noch genug Zeit für ihr Familie haben.

Dabei wurden das Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung zu besonderen Maßgaben, wenn auch die beste staatliche Infrastruktur wenig nutzt, falls Beschäftigte am Arbeitsplatz erfahren, dass ihre beruflichen Aufgaben und Inhalte nicht zur Verantwortung für ihre Kinder oder für ältere Angehörige passt.
Nach ministerieller Ansicht muss und soll Familienfreundlichkeit deshalb in enger Kooperation mit Wirtschafts- und Branchenverbänden, über Gewerkschaften und große Stiftungen zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft werden.

Über das Unternehmensprogramm “Erfolgsfaktor Familie” wurden seit 2005 zahlreiche Projekte gezählt, kam es zur Publikation von Praxis-Leitfäden und wurden neue Konzepte entwickelt, um losgelöst von den Zwängen aktueller Tagespolitik die Arbeitswelt familienbewusster zu gestalten.
Dabei führten Familienforschung und zugehörige Studienergebnisse in vielen Fällen und über zentrale Handlungsfelder zu Angeboten für Arbeitgeber und begleitende Multiplikatoren.

Familie und Beruf vereinbaren

Führungspersonen in den Betrieben wurden ausgestattet mit konkreten Anregungen und Ideen, wie man Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darin unterstützen könnte, Familie und Beruf günstig zu vereinbaren. Eine Forderung, die auch europaweit den Vergleich zulässt und den Wettbewerb fördert.

Zufriedenheit sei angebracht, so hört von der Familienministerin, dass die Zahl der Betriebe, die familienfreundliche Maßnahmen anbieten, in den letzten Jahren deutlich gestiegen sei und immer mehr Beschäftigte von diesen Maßnahmen profitieren.
Über das Unternehmens-Netzwerk “Erfolgsfaktor Familie” bekennen sich schon weit mehr als 2.000 Mitglieder zur Familienfreundlichkeit, die auch als Multiplikator wirken. Allesamt Firmen, die als Trendsetter in der deutschen Wirtschaft wirken, weil sie mit innovativer Personalpolitik moderne Bedingungen schaffen und ihre Zukunftsfähigkeit sichern.
Konjunkturell schwierige Zeiten erfordern, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten und Potenziale an Flexibilität zu nutzen.
Unternehmen, die sich bereits heute familienfreundlich beweisen und darin investieren, profitieren zeitnah von motivierten und leistungsbereiten Beschäftigten. Dies festigt die Wettbewerbsposition und erfährt langfristig auch die politische Unterstützung.

Der Mitarbeiter - das unbekannte Wesen…?

Tätscheln, trösten, fördern, fordern oder auch verwöhnen…? - In der Wirtschaftskrise kennen Vorgesetzte, leitende Angestellte, Fachkräfte, Spezialisten und Kollegen ganz andere Verhaltensweisen und Empfindungen.

Wer unabhängig von konjunkturellen Zuständen und Aussichten seine Mitarbeiter richtig kennt, dem ist es möglich, all die günstigen Fähigkeiten zu vereinen und zu nutzen, die ein Team unschlagbar machen,.

Mitarbeiter richtig einschätzen zu können, ist wichtig, um bei gegebenem Mitarbeiterprofil die anstehenden Aufgaben des Anforderungsprofils zu verteilen.
Hierbei kann es sein, dass eben nicht alle bei verschiedenen Vorlieben gleichermaßen für das gute Ergebnis aus der Aufgabe geeignet sind.

Im Kombi-Pack

Wegen der individuellen Charaktere der Mitarbeiter erfordert dies auch, sie so miteinander zu verbinden, dass sich ihre Stärken und Schwächen ausgleichen und sie sich nicht gegenseitig blockieren.
Da ist der Kombi-Pack aus Chaos mit Ordnungs- und Sicherheitssinn, aus Fachwissen mit Gemeinschaftsgeist und aus Qualitätsbewusstsein mit Kreativität anzustreben.

Gefordert ist auch die Fähigkeit des Weisungsberechtigten im Management, das Führungsverhalten am Charakter des Mitarbeiters zu orientieren, um aus jedem das Beste herauszuholen. Um ein “Winning Team” zu bilden, ist die bestmögliche Förderung jedes Mitarbeiters entscheidend.

Als günstig und Erfolg versprechend muss gelten, für jede spezielle Aufgabe ein besonderes Team zusammen stellen zu können. Das bietet die Gelegenheit, gleich zu Anfang bei der Auswahl der Bewerber darauf zu achten, dass jeder Mitarbeiter konkret über erwartete Stärken verfügt, damit das Team bestmöglich auf alle beruflichen Anforderungen reagieren kann.

Aber auch innerhalb eines bestehenden Teams können die Führungskräfte latente Konflikte beheben oder die Leistungsbereitschaft steigern, indem diese mit dem Wissen über die Eigenarten und Eigenheiten der Mitarbeiter andere Teams bilden oder Aufgabenbereiche neu verteilen.

Erster Helene-Weber-Preis geht nach Baden

“Mir kinnet älles, außer Hochdeutsch!” - Da darf der erste Helene-Weber-Preis dann doch auch an eine Kommunalpolitikerin aus Gaggenau in Baden-Württemberg gehen: die Stadträtin Dorothea Maisch. Mit in der Jury ein Parlamentarischer Staatssekretär aus dem Bundesfamilienministerium und die Entscheidung konnte fallen für die 46-jährige Kommunalpolitikerin.

Die Auszeichnung, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in diesem Jahr erstmals verliehen wurde, geht mit 10.000 Euro Preisgeld an eine Gewinnerin, die die Mittel in ein kommunalpolitisches Projekt ihrer Wahl einbringen darf und kann. Das nun kann ab dem 5. Mai geschehen, wenn Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen die Auszeichnung in Berlin übergeben haben wird. Wie aber muss man politisch, charakterlich, sozial und nachbarlich beieinander sein, um Preisträgerin zu werden? Wieviel Altruismus muss man praktizieren?

Nun, die auserwählte Dorothea Maisch gilt zugleich als typisch und herausragend in ihrem politischen Engagement, wie man der einvernehmlichen Entscheidung der Jury zu Gunsten der Gaggenauer Stadträtin entnehmen darf. Mit 41 Jahren stieg sie in die Politik ein, engagiert sich in Partei, Verband und im Gemeinderat für Stadtentwicklung und Gewerbeansiedlung. Sie setzte sich ein fürs Handwerk und für den Mittelstand und kämpft für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Damit fällt der Helene-Weber-Preis auf eine Person, die tatsächlich durch Einsatz überzeugte und eben wie Dorothea Maisch mit Mut ein Mandat übernahm und sich kommunalpolitisch engagierte.

Der Helene-Weber-Preis wird 2009 zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes zum ersten Mal vergeben und soll das Engagement von Frauen in der Kommunalpolitik fördern. Die Auszeichnung ist nach Helene Weber, einer der “Mütter des Grundgesetzes” benannt.

Rarität: Die Frau als Chef…

Nach statistischem Ermessen müsste es weltweit gleich viel Männer wie Frauen geben. Doch weiß man, dass chinesische Männer im heiratsfähigen Alter eher keine Frau finden, weil es diese in eben diesen Jahrgängen nicht gibt. Daran schuld ist auch die Ein-Kind-Politik der Regierung. Statt dessen fänden die Asiaten eher schon eine Chefin im Beruf. Wie hoch ist aber der Anteil von Frauen in Führungspositionen, jetzt auf westlich nationaler Ebene betrachtet? In der deutschen Wirtschaft! Warum nur sind die Einkommen der Frauen meist geringer als die ihrer männlichen Kollegen und warum sind weibliche Chefs selten nur verheiratet?

Diesen und anderen Fragen geht der im April 2009 publizierte Führungskräfte-Monitor nach, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erarbeitet hat. Soziologen, Wirtschaftler und Psychologen untersuchen, wie sich die Situation von weiblichen und männlichen Angestellten mit Führungsfunktionen und mit hoch qualifizierten Tätigkeiten in den vergangenen Jahren in der Privatwirtschaft in Deutschland entwickelt hat.

Für die Studie werden dabei Faktoren berücksichtigt wie geschlechtertypische Berufe und Branchen, Ausbildung und Berufserfahrung, Verdienst und Sondervergütungen, aber auch der jeweils familiäre Status und Merkmale der Persönlichkeit. Weiterhin analysiert der Monitor die Chancen auf Karriere und deren Risiken von Frauen und Männern sowie Unterschiede in den Einkommen der beiden Geschlechter.

Handy und Firmenwagen als Männersache…?

Sieht man im Management das Planen, Durchführen und Kontrollieren, so hat das begleitende Repräsentieren von Frauen in Führungspositionen leicht zugenommen. Noch 2006 waren 31 von 100 Positionen von Frauen in Führungspositionen besetzt und damit jedoch noch immer unterdurchschnittlich, wenn auch höher als in den Jahren zuvor. Doch sind Frauen nicht nur weniger unter den Führungskräften vertreten, sie erhalten auch geringeren Verdienst und weniger Sondervergütungen als ihre männlichen Kollegen. Und geht es um sachliche statt um monetäre Leistungen, wie Firmenhandy und -Fahrzeug auch für den privaten Gebrauch, sind Frauen meist schlechter bedient.

Bei gleichzeitig klassischer wie traditioneller Aufgabenteilung in Familie und Haushalt, sind die langen Arbeitszeiten für Frauen belastender als für Männer, was gegen Familie plus Beruf spricht. Das nun bedeutet Doppelbelastung durch Haushalt und Familie einerseits und den Beruf andererseits, was der Grund dafür sein muss, dass Frauen in Führungspositionen eher Single sind als männliche Kollegen und eben dann auch den Kinderwunsch oft unterdrückten.

Verpasster Einstieg kaum aufzuholen

Lebensplanung und Familienbildung bei Frauen sind dann Momente, die durch Karriererisiken belastet werden, denn gleichzeitig sind die Karrierechancen in dieser Phase für Männer besonders hoch. Eine Tatsache, die für Frauen langfristig negative Folgen hat, weil ein verpasster Einstieg in die Karriere nur schwer aufzuholen ist. Und auch an den Hebeln der wirtschaftlichen Macht gelten andere Maßstäbe zwischen Männer und Frauen. Fehlt es doch auch in Vorständen und Aufsichtsräten in den größten Wirtschaftsunternehmen an der Präsenz und Repräsentanz von Frauen. Zeigt sich also, dass in den Top-Positionen der größten Unternehmen sind nach wie schon seit Jahren fast ausschließlich Männer vertreten. Ein wenig nur bessert sich die Betrachtung im internationalen Vergleich: der Anteil von Frauen im Management in der Privatwirtschaft nimmt einen mittleren Platz ein.