Monatsarchiv: Juni 2009

Auch Vati kann das: Fläschchen-Kinderarzt-Spielplatz

Sind Väter in Elternzeit tatsächlich gute Mütter??!!

Volker M. (38) wickelt, gibt Fläschchen und macht den Haushalt. Wer dies wie er mindestens zwei Monate praktiziert, kann für sich und den Ehepartner eine Verlängerung des Elterngeldes von zwölf auf 14 Monate auslösen.

Seit dies gesetzlich so verankert wurde, ist die Zahl der Väter gestiegen, die dieses Angebot nutzen. Der 38-jährige Volker M. ist einer von ihnen. Er hat sich gleich für sieben Monate eine Berufspause als Außendienstmonteur genommen, um sich ganz seiner Tochter Emie widmen zu können.
Für Volker M. und seine Frau war schnell klar, dass beide sich um den Nachwuchs kümmern werden. Emie ist jetzt eine halbes Jahr alt und bestimmt komplett den Tagesablauf für ihren Vater.
Als Außendienst- und Service-Monteur arbeitete er stets unter Zeitdruck, um die Einsatzpläne einzuhalten. Mit Emie ist alles anders. Geduld und Gemächlichkeit bestimmen den Tagesablauf für Volker M., woraus auch er Zeit gewinnt.
Wenn er seine Rolle schildert, dann hört sich das als besonderes Erlebnis an. Das Schönste an der Vaterzeit sei einfach, dass man Zeit gewinnt. Man(n) könne selbst am Vormittag einfach mal ins Bistro-Café gehen und auf Personen treffen, die sich wie er entschieden haben. Denn Kinder bieten weit bessere Inhalte für eine spontane Kommunikation, als man dies schon von Hundebesitzern weiß.

Und so gehen Väter mit Babys auch anders um als deren Mütter. Volker M. Metzger sieht das fast wie eine sportliche Disziplin: während Männer als Väter gerne das tun, was ihnen und auch dem Kind Spaß macht, überlegen Mütter, ob sie auch alles richtig machen.
Als Mann steht er schon mal im Mittelpunkt, wenn er mit Emie auftaucht. Mit ihr wird er gar eitel, wenn beide die Aufmerksamkeit anderer auslösen. Kein Grund mehr anzunehmen - wie anfangs -, dass für einen Mann zu wenig zu tun sei. Ausser dass alles nerve…wegen Windel über Windel und nochmals ‘ne Windel!
Anders wird ein Schuh draus: Alle Wochentage bieten eine besondere Abwechslung, kein Tag ist gleich - ‘ne Tochter bietet mehr als nur den Wunsch nach Voll-Versorgung! Von wegen Langeweile und Routine.

Keiner wird vernachlässigt!

Wer also die Elternzeit ernst nimmt, der hat sich um alles im Haushalt zu kümmern: waschen, bügeln, einkaufen, putzen, Staub saugen, kochen. Und wenn Mutti nach Hause kommt, ist die Mahlzeit für alle gerichtet. Kein Grund, irgend jemanden zu vernachlässigen.
Wenn es gleichzeitig für die Pause im Beruf und am Arbeitsplatz keine Probleme gibt, darf die väterliche Elternzeit gar als Luxus gelten und zwar für beide Eltern.
Sieben Monate zu Hause bleiben zu können und diese Zeit bei finanzieller Absicherung sorgenfrei zu erfahren, ist ein Geschenk für Emie und durch Emie.
Vielleicht ist das sogar eine besondere Gunst im Leben, an der der Staat mitwirkt. Mag sein, dass mancher dies anders sieht, aber es kann auch ein Geschenk sein, um das andere zu bedauern sind, wenn sie dieses nicht annehmen…

Kann Mundpropaganda neue Kunden bringen?!

Nie wird schneller “eine Sau durchs Dorf getrieben”, als wenn es sich um ein Gerücht oder auch um die Wahrheit handelt. “Von Mund-zu-Mund” oder in der weniger erträglichen form “hinter der hohlen Hand” bedeutet, dass sich Gutes und weniger Gutes schnell transportieren lässt.

Und so stellt jüngst eine Studie fest: Mund-Propaganda überzeugt die Zielgruppe eines Unternehmens derzeit mehr als die klassische Werbung. Einfache Begründung: Die Inhalte der Botschaft sind glaubwürdiger.

Noch allerdings wird von Unternehmen die Möglichkeit von Mundpropaganda und nicht kontrollierbar streuenden Empfehlungsmarketing so gut wie nicht genutzt, ja gar missachtet und Chancen im Neukunden-Geschäft auf diese Weise werden geradezu verpasst.
Vierzig Prozent aller Unternehmen haben sich mit dem Empfehlungs-Marketing noch gar nicht beschäftigt; 49 Prozent betreiben diese Variante höchstens nebenbei. Nur in 11 von 100 Firmen wurde ein solches Marketing bereits definiert und als Prozess systematisiert.
Die Daten kamen zustande durch eine repräsentative Befragung unter 300 Führungskräften der deutschen Wirtschaft im Rahmen des ‘Excellence Barometers 2009′.

Kunden wollen neues Vertrauen

Insgesamt gilt das Ergebnis als ernüchternd, so die neuen Experten für das Loyalitätsmarketing, weil nicht nur eine aktuelle Wirtschaftskrise, sondern auch eine Vertrauenskrise die Beziehungen zwischen Verbrauchern und Herstellern oder Dienstleistern stört.
Grund genug, dass Unternehmen jetzt zeigen sollten, dass sie zu den Guten gehören. Als glaubwürdig gilt derjenige, dessen guten Seite nicht von ihm selbst, sondern von zufriedenen Kunden weiter getragen würden. Die einstige PR-Devise “tue Gutes und rede darüber” reicht längst nicht mehr aus, denn Konsumenten trauen immer weniger den Aussagen und Inhalten der Werbung, die von Anbietern über den Markt geschüttet werden.
So verlassen sich potentielle Verbraucher verstärkt auf Botschaften ihres Umfeldes oder sie folgen den Infos im Internet. Fakt dafür, dass sich Unternehmen neue vielfältige Möglichkeiten bieten, ihr Empfehlungsgeschäft zu steigern.

Verknüpfte Off- und Online-Welt

Weil nur empfohlen wird, was und wer tatsächlich empfehlenswert ist, muss unternehmens-intern eine Basis geschaffen werden, auf der sich dann im gestuften Management-Prozesses das Empfehlungsmarketing mit System steuern, gestalten und messen lässt.
Wird das bisherige Marketing-Mix auf diese Weise ergänzt, kann ein großes Werbebudget reduziert und können Verkauf und Vertrieb unterstützt werden. Schließlich agiert der Kunde entgeltfrei mit seiner subjektiven Akquise und mit zufriedener Empfehlung.

‘ne Frau als Chef…??!! Muss das…? Es muss…!

Frauen sind die besseren Männer!- Als Gott den Mann erschuf, hat sie nur geübt…! - Wer weiß, welche guten und weniger guten Sprüche zu Mann/Frau oder eben Frau/Mann weltweit kursieren…? Frauen handeln jedenfalls als Unternehmerinnen oft verantwortungsbewusster als Männer.

Das nun könnte daran liegen, dass sie - anstatt an ihrer Position als Chefin zu kleben - viel öfter als das männliche Management frühzeitig ihre Nachfolge regeln.
Und auch das Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten, steht an erster Stelle - noch vor der Sicherung der eigenen Altersvorsorge. Daten und Fakten, die als Ergebnis aus der Studie “Unternehmensnachfolge durch Frauen” gelten, die jüngst auf eine Kooperation Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) publiziert wurden.

Als definitive Tatsache gilt damit auch, dass zahlreiche Frauen von heute so ausgebildet sind, die notwendigen Kompetenz zu haben ein Unternehmen zu leiten.
Unklarer bleibt bislang, warum zwar die Hälfte aller Familienunternehmen innerhalb der Familie weitergegeben werden, doch nur jedes zehnte an eine Frau übertragen wird.
Eine Missachtung beachtlicher Potentiale, was gerade in wirtschaftlich schwächeren Zeiten als nachlässig zu betrachten ist.
Frauen sind weitsichtig und verantwortungsvoll auch als Unternehmerinnen, was sich auch in der Sicherung der Arbeitsplätze für die Belegschaft ausdrückt.
In Kenntnis des Studien-Ergebnisses ist deshalb zu begrüßen, dass sich die Politik Unternehmensnachfolge durch Frauen annimmt, in dem in der neuen Legislaturperiode die Regelungen zur Unternehmensnachfolge einfacher und steuerlich weniger belastend werden. Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln erstellte die Studie und befragte dafür rund 300 Unternehmerinnen aus Verbandskreisen.
Klare Ergebnisse hierzu:

* Unternehmerinnen klären oft schon ab 50 Jahren die Frage ihrer Nachfolge. Mit 62 ist diese Planung abgeschlossen und die Übergabe wird vier weitere Jahre später real.
* Frauen sind oft pragmatischer als viele männliche Unternehmer; sie sind bei der Nachfolgefrage gleichermaßen offen für Söhne und Töchter und
schließen nicht aus, dass die Führungs-Ebene extern besetzt wird.
* Nur jede zweite Frau, die ein Unternehmen übernommen hat, konnte sich
langfristig auf die Übernahme vorbereiten. Jede zweite weibliche Führungs-Person wurde mit der Nachfolge plötzlich und unerwartet konfrontiert oder auch so spät, dass eigentlich bereits andere Berufs- und Lebensentscheidungen getroffen waren,
Was folgen musste, war der “Sprung ins kalte Wasser”.
* Für sechs von Frauen ist klar, dass sie durch Ausbildung und/oder spätere Berufswahl als Nachfolgerin für ein Chef-Position gerüstet war.

In naher Zukunft wird in 354.000 mittelständischen Unternehmen die Firmenleitung an die nächste Generation übergehen. Jedes Jahr suchen rund 70.000 dieser Betriebe geeignete Nachfolgerinnen oder Nachfolger.
Grund genug für einen weiteren, wenn auch erst den 2. Nationalen Aktionstag (Ende Juni 2009) zur “Unternehmensnachfolge durch Frauen”, bei dem die Problematik bundesweit in den Mittelpunkt gestellt wird.
Ziel dieses Aktionstages ist es, Chancen und Möglichkeiten einer Unternehmens-Nachfolge durch Frauen aufzuzeigen, denn bislang werden nur rund 15 Prozent aller Unternehmen von Frauen übernommen.

Die gesamte Studie mit Zahlen und Grafiken auf www.vdu.de

Experten können zu den wichtigsten Fragen zu Unternehmensnachfolge durch Frauen Auskunft geben: www.gruenderinnenagentur.de

Wer checkt eigentlich den demografischen Wandel?

Politik auf Sicht oder macht wer auf welche Weise eigentlich noch richtige Bundespolitik? - Eine Frage, die sich auch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend muss stellen lassen, weil von dort die “schönen Worte” geradezu massenhaft publiziert werden, ohne dass sich bis ins flache Land immer auch die günstigen Konsequenzen darstellen.

Wenn Frau von der Leyen jetzt wieder mal an die Unternehmen in Deutschland appelliert, sich besser auf den demografischen Wandel einzustellen, dann ist dies halt erneut nur eine “Berliner Erklärung”, auch wenn sich darin auf Initiative der der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) fünf Unternehmen und zwei Verbände zu ihrer Verantwortung bekennen, den demografischen Wandel mit zu gestalten.
Was aber nützt es, wenn der AXA Konzern AG, GALERIA Kaufhof GmbH, Pfizer Deutschland GmbH, TÜV Rheinland, RDA - Internationaler Bustouristik Verband e.V., Plan Plus Faktor Entwicklungsgesellschaft mbH und der Berufsverband deutscher Soziologinnen und Soziologen e.V. die Erklärung mit unterzeichnet haben?

Da mögen zwar die meisten Unternehmen in Deutschland inzwischen verstanden haben, dass auch Deutschland zu einer Gesellschaft des langen Lebens wird, aber es sind noch viel zu wenige, die jetzt die Weichen für einen dauerhaften Erfolg ihrer Unternehmen im demografischen Wandel stellen.
Da wird zwar das Durchschnittsalter in den Belegschaften höher, doch gleichzeitig schrumpft das Fachkräftereservoir. Und auf der Verbraucherseite stell sich der Markt dar mit einer älteren Kundschaft, die spezifische Umsätze könnte wachsen lassen.
So haben nicht nur die Unterzeichner der “Berliner Erklärung” die Entwicklung erkannt, denn wirtschaftliche und auch soziale Chancen zu nutzen, die der demografische Wandel bietet, lässt auch andere danach streben, sich fit für den bevorstehenden weiteren Wettbewerb zu machen.

Zehn Ziele - Hohe Einkommen!

Zehn Ziele wurden derweil gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO erarbeitet, an denen Unternehmen und Verbände beteiligt waren. Da wurden Produkte und Dienstleistungen entwickelt, die ein selbstständiges Leben bis ins hohe Alter ermöglichen.
Auch setzt man darauf, ältere Beschäftige möglichst lange im Betrieb zu halten oder aber älteren Arbeitssuchende eine Chance zu geben. Da nun auch im Verzicht wahre Größe liegen kann, sollen Altersgrenzen in den Unternehmen beseitigt werden, um auch altersgemischte Teams in Produktion und Verwaltung einsetzen zu können.

Und weil keine andere Altersgruppe einen höheren Anteil ihres Einkommens für Konsumgüter ausgibt als die 65 bis 75-Jährigen, macht sich der demografische Wandel sich auch wirtschaftlich bemerkbar. Und das bei einer Kaufkraft der über 60-Jährigen von 316 Milliarden Euro im Jahr, die weiter wachsen werden.
Folglich wird und müsste den Unternehmen daran gelegen sein, sich auf eine veränderte Altersstruktur in ihren Betrieben einzustellen sowie Strategien gegen den zunehmenden Mangel an Fachkräften zu entwickeln. Eine Aufgabe, die auch die Bundesregierung durch die Initiative “Wirtschaftskraft Alter” des Bundesfamilienministeriums und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie engagiert unterstützen will.

Doping wegen Arbeit, Kollegen & Chef ??!!

Gedopte Radfahrer, Gewichtheber, Langstreckler, Spring -und Reitpferde…und jetzt auch gedopte Arbeitnehmer? Kaum zu glauben, dass mehr Menschen als vermutet sich für die Leistung am Arbeitsplatz dopen. Wenn eine erste bundesweite erhobene Umfrage stimmt, dann greifen zwei von 100 Personen als Berufstätige täglich oder mehrfach im Monat zu leistungssteigernden oder auch beruhigenden Medikamenten.

Stress am Arbeitsplatz. Leistungsdruck und Karrierewunsch machen nach individuellem Anspruch erforderlich, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Was jedoch meist fehlt, ist die medizinische Indikation. Und weil der Griff nach der Tablette, der Pille, den Tropfen oder den Dragees geradezu ‘mit links’ geschehen kann, neigen Frauen vor allem wegen depressiver Verstimmung sowie aus Angst dazu, Nervosität und Unruhe zu bekämpfen während Männer versuchen, Müdigkeit und mangelnde Konzentration beherrschbar zu machen..

‘Dopen im Job’ tritt demnach auch auf bei Führungskräften, die schon hohe Leistungen bringen, um etwa die subjektiv empfundene Stress-Resistenz zu erhöhen. Ärzte, Manager, Banker gelten als deutlich gefährdet. Denn auch ‘Gesunde’ greifen häufig zu Medikamenten, die bei Alzheimer, Depressionen, Aufmerksamkeits- oder Schlafstörungen indiziert sind.
Nur bei 14 von 100 Anwendern ist das Mittel tatsächlich auch vom Arzt verordnet, 30 von 100 decken ihren Bedarf rezeptfrei in der Apotheke gekauft, 20 Prozent der Mittel stammen von Kollegen, Freunden oder aus der Familie.

Wer hat denn Zeit für Sport ?

Im Vergleich zur Einnahme von Medikamenten gelten Kaffee und Zigaretten ganz klar als harmlose Muntermacher, denn zweifellos bedenklich sind die medikamentösen Nebenwirkungen, durch die die kurzfristig günstigen Effekte schnell wieder aufgehoben werden.
Vergessen wird fast, dass Stress auch mit Sport und Entspannungstechnik abgebaut werden kann. Eine Devise, zu der es allerdings auch der Zeit bedarf.
Ob Doping am Arbeitsplatz schon bald gesellschaftlich akzeptiert werde, wie inzwischen auch die Schönheitschirurgie, die lange ein Tabuthema war, muss allerdings bezweifelt werden. Den Stress kulminiert und kann zum Totalausfall werden…auch familiär und gesellschaftlich.
Auch wenn jeder Vierte oder 25 von 100 (bei 3000 Befragten zwischen 20 und 50 Jahren) die Einnahme von Medikamenten ohne medizinisches Erfordernis für vertretbar hält, um die geistige Leistungsfähigkeit im Job zu steigern, bleibt das Risiko der Nebenwirkungen und der Unverträglichkeit.
Knapp 600 der Befragten akzeptierten Stimmungsaufheller, um im Beruf Stress und Konflikte besser auszuhalten.
Und wenn es diesmal eine Befragung war, die ohne den Beruf ‘Lehrer’ auskam, ist festzustellen, dass psychische Erkrankungen in 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent stark zugenommen haben; damit liegen die Symptome auf Platz 5, gerade hinter Erkrankungen des Verdauungssystems.

Hatten Sie auch schon ‘ne Tagesmutter..?!

Gibt es den Standard für Mütter? Macht ein Mütter-Gütesiegel Sinn? Wieviel Fürsorge, Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen, Wertevermittlung, Spiel- und Lernlust, wieviel Wärme, Strenge oder Disziplin sind einer Mutter angemessen? Was, wenn der Mindeststandard von Mutter gar nicht erfüllt wird? Wenn Mängel auftreten zwischen Versorgung, Erziehung, Ernährung, Sauberkeit und Hygiene…

Doch wie lassen sich Elternrolle und Job, Erwerbseinkunft und Erziehungsaufgabe vereinbaren? - Mit Tagesmütter und auch -vätern! Was meinen Pädagogen, Erziehungswissenschaftler oder Soziologen dazu?
Um die sogenannte Kindertagespflege in Deutschland qualitativ zu verbessern, sollen Länder und Kommunen ministeriell nun darin unterstützt werden, dass sich Bildungsträger bei den Landesjugendämtern um das neue gemeinsame Gütesiegel des Bundesfamilienministeriums, der beteiligten Länder und der Bundesagentur für Arbeit bewerben.
Ein Anspruch, der flächendeckend eine Mindestqualifizierung von Tagesmüttern und -vätern in Deutschland sicher stellen soll, wofür das Bundesfamilienministerium 9 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bereit stellt.

Pädagogische Allrounder

Tagesmütter und -väter müssen heute pädagogische Allrounder sein: geduldig bei der Erziehung, gleichwertige Spielkameraden, einfühlsam beim Trösten und verlässlich beim Vertrauen - sowohl für die Kinder wie für deren eigentliche Eltern.
Ist doch Kindheit eine besonders prägende und für die laufend wirkende, eben die permanente Sozialisation eine wichtige, wenn nicht gar die wertvollste Zeit.
In der Kinder-Tagespflege bedarf es deswegen hoch motivierter, gut ausgebildeter und umfassend qualifizierter Menschen, was mit dem Aktionsprogramm “Kindertagespflege mit Gütesiegel” geschaffen werden soll.
Mit dem Gütesiegel soll es künftig einen fachlich anerkannten Standard geben, der sicher stellt, dass zusätzliche 30.000 Tagespflegekräfte gut vorbereitet mit ihrer Arbeit beginnen können, um eine Betreuungsquote von 35 Prozent zu erreichen.

Vorbild oder Leitbild! Am besten beides!

Da bleiben also 65 Prozent offen! Offen dafür, eine Tagesmutter mühsam zu finden, am besten eine echte Perlen: herzlich, hart zum Gegenüber in dessen Trotzphase, ‘tough’ genug, neben den eigenen auch andere Kinder liebevoll zu umsorgen und zu erziehen.
Tagesmutter mit uneingeschränkter Vorbildfunktion gilt zwar als Anspruch und sollte die Regel sein, doch ist es vielleicht auch die Ausnahme. Denn es gibt schwarze Schafe und vor denen ist zu warnen. Nicht nur im Sinne der Kinder, sondern auch im Sinne der tatsächlich guten Betreuerinnen.
Das Problem: Ohne Gütesiegel kann jede Frau ihre Dienste anbieten und Babys oder Kleinkinder können nicht schildern, was sie über Tag erleben: lieblose Betreuung, TV-Konsum, Benachteiligung des ‘fremden’ Kinder, Abstellen auf dem Spielplatz.

Aus der Not der berufstätigen Mütter wird ‘frau’ bei einer dringend gesuchten Tagesmutter manchmal weniger wählerisch sein. Erst recht, wenn derjenige mit Bedarf unkonventionelle Arbeitszeiten abdecken muss. Da macht es Sinn, beim Honorar für die Tagesmutter vom Jugendamt unterstützt zu werden. Das jedoch bleibt in eben den 65 Prozent vermutlich die Ausnahme. Über eine “Dunkelziffer” - und wer kennt die schon - an praktizierte Schwarzarbeit schweigt man dann auch besser…
Eine gute Tagesmutter ist nicht nur zeitlich flexibel, sondern ist auch fürs Pflege-Kind häufig die beste Lösung. Denn es lebt dort zumindest stundenweise in einer Geschwistersituation – mit allen lehrreichen Vor- und Nachteilen.

Folgende Fragen können bei der Suche hilfreich sein *):

* Für welchen Zeitraum und in welchem Umfang benötige ich einen Betreuungsplatz für mein Kind? Kurzfristig oder langfristig (wie viele Jahre), ganztags, halbtags, einzelne Wochentage, ergänzend zum Kindergarten oder zur Schule? Passen die konkreten Bring- und Abholzeiten?
* Warum arbeitet sie als Tagesmutter?
* Welche Qualifikation kann sie nachweisen?
* Wann und wie viel Urlaub macht die Tagesmutter? Macht sie wegen eigener Kinder in den Schulferien Urlaub, beeinflusst das auch Ihre eigene Urlaubsplanung?
* Kann die Tagesmutter auf Referenzen verweisen, ist sie beim Jugendamt bekannt?
* Gibt es eine Vertretung bei Krankheit?
* Weiß sich die Tagesmutter in medizinischen Notfällen zu helfen? Hat sie eine Erste Hilfe-Ausbildung speziell für Kinder?
* Wie sieht ein typischer Tag der Tagesmutter mit ihren Tageskindern aus?
* Bringt die Tagesmutter Einfühlungsvermögen und Sensibilität für die Bedürfnisse meines Kindes auf?
* Wie ist die Kindergruppe zusammengesetzt (Alter, Geschlecht, Nationalität usw.)?
* Was schätze ich besonders an der Tagesmutter (Vertrauen, Toleranz, verantwortliches Handeln im
Alltag, Nichtraucher)?
* Wie werden die Kinder erzogen, wie werden sie bestraft?
* Welche Vorstellung existiert über das “Sauberwerden”?
* Wie steht es mit Süßigkeiten? (welche, wann, wieviel)
* Werden Zwischenmahlzeiten angeboten? Wenn ja, was wird gibt es?
* Hat mein Kind genügend Ruhe für seinen Mittagsschlaf?
* Spielen die Kinder viel “frei”?
* Wird auch gezielt und altersgerecht gefördert?
* Beschäftigt sich die Tagesmutter viel mit den Kindern oder erledigt sie viel “nebenbei”?
* Wie sieht es mit Fernsehen/Video/DVD aus?
* Liegen Schule, Kindergarten, Spielplatz, Waldgelände und/oder Parkanlagen in der Nähe, gibt es
Gelegenheit für Kontakte mit anderen Kindern in der Nachbarschaft?
* Kann man mit der Tagesmutter auch schwierige oder unangenehme Dinge besprechen?
* Hat die Tagesmutter noch weitere Einnahmequellen und wie lässt sich das unter einen Hut bringen?
* Welchen Beruf hat der Partner/Ehemann? Ist er häufiger auch tagsüber zu Hause? Was macht er
ggf. mit den Kindern? Schläft er tagsüber aufgrund von Schichtarbeit usw.?
* Wichtig um Eifersüchteleien zu vermeiden: Wie stehen die eigenen Kinder und der Partner/Ehemann
der Tagesmutter zu ihrer Tätigkeit?
* Kann das Kind unverbindlich zur Probe kommen?
* Wird das neue Kind einzeln aufgenommen, statt im Pulk mit anderen?

*) aus: http://www.wiwo.de/finanzen/so-finden-sie-die-richtige-tagesmutter-fuer-ihr-kind-273613/