Monatsarchiv: Mai 2009

Alleinerziehend..??!

Fürs Arbeitsleben eher schlecht bis sehr schlecht !!??

“Hilf dir selbst, dann hilft dir…” oder “Zu Zweit ging ’s besser!” - Doch von guten Sprüchen allein haben Alleinerziehende so gut wie gar nichts. Deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt jedoch zu verbessern, soll jetzt auch bundes-ministeriell unterstützt werden, damit Familie und Beruf besser miteinander vereinbart werden können. Oder muss es heißen: Könnten!?

Bereits im Februar haben sich die Bundesministerien für Familie und für Arbeit sowie die Bundesagentur für Arbeit in einer Kooperation “Perspektiven für Alleinerziehende” versammelt nach einer ersten Tagung in Berlin (Ende Mai 2009) zu beraten, wie Alleinerziehende am Arbeitsmarkt besser beteiligt werden können.

Glaubt man an die solide Sozialisation des oder der Einzelnen, dann wollen die meisten Alleinerziehenden arbeiten. Doch auch wenn sie hoch motiviert, engagiert und leistungsbereit sind, wird es ihnen schwer gemacht, den passenden Job zu finden. Eine Feststellung, die als Tatsache gilt, noch bevor Staatssekretäre dies aufs Tapet brachten.

Die Konferierenden in Berlin kamen nun zu dem Schluss, dass der Alltag mit Kindern dann erst erfolgreich zu meistern sei, wenn Alleinerziehenden vor allem ein Netz aus Beratung und praktischer Hilfe vor Ort geboten werde.
Das nun fordert die Regierung unabhängig von Wahlkampf und Parteiprogramm, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Alleinerziehende breiter zu unterstützen, um den Schritt ins Arbeits- und Erwerbsleben einfacher zu machen.

Was nun kommt raus, wenn 500 Personen aus Bund, Ländern und kommunalen Netzwerken und auch der ARGEN, von Jobcentern und aus den Options-Kommunen ihre Erfahrungen einbringen? Reicht es aus, sich von Akteuren aus Mehrgenerationen-Häuser sowie von örtlichen Bündnissen für Familie über Schwerpunkte wie Arbeitsmarktchancen, Qualifizierung, Kinderbetreuung sowie Netzwerk-Unterstützung zur Integration Alleinerziehender informieren zu lassen.

Und was geht im flachen Land…?

Für einige ja, für viele andere nein, denn trotz der bereits gestarteten Initiative “Vereinbarkeit für Alleinerziehende” wird das Bundesfamilienministerium feststellen müssen, dass einjährige Modellprojekte an zwölf Pilotstandorten in ganz Deutschland nur einen geringen Teil der Betroffenen erfassen können.
Im “flachen Land” wird sich eine Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften aus Unternehmen, Verbänden, Kammern, Bildungs- und Jugendhilfeträgern, örtlichen Bündnissen für Familie und in Mehrgenerationen-Häusern nur schwer als intakte Infrastruktur einstellen und Alleinerziehende beim Start ins Arbeitsleben unterstützen.
Bei rund 1,6 Millionen Alleinerziehenden mit 2,2 Millionen Kindern, also jede fünfte Familie, lassen 40.000 Euro an zwölf Standorten für ein Jahr dann doch eher nur Mangel-Verwaltung zu.
Für 41 von 100 Alleinerziehenden (oder 650.000 bei 90 Prozent Frauen) ist Hartz IV zum Alltag geworden; Mütter in Paar-Haushalten machen dagegen nur sechs Prozent aus.
Unstrittige Tatsache: 800.000 Kinder von Alleinerziehenden sind durch Armut gefährdet, was sich darin begründet, dass es an Arbeit fehlt oder Erwerbstätigkeit für Alleinerziehenden nur eingeschränkt möglich ist.

Kind oder Karriere ?

Frauen und Eltern in Verlegenheit!? Glück gibt es auch ohne KInder

Viel Freude aber auch jede Menge an Sorgen mit und wegen der Kindern sehen viele Eltern als eine jahrzehntelange Parität, als puren Ausgleich der Gefühlswelt und der Tatsachen, der so manchen Elternteil, so manche Alleinerziehende vielleicht auch überlegen lässt, ob es denn der Kindschaft tatsächlich braucht, um glücklich zu sein, dem Leben einen Sinn zu geben?

Als ein großes Glück sehen viele Frauen die Tatsache Mutter zu sein - auch wenn Sorgen um Gesundheit, Schulentwicklung, Pubertät, Berufsfindung, Lieb- und Freundschaften einem fast auch schon mal “umbringen können…”
Doch die Entscheidung für ein Kind passt, wenn auch ins Weltbild, nicht immer auch in die Lebensplanung und stört womöglich auch die Karriere.

Eine Kindschaft, um es mal ganz nüchtern und sachlich zu formulieren, passt so grundsätzlich und nach Drehbuch eigentlich nie so richtig ins Leben der Eltern. Die Frage, ein Baby jetzt, später oder nie, wird oft zum Dilemma. Dies jedoch eher bei der flexiblen Frau als deren ständige und wiederkehrend offene Frage nach dem Kinderwunsch in Deutschland.

Trotz steigender und auch wieder fallender Geburtenzahlen in den jüngsten Jahren lässt sich ein zentraler Trend ausmachen: während Frauen, die eher einfach bis schlecht ausgebildet sind, sehr früh ihre Rolle als Mutter aufnehmen, wird von gut ausgebildeten Frauen eine Schwangerschaft weit hinaus geschoben.
Eine Tatsache, die das durchschnittliche Alter, in dem Frauen Kinder bekommen, auf 29 und 30 gebracht hat. Soziologisch eher eine schlechte Entwicklung, weil Vorteile missachtet werden, die bei einer Entscheidung für Kinder schon in jungen Jahren auf der Hand liegen.
Wird man schon mit 20 plus Mutter und nur wenig älter auch zugehöriger Vater, gilt dies als Vorteil, dass Kinder leichter ins Leben passen und nicht der späteren Strenge und der eingefahrenen Bahnen gehorchen muss.
In frühen Jahren der frühen Elternschaft, so die psycho-sozialen Erklärungen dazu, leben die Beteiligten in diesem Alter sozial eher noch schwach, keinesfalls reich, weshalb es auch als “ausreichend” gilt, wenn das Kinderzimmer klein ist und dem Vater ein Arbeitstisch für den PC reicht. Vieles sei leichter zu nehmen, zu leben und flexibler zu kombinieren.
Viele Frauen um die 40 erklärten in Interviews, dass es eigentlich schade sei, nicht schon im Studium ein Kind bekommen zu haben, denn in jener Zeit waren immer Kinder dabei.

Bessere Familienpolitik…!!??

Verbessert hat sich indes die Familienpolitik: staatliche Hilfe für Familien, verlängerte Elternzeit, mehr KiTa’s und alles ist irgendwie kinderfreundlicher. Doch kinderlose Frauen sind bundesweit stärker vertreten als anderswo, oft auch, weil Partner, Freunde und Karriere wichtiger sind und waren.
Kein Kind heißt nämlich auch mehr Zeit für sich, mehr Möglichkeiten, egoistisch sein Leben zu gestalten. Doch fehlt dagegen oft auch die Lebendigkeit, die Kinder ins Leben bringen.
Ob kinderlos oder gestresst als Eltern - der Kinderwunsch hat wenig nur mit der Liebe zum Partner zu tun, sondern damit, was beide Partner zusammen erleben möchten. Ob ein Kind glücklich macht oder nicht, hängt von der Persönlichkeit ab. Glücklich zu sein kann sich mit oder ohne Kinder einstellen.
Bestehende Gräben zwischen Eltern und Kinderlosen, Frauen und Männern dürfen durch die allgemeine Diskussion jedoch nicht tiefer werden, als sie es schon sind.

Wer Kinder hat, damit er im Altersheim besucht wird, setzt auf falsches Vertrauen. Doch schenken Kinder ihren Eltern dann doch auch viel Freude, Erfahrungen werden intensiver erlebt und die Momente des gemeinsamen Glücks sind dauerhafter.
Wenn da nur nicht allzu oft die allein erziehende Mutter schwer an ihrem Armutsrisiko tragen würde.
Denn meist wird sie - mit Ausnahme von Patchwork-Partnerschaften - oft auch im Alter arm sein. Und eben diese Angst vor der Armut bestimmt die Antworten auf die sozio-kulturelle Kinderfrage, die dann auch Kindschaft und Elternschaft erschwert.

Reicht sowas ?! Vom Projekt “Alleinerziehung”

“Alleinerziehend, Steuerklasse II/1″ - Kein Status, der die Betroffenen so richtig glücklich macht. Es sei denn, Mutter ist Lehrerin im Beamtenstatus, dann geht das ganz gut auch mit Dreiviertel-Deputat. Doch die Verkäuferin mit weit weniger als 1500 brutto kann ein Lied davon singen, was es heißt, auf jeden Cent und gute Erziehung zu achten, achten zu müssen.

Jetzt im Wahljahr 2009 will nun auch die Bundesregierung Alleinerziehende stärker bei der Arbeitssuche und im stabilen Erwerbsleben unterstützen. Am schönen Maien-Tag, dem, der als “Internationaler Tag der Familie” gilt, verklang in der Info-Flut zur Milliardenverschuldung dann auch eher der Startschuss für ein Projekt, das als “Vereinbarkeit für Alleinerziehende” zunächst nur mal schön publik wurde. Mit in der Kooperation: die Ministerien für Familie, für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit.

Und wer es bislang nur vermutetet oder auch schon längst ahnte, der weiß jetzt, dass die Mehrzahl der Alleinerziehenden auch gleich gut ausgebildet ist wie Mütter, die einen Partner an ihrer Seite haben. Auch sind sie keinesfalls weniger motiviert und vor allem wollen sie wirtschaftlich unabhängig leben.

Und welche Arbeit, bitte?

Im Alltag mit Kindern stehen sie aber allein, wohl wissend, wie problematisch es ist, eine passende Arbeit zu finden. Scheitert doch der Wiedereinstieg oft schon daran, dass es in unmittelbarer Nähe zur Wohnadresse keine
Kinderbetreuung gibt.
Ob nun das benannte Projekt an den jeweiligen Standorten tatsächlich ein dichtes Netz schaffen kann aus Beratung und praktischer Hilfe, kann nur vom betroffenen oder begünstigten Alleinerziehende selbst erkannt werden.
Wenn sich tatsächlich die Eigenständigkeit von Müttern verbessert, ist dies der wirksamste Schutz vor Kinderarmut.

Infrastruktur für zu wenige

Doch allein nur zwölf Pilotstandorten in ganz Deutschland sind wohl oder übel zu wenig Bausteine der Initiative “Vereinbarkeit für Alleinerziehende” für die Laufzeit eines Jahres. Denn soziale Not im benannten Sinne kann überall auftreten - trotz Arbeitsagenturm vor Ort und Arbeitsgemeinschaften mit Unternehmen, Verbänden, Kammern, Bildungs- und Jugendhilfeträgern, durch die nach rein politischer Ansicht lokale Bündnisse für Familien- und Mehr-Generationen-Häusern eine förderliche Infrastruktur bilden, durch die dann auch Alleinerziehende im Alltag unterstützt werden.
Was wohl außerhalb der Standorte fehlt, sind zentrale Anlaufstelle für Alleinerziehende bei deren Beratungsbedarf und Arbeitssuche. Bleibt der Mehrheit der Frauen ein Behörden- und Einrichtungsmarathon eher nicht erspart. Da nützt auch nix, nur von Projekte zu erfahren, die sich auf Berufsausbildung spezialisieren, zeitlich flexibel oder in Teilzeit zu absolvieren sein könnten. Könnten eben….
In Deutschland gibt es rund 1,6 Millionen Alleinerziehende mit 2,2 Millionen Kindern (jede fünfte Familie). Jeweils 41 von 100 Alleinerziehenden (oder 650.000) erhalten Hartz IV.
Im Vergleich zu Müttern in Paarhaushalten sind es sechs Prozent. Und weil einer der Hauptgründe ist, dass Erwerbstätigkeit fehlt oder nur eingeschränkt möglich ist, bedeutet dies für 800.000 Kinder von Alleinerziehenden, dass diese armutsgefährdet sind.

Lesebuch Kapitel 6 - Der Esel!

Was macht einen guten Lehrer aus? Und wie werde ich selbst einer? Welche meiner Lehrer habe ich weswegen in welcher Erinnerung? - Viele Pädagogen würden sich selbst wahrscheinlich als gute Lehrer einschätzen. Und wie ist die Wirklichkeit?

Als lang gilt der Weg zum guten Lehrer und drum haben viele von ihnen das Gefühl, sich noch verbessern zu können. Impulse zu bekommen, um gleich morgen damit anzufangen, den Unterricht anders zu gestalten - das ist die Idee auch von der beruflichen Sozialisten bis ins hohe Lehreralter.

Historisch sind die Beispiele, die einem heute absurd vorkommen. Im 18. Jahrhundert war das Anforderungsprofil an den Lehrer, dass dieser singen konnte und Diktate schreiben ließ, dagegen musst er nicht rechnen können, um eine Anstellung zu bekommen.
Das Zölibat von Lehrerinnen, das als notwendig zur Unterrichtsfähigkeit erklärt wurde, wurde in Baden-Württemberg erst 1965 abgeschafft. Und schon deswegen haben sich die Position der Lehrer und die Unterrichtsmethoden deutlich gewandelt.
Als Kern-These gilt, dass es eben den guten Lehrern auch gut gelinge, den Kindern den “kulturellen Masterplan”, also den Lehrplan, souverän zu vermitteln.

Die Einstellung macht es

Häufig wurde schon das Thema Unterricht und Schule untersucht; eine Untersuchung, die aus dem Rahmen fiel, ist jene, bei der tausende Schüler und Lehrer befragt wurden und bei der die Ergebnisse abgeglichen wurden, um herauszufinden, welche Eigenschaften von Lehrern sich günstig und damit positiv auf den Unterricht auswirken.
Es ist die Zufriedenheit der Kinder, die die Qualität des guten Unterrichts beschreibt, auch wenn das bei den Berufsvertretern nicht komplett so gesehen werden will.
Überraschend auch das Begleitergebnis: die Wahrnehmung der Schüler wird kaum vom Alter, dem Geschlecht, der Kompetenz oder dem Arbeitsaufwand der Lehrenden beeinflusst.
Groß sind die Unterschiede zwischen zufriedenen und nicht zufriedenen Schüler erst bei unterschiedlichen pädagogischen Einstellungen.
Geht es also bei Lehrern, für die die Entwicklung des Kindes im Vordergrund steht, den Lernenden weitaus besser als bei Anhängern von strengem Lehrplan und Disziplin. Ist dies anders, haben Schüler zu oft das Gefühl, dass zwar der Stoff durchgezogen wird - motiviert, gefordert und gefördert oder auch unterstützt fühlen sie sich dagegen nicht.

Na, dann: Lesebuch rauf; Kapitel 6; Der Esel…!

Der Deutsche Bundestag - Herz unserer Demokratie

Über dem Eingangstor zum Westportal des Deutschen Reichstags steht in großen Lettern geschrieben: “DEM DEUTSCHEN VOLKE”. Hier. im Herzen von Berlin, residiert der deutsche Bundestag, hier machen unsere Abgeordneten deutsche Politik. Ort der Tagungen und Debatten ist der Plenarsaal - zentral eingebettet unter der modernen Glaskuppel des Reichstagsgebäudes. Und man muss sagen, dieses Gebäude ist imposant.

Deutscher Reichstag

Der Deutsche Reichstag mit seiner Glaskuppel ist zu einem internationalen Wahrzeichen für Berlin geworden. Mittlerweile besuchen rund 3 Millionen Besucher im Jahr das Parlamentsgebäude. Damit dürfte es das meistbesuchte Parlament der Welt seien. Die Attraktivität des Reichstags wird auch durch einen Vergleich mit den Besucherzahlen aus Bonner Tagen deutlich. In den 10 Jahren seit dem Umzug nach Berlin sind hier schon mehr Besucher aufgelaufen als in den knapp 50 Jahren der Bonner Existenz des Bundeshauses.

Weiche Standortfaktoren: Familie & Wirtschaft

Ich wär’ lieber Vater“, soll schon so manche junge Mutter gesagt haben, weil auch sie sich in der Elternschaft wünscht, ihre familiäre Rolle auch mit Erwerbsleben zu verbinden.

Die familienfreundliche Arbeitswelt und eine zugehörige Unternehmenskultur zu fördern, gehört nicht zuletzt zu den primären Zielen zeitgerechter Familienpolitik. Eine zeitgerechte Familienfreundlichkeit ist parallel dazu für Unternehmen einer der Schlüsselfaktoren, wenn es darum geht, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.

Schon 2006 hat das Bundesfamilienministerium das Unternehmensprogramm “Erfolgsfaktor Familie” auf den Weg gebracht, um mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten. Gemeinsam sollen und wollten sich Politik und Wirtschaft verpflichten, die Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen.
Ein zugehöriges “Unternehmensnetzwerk” wäre dann auch operativer Teil des Programms, das familienfreundlich engagierte Unternehmen gestalten und hierfür auch eine zentrale Plattform bieten.
Als Fakt gelten bereits 2 200 Betriebe als Mitglied im Netzwerk, aus dem heraus sie durch Austausch von Information und Erfahrung in zahlreichen win-win-Beziehungen stecken.
Ein Netzwerkbüro beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) steuert die Kontakte und fädelt sie auch ein. Im Servicepaket stecken dann auch branchenspezifische Leitfäden sowie die Beratung für regionale Veranstaltungen zu “Familie-Beruf-Arbeit”.

…wenn, dann familienfreundlich

Verantwortliches Personal-Management will - je nach Unternehmensprogramm - inzwischen auch erkannt haben, dass ein hohes Maß an Familienbewusstsein ganz sicher auch zu Erfolg und Wachstum des Unternehmens beitragen kann.
Eine qualifizierte Belegschaft durch familienfreundliche Angebote zu gewinnen und zu binden, gilt dann doch als wichtige unternehmerische Begleit-Aufgabe, was 71 Prozent aller Unternehmen in Deutschland (71,7 Prozent) als für sie bedeutend erklärt haben. Waren es auch Jahre zuvor erst knapp die Hälfte, die diese Meinung vertraten.
Bei solcherlei Ansinnen ist doch glatt die Vergangenheit vergessen, als der Betriebskindergarten zum Beispiel auch bei der früheren Weltfirma SABA geschlossen wurde…

Wesentliche Voraussetzung für die gelungene Balance von Familienleben und Beruf ist der Faktor “Zeit”. Ziel der zukünftigen Arbeit des Unternehmensprogramms ist es deshalb, jenseits der schlechten Alternative von Zeitnot oder Karriereverzicht Wege hin zu mehr Qualitätszeit für Familien zu ermöglichen. Dazu gehören Themen wie Arbeitszeitflexibilisierung, der Ausbau der Kindertagesbetreuung sowie von Familien unterstützenden Dienstleistungen.

Wie schon in den 60-ern: betriebliche Kinderbetreuung

Ist zum einen die Infrastruktur öffentlich orientiert, helfen betriebliche Angebote die Zeiten der Kinderbetreuung mit den Arbeitszeiten der Eltern abzustimmen. Betriebe und Eltern sollten folglich in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf individuell und zeitgerecht unterstützt werden.
Bei wachsender Bedeutung des beruflichen Wiedereinstiegs von Frauen kann ein publizierter Leitfaden Betriebe darin orientieren, Frauen nach mehreren Jahren der “Familien-Pause” und nach einem Ausstieg aus dem Erwerbsleben auch wieder einzusteigen.
Ein Internetportal - auch mit der Bundesagentur für Arbeit - hilft darin, sich neu zu entwickeln, was auch von Strukturprojekten begleitet wird, die mit 14 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds unterstützt werden.

Da meint dann vielleicht der Vater, “Wär’ ich doch lieber Mutter…?“- Nein, meint er nicht!

Weil jeder mal in der Schule war

Lehrer = lasch + erschöpft + zu gut bezahlt

Donnerstag, 30. April, 18.30 h; an der Theke von Wirt Viktor treffen - wie jede Woche - einmal auch die beiden Lehrer ein. “So, ihr Beiden! Morgen schon wieder kein Unterricht…!?” - Ja, denn am 1. Mai ist für alle der “Tag der Arbeit” als Mai-Feiertag.

Doch kein Grund zum privaten Stress; die beiden ‘Lehrers’ kennen ihre Pappenheimer, wenn über Pädagogen, ihre Ferien und ihre Besoldung diskutiert wird. Das Ganze gleicht zwar Gesprächen über Frauen und Fußball, denn auch die Alemannen und ihre Freunde mit Hochdeutsch haben zum “Herrn Lehrer” längst eine feste Meinung und klare Standpunkte.
Was leider fehlt, sind Fakten aus Alltag, Wissenschaft und Studien, denn die wiederkehrende Debatte zu den Ferien an Ostern, Pfingsten, im Sommer und im Herbst werden meist ohne Sachlichkeit in Aussage und Bewertung den pauschalen Vorurteilen geopfert.

Vorurteil 1: Einst schwache Schüler werden später Lehrer.
Wer Leistung will, meidet die Pädagogik.
Das nun stimmt nur zum Teil, und zwar bei Grund-, Haupt- und Realschullehrern, die nach einer 10 Jahre alten Studie im Abi schlechter waren als andere Akademiker. Allein Gymnasiallehrer seien im Abitur genauso gut gewesen wie Vertreter anderer Studiengänge. Gemessen und bewertet wurden Schulnoten, Tests zu kognitiven Kompetenzen und Fähigkeiten in Mathe und Englisch.
Ergebnis: Die Abi-Note von späteren Lehrern in Primar- und Sekundarstufe und der gymnasialen Kollegen weicht nur um eine halbe Zensur ab.
Unklar blieb und bleibt, wie sich die kognitiven Fähigkeiten auf die Arbeit der Lehrer auswirken. Bedeutend ist auch, wie Studium, Referendariat und vor allem Art und Qualität der Lehrerausbildung auf die spätere der Kompetenz der Pädagogen auswirkt.

Vorurteil 2: Wenig Arbeit und viel frei !

Gymnasial-Lehrer B., (60), mit vollem Deputat bei zwei Stunden Altersermäßigung, erfüllt seine 23 Unterrichtseinheiten auf einer Stundenstrecke von 36 pro Woche und das von montags der 1. bis freitags die 6.; drei mal hat er mittags Unterricht und der Mittwochnachmittag ist als Kooperationsmittag zwar unterrichtsfrei, aber auch der Fachschaft oder der Gesamtlehrer-Konferenzen vorbehalten. Und B.? Der zählt sich wie ein Drittel aller zu den “Engagierten”.
Gedanken zum Ausstieg aus dem Studium gab es für den Volkswirt keine, während angeblich beim Studium “auf Lehramt” Leistungsstarke wegen Unterforderung aussteigen; ein Viertel das Lehramt nur “aus Verlegenheit” wählen und der Beruf eine Notlösung sei.
Mit dabei solche mit hedonistischen und pragmatischen Motiven: leichtes Studium und später genug Zeit, um dem Hobby zu frönen bei ansonsten sicherem Job. Und trotzdem spürbar: pädagogischer Ethos und Kompetenz.
Denn Lehrer lieben den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, zeigen mehr gesellschaftliches und soziales Interesse als andere Akademiker.
Und die langen Ferien? Die werden ausgeglichen durch die mindestens 45-Wochenstunden…auch wenn manche Befragte den Job eher leicht nehmen.

Vorurteil 3: Zu früh im Burn-out.

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt! - Nicht bei 29 Prozent der Lehrer, bei denen ein “Risikomuster” der Erschöpfung gegeben ist. Schon beim Studium gelten viele Lehramtskandidaten als zu schwach motiviert und überfordert.
“Ausgebrannt, ohne je gebrannt zu haben?” Nein! Denn es ist nicht signifikant fest zu stellen, dass sich im Lehramt psychisch Labile tummeln. Folglich auch psycho-sozial keine andere Studenten als in anderen Disziplinen.
Wohl auch deswegen geht der Anteil der Lehrer zurück, die vorzeitig in Pension drängen. Sind es auch noch 23 Prozent über dem Durchschnitt im öffentlichen Dienst (17 Prozent), sind Pädagogen zwar schon ernsthaft erkrankt, aber das liegt eben steigender Arbeitsbelastung bei Stress mit “schwieriger Klientel” in Städten mit sozialen Brennpunkten.

Also, Stammtischbrüder: Über Lehrer kein pauschales Urteil mehr und keine Unterstellung von wegen geringe Kompetenzen und zu geringe Motivation.
Allein gute Arbeitshaltung bei den meisten Pädagogen ist Antrieb für guten Unterricht, den Erziehungsauftrag und die Leitbilder für solide Sozialisation.