Monatsarchiv: Juli 2009

Lehrer haben es gut!

Doch werden sie eher nicht eingestellt und auch nicht alt!

Lehrer haben es immer mal wieder besonders gut: sechseinhalb Wochen Ferien und die am Stück! - Wollen Sie deshalb tauschen? - Nein, machen wollte ich den Job nicht. Wer will schon anderer Leute ungezogene Gören bilden und sozialisieren…? Wer aber liest in diesen Tagen die bildungspolitischen Nachrichten, die bei manchem Pädagogen zu hohem Blutdruck führen könnten?

Gilt auch der Prophet nichts im eigenen Land, ist es doch der Philologenverband, der für den Herbst einen Fehlbedarf von 40 000 Tausend Lehrern voraussagt. Die Kultusministerkonferenz (KMK)dagegen sieht das nicht so; will und kann aber erst Stellung nehmen, wenn der Philologenverband das konkrete Zahlenmaterial vorlegt.
Welcher Schluss ist daraus zu ziehen? Die KMK kann den Lehrerbedarf nicht berechnen und hat Nachhilfe aus dem Lager der Lehrer-Gewerkschaft nötig.

Kann die KMK auch nichts Klares oder Wesentliches über den Lehrerbedarf markieren und medial verbreiten, so haben einzelne Kultusminister wohl doch einen Bedarf und bieten jedem eine Anstellung, der bei Drei noch nicht in der freien Wirtschaft oder auf dem Baum ist.

Solche Lehrer der Zukunft nennen die Kultusminister “Quereinsteiger”, was auch von der Bundes-Bildungs-Vorzeige-Frontfrau Schavan wegen des Lehremangels so gesehen wird. Weshalb sonst würde sie vorschlagen “Forscher und Ingenieure als Lehrer” in die Schulen zu schicken!
Ist denn schon alles erforscht in den Laboren, in den Instituten oder fehlt das Geld um die Forscher zu beschäftigen? Letzteres kann nicht sein, weil die Forschung gerade eben erst mit Millionenbeträgen gesegnet wurde. Und trotzdem soll Zeit bleiben, als Lehrer in den Schulen zu wirken?

Mal unterstellt, es gäbe im Herbst tatsächlich einen Lehrermangel, stellt sich doch sicher gleich die Frage nach den Gründen…
Da wäre zum einen, dass der Lehrerberuf schon mal wegen der niedrigen Einstiegsgehälter nicht mehr attraktiv sei. Dagegen wird der Markt für Lehrer dann doch aber von jenen Junglehrern und Lehramtsanwärtern markiert, die keine Stelle bekommen. Wie passt das zusammen?

Bleibt als mögliches Fazit: die Frage nach den Gründen für den Lehrermangel muss man nicht den Kultusministern sondern den Finanzministern stellen. Die könnten gestehen, dass die Kassen leer sind, weil durch die Länder die “systemrelevanten Banken” zu sanieren waren.
Banken sind also “systemrelevanter” als es die Bildung ist. Eigentlich ein Irrtum, aber die Bildung hat in der Politik keine Priorität und in der Realität haben dagegen die Kultusminister keinen Einfluss. Wem fiele auf, wenn man die Kultusbehörden abschaffen würde…?

Das hätte ins Auge gehen können…Gerade mal eben!

Konnten Sie die Szene beobachten? Haben Sie das mit bekommen? Nein! Sie hörten nur, dass es laut war!? - Nun gut und fast o.k.! Die Kassiererin sitzt nun mal nicht so, dass wir beide in ihrem Blickfeld gewesen wären. Ich hob meinen Geldbeutel auf und sammelte die paar Münzen ein, da mir auch der Geldbeutel aus der Hand gefallen war. Ich war irgendwie konsterniert. Der Bursche hatte mir doch glatt eine geschmiert.

Eine Ohrfeige, eine Backpfeife hatte ich gefangen, und dabei war ich mindestens drei mal so alt wie der Kerl und mit knapp 100 Kilo bei eins 96 war ich ihm doch wohl auch körperlich deutlich überlegen. Eigentlich wäre ich jetzt an der Backwaren-Theke schon dran gewesen. Doch neben mir wurde ganz beflissen und ohne weiteren Kommentar eine junge Frau bedient. Die Szene, der Disput, die Auseinandersetzung dauerte keine 30 Sekunden. Klar doch, das war nicht mal eine Minute. Ich muss den Kerl tatsächlich und ganz schnell provoziert haben, als er ganz dicht mit dem Rücken zur Bachwaren-Theke stand und an seinem Handy fingerte. Breit und stur und ungeschickt im Weg; einen leeren Plastikbecher noch zwischen den Fingern. So mein erster dürftiger Eindruck. Als ich fast auf Tuchfühlung an ihm dran stand, von ihm kein Anzeichen von wegen wer, was, wo.

Er erweckte er den Anschein – wohl irgendwie herausgefordert, weil gestört - als ob er mich jetzt erst bemerken würde. Viel eher hatte er wohl doch seinen Kumpel im Blickwinkel, der die beiden Flaschen mit Alkohol und ein paar Becher aufnahm, die dieser gerade eben bezahlt hatte. Meine Bestellung hatte ich noch nicht nennen können, weil die Verkäuferin noch fünf, sechs Schritte entfernt in dem kleinen Nebenraum vor den Backöfen stand und mich noch gar nicht wahr genommen hatte. Mein Blick lag auf den Beiden, als sie die paar Schritte zum Ausgang nehmen wollten messerscharf ihr Blick auf mich. Haben Sie ein Problem? Ob mit ihm oder überhaupt, war wohl unerheblich.

Eigentlich nicht, aber jetzt schon! Mit Leuten, die so unaufmerksam im Weg stehen und sich benehmen wie du. Du hätte ich vielleicht nicht sagen sollen, hatte er mich doch gesiezt. Was jetzt, haben Sie ein Problem? Mit mir oder was…? Ich mit mir hatte keines, ich wollte eigentlich kurz nach 18 Uhr nur zwei Brezeln für den Wurstsalat, der frisch angerichtet zu hause auf mich wartete. Aber jetzt hatte ich eins. Der Bursche blickte recht forsch und eigentlich schon aggressiv bis bedrohlich, als er verzögert rückwärts schritt, seinen Kumpel neben sich.

Mein Blick auf die Beiden muss wirklich provokant gewesen sein. Er kam zurück. Und wie. Er kam mir ganz nah, warf den Kopf mit der Baseball-Cap in den Nacken und war meinem Gesicht so nahe, wie ich es von einem männlichen Gegenüber noch nie verspürte. Falls du ein Problem hast, pass’ auf…und schon hatte er ausgeholt und mir mit rechts eine ins Gesicht gebatscht. Bei sowas denkt man gleich an sich als Brillenträger… Schrecksekunde heißt das, als mir der Geldbeutel aus der Hand fiel und nur ich gemeint war. Pass auf, dass ich dich nicht töte!

Ich hatte mich nicht verhört. Ich machte zwei, drei Schritte auf ihn zu, was in Bruchteilen von Sekunden ausreichte, mich zu entscheiden, dass ich ihm doch keine auf die Fresse gebe. Nein! Ja! Was nun? Nein! Und gut so! Das hätte die paar Kunden an den beiden Kassen und gleich hinter mir an der Backwaren-Theke sicher in große Verlegenheit gebracht. Weshalb sollte ich mir eine blutige Nase holen, meine Gesundheit und meine Brille aufs Spiel setzen? Und die beiden waren auch noch zu zweit! So zogen die beiden Spezies von dannen.

Haben Sie die Szene beobachtet? Nein, ich war gerade beschäftigt, habe die Dame bedient. Einige fragende Blicke von hinten waren zu spüren, aber sprechen drüber oder irgendwas bemerken wollte keiner und keine. Ich nahm meine Brezeln, noch immer mehr als verdutzt. Ich dachte mir, dass die Beiden wohl nur zu jenen jungen Leuten gehören können, die an der nahe gelegenen Bildungseinrichtung als Interne wegen des Blockunterrichts auch schon mal übers Wochenende bleiben und eben zu jenen gehören, die nahezu täglich mit Alkoholikas aus dem Laden marschieren und bei nahezu jedem Wetter zum nur knapp entfernten Naherholungsgebiet mitten in der Stadt ziehen. Dort, wo der Rosengarten öfters mal nach Frust, Zerstörung und im Ergebnis nach allgemeinem Besäufnis aussieht…

Hätte ich doch sollen die Polizei anrufen…Mann, Mann…!?!Vorwurf, Anzeige, Gegenüberstellung, Protokoll, Name und Anschrift…wer weiß, wozu die Kerle noch fähig sind, wenn man ihnen zu nahe kommt. Und ganz sicher gibt ’s von der Sorte noch einige…

Hallo, Bänker! Ehrlich währt am längsten…

Wer in den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts als katholischer Jugendlicher seine Kommunion feierte, der weiß bis heute, wie anstrengend die wenigstens monatliche Beichte war, deren “Beichtspiegel” insbesondere im sechsten Gebot schwer an der Keuschheit oder besser an der Unkeuschheit ausgerichtet war.

Jetzt ist nach wissenschaftlichem Schluss zu erfahren, dass für ehrliche Menschen Ehrlichkeit nichts ist, um das sie sich aktiv bemühen müssten. Wer also als Ehrlicher vor der Wahl stünde, entweder zu betrügen oder eben auch materiell korrekt zu bleiben, bei dem komme es im Hirn nicht zu einem Widerspruch der Gesinnung. Hirn-Scans an freiwilligen US-Probanden brachten jüngst amerikanische Wissenschaftler “auf den Trichter”.

Wer jedoch - warum auch immer - ein wenig zur Unehrlichkeiten neige, bei dem konnten die Forscher im prä-frontalen Cortex, einem wichtigen Kontrollorgan im Gehirn, eine besondere Aktivität erkennen.

Die Freiwilligen für die Versuche wurden auf kuriose Weise getestet: sie sollten den Ausgang eines Münzwurfs vermuten. Wer schließlich richtig lag oder eben geraten hatte, erhielt einen Bonus in Geld. Möglich war jedoch auch, einfach nur vorzugeben, Kopf oder Zahl richtig vorher gesagt zu haben…

Auch wenn die Probanden nicht wussten, was mit ihnen angestellt wurde, überwachten die Forscher die Hirnaktivität der Probanden anhand der funktionellen Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRI).
Wird damit sogenannte “Will”-Hypothese untersucht, gilt derjenige als ehrlich, der fähig ist der Versuchung zum Schummeln zu widerstehen.
Dagegen geht die “Grace”-Hypothese davon aus, dass viele ehrliche Menschen nicht versucht sind zu schummeln und sie darin auch nicht versucht sind.

Wahrheit, nichts als die Wahrheit!

Und was immer der Volksmund damit meint, “ehrlich währet am längsten” brachten auch die Tests auf den Punkt: Bei ehrlichen Menschen gilt die “Grace”-Hypothese.
Bei den Probanden, die immer die Wahrheit sagten, zeigten sich keinerlei Hirnaktivität, die auf einen Wechselbad der Gefühle verwies oder darauf, dass der Versuchung zu widerstehen war, irgendwie zu betrügen.
Wer als Proband jedoch während der Tests auch einmal schummelte, bei dem war zu beobachten, wie die messbare Hirnaktivität auf solchen Widerstreit schließen ließ.
Ob Wahrheit oder Lüge und Betrug - stets markierten die Sensoren rege Hirnaktivität im prä-frontalen Cortex.
Dieses erste Kontrollzentrum, um Handlungen zu steuern, bei denen Schummeln und Täuschen mit einer solchen Hirnaktivität verbunden war, macht die Ergebnisse nicht nur für die für Wissenschaftler interessant. Vielleicht werden auch Konzepte für Personal-Manager möglich, die statt des umstrittenen Lügendetektors künftig ihre Auswahl-Kriterien an Will- oder Grace-Hypothese orientieren.
Drum Achtung Bänker! Wer Vermögensanlagen verkauft, der muss sich künftig zwangs-untersuchen lassen…auch im prä-frontalen Cortex.

Familie in 2009 ! - Wie geht das …?

Mit Geld geht viel, doch hält materiell ausgelöste Motivation nicht all zu lange an. Das nun könnte in der Bevölkerung bei der Einschätzung, wie wichtig finanzielle staatliche Leistungen für Familien ist, anders sein. Vielleicht ist die Zustimmung sogar recht hoch. Schließlich halten 77 Prozent das Elterngeld, das seit 2007 bezahlt wird, für eine gute Regelung (12/2006: 61 Prozent).

Und auch die ‘Partnermonate’ fürs Elterngeld werden immer beliebter. So nahmen im ersten Quartal 2009 bereits 18,4 Prozent der jungen Väter ihre
Monate in Anspruch und mit dem erweiterten Kinderzuschlag seit 2008 sind 90 Prozent der Berechtigten zufrieden. Bleibt doch auch dadurch in den Familien der Zusammenhalt konstant hoch.
Drei von vier Befragten schätzen ihre Familiensituation überaus günstig ein, so der Familienmonitor 2009 des Instituts für Demoskopie Allensbach, und bei Eltern mit Kindern unter 18 wird dies noch vorteilhafter gesehen.

Gute Rahmenbedingungen im Berufs- und Alltagsleben sind folglich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überaus wichtig. Familienpolitik, die ermöglicht, dass Beruf und Familie sich vereinbaren lassen und das Einkommen sichern, werden zur ‘Garantie für soziale Sicherheit’.
National und gesamtwirtschaftlich betrachtet führt der erweiterte Kinderzuschlag dazu, dass 250.000 Kinder nicht in die wirtschaftliche und auch nicht in die soziale Armut abgleiten.

Doch nicht nur der Staat, auch die Unternehmen gelten nach Meinung der
überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung als gefordert. In der Krise - aber auch ohne sie - gilt in der Bevölkerung die Ansicht, dass der Staat vor allem Familien unterstützen solle. Das gelte in erster Linie für Familien mit niedrigen Einkommen, für Mehr-Kind-Familien und für Alleinerziehende.

Flexible Zeiten plus Teil-Elterngeld

Als wirtschaftliches Faktum gilt, dass knapp 40 Prozent der Eltern durch ihre Kindschaftsverhältnisse Wirkungen in ihrem Betrieb spüren.
Das nun gilt stärker noch für die Mütter als “nur” für die Väter von minderjährigen Kindern.
Da mag es dem Management deutlich werden, dass Familienbewusstsein auch einen hohen betriebswirtschaftlichen Nutzen haben kann. So ist man sich einig darüber, welche Maßnahmen als “familienfreundlich” gelten können. Dabei stehen flexible Arbeitszeiten ganz weit oben.
Materielle Unterstützung durch die Politik sehen Befragten dann aber auch für Familien, deren Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reicht, was in hohem Maße auch für Alleinerziehenden gilt.
So klingt es im Wahljahr 2009 überaus günstig, dass sich seit 2005 die Bedingungen für Familien mit Kindern verbessert hätten, so eines der Umfrageergebnisse.

Diskutiert wird auf politischer Ebene deshalb wohl auch ein “Teil-Elterngeld”, dessen Ziel es sein soll, zeitlich flexibel zu sein, verbunden mit Teilzeitarbeit in der Phase des Wiedereinstiegs für Mütter und Väter.
Bleibt für den politischen Diskurs abzuklopfen, ob mit dem Elterngeld und dem Ausbau der Kinderbetreuung tatsächlich “Meilensteine” geschaffen wurden, damit Deutschland wieder familien- und damit kinderfreundlicher wird. Schließlich gab es Familien in deren Nöten auch schon im 20. Jahrhundert und vor der Großen Koalition…
Wie heißt es im Klassiker für den Grafen Isolan: Spät kommt ihr, aber ihr kommt. Der weite Weg, Graf Isolan, entschuldigt euer Säumen!

Familie und Beruf “im Zeichen der Burg”

Bisherige Metropolen der Welt aufzuzählen, würde Nürnberg sicher nicht enthalten. Jetzt aber gilt die ‘Stadt im Zeichen der Burg’ als Metropole der familienfreundlichsten Wirtschaftsregion Deutschlands. Ein Prädikat, das vom Bundes-Familien-Ministerium und der Bertelsmann Stiftung als Pilotprojekt unterstützt wurde. Ziel: Familie und Beruf besser aufeinander abstimmen zu können.

Es sind die weichen Standortfaktoren, in die sich auch das Merkmal ‘Familienfreundlichkeit’ einreiht; auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wenn ganze Regionen im Wettbewerb um die Gunst der Arbeitnehmer, der Verbraucher, der Steuerzahler, kurz der Bevölkerung buhlen.

So hat in einem besonderen Fall eine Region die Nase vorn, die den bisherigen und den zuziehenden Fachkräften nicht nur Karriere-Chancen, sondern auch ein familienfreundliches Umfeld bieten kann. Seit 2003 besteht dazu ein Kooperationsprojekt als “Balance von Familie und Arbeitswelt”, für das jüngst die Europäische Metropolregion Nürnberg auf Rang 1 der familienfreundlichsten Wirtschaftsregionen gekürt wurde.

Landräte und Bürgermeister wissen längst, dass Zukunftschancen von Regionen entscheidend davon abhängen, dass Familien attraktive Lebensbedingungen geboten werden. Und mit dem Blick in die nahe und weitere Zukunft wissen auch Unternehmen, dass qualifizierte Mütter und Väter benötigt werden; das Personal wird zum Allokations-Faktor, der am ehesten gefordert wird, wenn erst die Krise gemeistert ist.
Nun ist es Nürnberg, das als Trendsetter für andere Regionen wirken soll und zur Nachahmung herausfordert. Hier seien seit Jahren viele Unternehmen und Experten die Garanten für eine familienbewusste Personalpolitik, wo politische Struktur einen schnellen Konsens möglich machten.

Auch hier: Work-Life-Balance

Aus der Kooperation von Kammern, Kommunen und Familienbündnissen, mit familienbewusster Personalpolitik und Fortbildung im Wirtschaftsumfeld entstand eine erhöhte Mitarbeiterbindung und -identifikation, wird Familienfreundlichkeit erlebbar.
Seit 2000 sind es deutschlandweit 600 Städte und Gemeinden, die sich mit lokalen Netzwerken für Familien und in wechselnder Intensität mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf befassen.
Die Unternehmenskultur mit guter Work-Life-Balance wird auch durch Erfahrungsaustausch in den Regionen multipliziert.

Gibt man den Zahlen recht, dann weist eine familienbewusste Unternehmung eine um 17 Prozent höhere Produktivität aus, begleitet von höherer Motivation, geringeren Fehlzeiten und weniger Fluktuation bei den Fachkräften.

Beteiligt am Pilotprojekt: “Europäische Metropolregion Nürnberg - Auf dem Weg zur familienfreundlichsten Wirtschaftsregion” wird von der Agentur für Arbeit Nürnber, dem Bündnis für Familie Nürnberg, der DATEV eG, dem Forum Wirtschaft und Infrastruktur der Europäischen Metropolregion Nürnberg, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der IHK Nürnberg fürMittelfranken, der Initiative Familienbewusste Personalpolitik in der Metropolregion Nürnberg, Stadt Coburg, Bündnis “Coburg - Die Familienstadt” und “Susanne Bohn Leadership Competence”.

Von Partnerwahl, Hautflora & Körpergeruch

Im Zeitalter von 8×4, AXE und einem Markt mit der Vielfalt unzähliger Deo-Roller kann die Aussage, den oder jene kann ich nicht riechen, eigentlich nur noch kollegial oder sozial-psychologisch ausgelegt werden. Jemanden gut riechen zu können, könnte dagegen glatt für eine Liebeserklärung gehalten werden. Haben Forscher doch festgestellt, dass Liebe nicht nur durch den Magen, sondern auch durch die Nase geht.

Im allgemeinen wird der sechste Sinn bei der Partnerwahl eher unterschätzt, ist man oder frau doch eher davon ausgegangen, dass die körperliche Erscheinung, die Kleidung, der Humor, der erste Blick oder der Charakter die Anziehungskraft der Individuen bestimme. Doch eines wurde meist missachtet: die Nase oder besser der Geruchssinn, der im Sexual- und Liebesleben eine herausragende Rolle spielt.

Das Riechorgan, wie es im Roman Das Parfüm in epischer Breite beschrieben wird, sollte jedoch nur ein Kriterium für die Wahl des Lebenspartners, des Freundes, des Sexualpartners sein. Auch wenn der Geruch des Gegenüber schon mal möglich macht, die “Guten” von den “Schlechten” zu trennen.

Schweizer mit besonderer Nase …?

In Bern, der schweizerischen Stadt der vermeintlichen Langsamkeit, hat wohl ein Experiment mit 49 junge Frauen ein überraschendes Ergebnis erbracht. Sie mussten jeweils an sechs Hemden riechen, die zwei Nächte lang von jungen Männern getragen wurden. Um den Männerduft pur riechen zu können, war den Probanden Deo, Rasierwasser oder Parfüm versagt.
Die Frauen waren schließlich dran, den “unkontrollierten” und wohl deswegen auch “ungezähmten” Männergeruch auf dessen Wirkung zu beschreiben.
Sie nutzten die Frage-Kriterien: Welcher Körperduft war zu intensiv? Welcher war angenehm, welcher sogar aufregend? - Doch die Ergebnisse waren nicht zwingend romantisch.
Für den Laien eher schleierhaft, doch für die Wissenschaft klar: die Empfindungen bei den Riecherinnen hingen von den sogenannten MHC-Genen im Erbgut der Probandinnen und den Genen derer ab, die die Hemden getragen hatten.
Warum auch immer, die benannten Gene spielen im Immunsystem eine wesentliche Rolle. Und auch im Tierreich sind sie entscheidend für die Partnerwahl, was Versuchsreihen mit Mäusen längst bewiesen haben: Mäuseweibchen schnuppern lange am Männchen herum, bevor sie ihren Partner erwählen. Weicht sein MHC-Muster stark von dem des Weibchens ab, hat der Mäuserich wohl gute Chancen, sich fortzupflanzen.

Individuelle MHC-Profile

In diesem Sinne vermutet nun die Wissenschaft, dass individuelle MHC-Profile darüber entscheiden, wie gesund, respektive wie anfällig ein Männchen ist, was darüber bestimmt, ob das Gen-Muster einen starken und gesunden Partner ausmacht. Der die Art gefährdende Inzest, kann möglicherweise vom Weibchen reduziert werden, wenn das ähnliche MHC-Gen als Gradmesser der Verwandtschaft errochen und vermieden wird.
Die Berner Forscher wollen in der Folge festgestellt haben, dass Frauen, die nicht mit der Pille verhüten, männlichen Duft immer dann als angenehm bewerteten, wenn ihr MHC-Muster wesentlich von dem der Männer abweicht. Umgekehrt bei Frauen, die die Pille nehmen: Gerüche von Männern mit ähnlichen MHC-Versionen galten als attraktiv.
War die Mehrzahl der Frauen bislang davon angetan, dass Männer Deo und Parfum benutzten, stellt sich denen die Frage, ob das klug ist oder eben war…?
Denn der künstliche Duft bringt weibliche Sinnesorgane ziemlich durcheinander, was dazu führt, dass eine subjektiv-objektive Partnerwahl - nach MHC-Muster - gar falsch ausfällt.
Was nun bei Single-Weib mit Schnupfen oder wenn man(n) den Kollegen seines intensiven, weil bakteriell ausgelösten Körpergeruchs tatsächlich schon auf Meter riecht…?
Sie kann ihn nicht riechen und den Kollegen nimmt sein intensiver Körpergeruch manchmal gar den Atem… Im einen Fall könnte ein Nasenspray helfen, im anderen nur der Tipp an den eventuellen Traummann:
Als Hautflora bezeichnet man die Gesamtheit der auf der Haut siedelnden Mikroorganismen, die sich auf verschiedenen Hautpartien aufhalten, vermehren und mit dem eigentlich geruchsfreien Schweiß in Reaktion begeben. Dabei kann es zu bakteriellem Befall kommen, der dann erst Körpergeruch auslöst. Seife hilft da kaum noch, auch nicht bei der Kleidung. Ein Ur-Alt-Rezept eines ehemaligen Dermatologen:
einmal wöchentlich oder bei Bedarf tupfen und zwar mit :

Hexachlorophenum 2,0
Acid. Salicyl. Pulv.Subt. 12,0
Glycerinum 32,0
Alcohol Isoprop. 70 % ad 400,0

Zum äußeren Gebrauch! Na dann….Bonne Chance!

Harmonie im Ich …

… o d e r wie wär’s mit Work-Life-Balance?

Ach, was muss man doch von bösen Chefs so manchmal lesen…- Wilhelm Busch war sicher keiner, der sich seiner Arbeit wegen Stress bereiten ließ. Doch heute gehört eine Balance zwischen Arbeit und Privat zu den großen individuellen Schwierigkeiten im gesamten Sozialleben. Beweis dafür sind durch Stress erkrankte Arbeitnehmer, von denen einige sich bereits dopen (siehe an andere Stelle im Blog).

Von Soziologen wird bereits unterstellt, dass Scheidungs- und Geburtenraten abnehmen, weil durch die Komplexität im Berufsleben ein ganz deutliches Problem auftritt: fürs Privatleben, für Familie, Freunde und Freizeit bleibt immer weniger Zeit. Geraten das seelische und körperliche Gleichgewicht aus den Fugen, wird meist das Burn-out-Syndrom benannt, werden Beschwerden durch Tinnitus kaum behandelbar, wen nicht nur beim Manager Dauerstress nicht abgebaut werden kann.

Liebenswerter Zeitverschwender

Plakativ gelten Fische-Geborene als liebenswerte Zeitverschwender, die auch ihre Arbeitszeit nicht ständig effizient umsetzen: Schwaches Zeitmanagement, Termin-Schlamperei, keine Koordination mit Zielführung.
Für eine optimierte Work-Life-Balance ist nun aber individuelles Management besonders wichtig. Wo aber sind die Firmen und ihre Management, die durch besondere Maßnahmen auch Arbeitskraft und Gesundheit schonen? ZU verhindern ist, dass “dienende” Mitarbeiter zu wenig Rücksicht mehr auf sich selbst nehmen.
Was aber ist zu halten von einer Empfehlung, die für eine Work-Life-Balance
auf eine A- und eine B-Liste setzt?
A beantwortet: Was ist im Privatleben wichtig? Anerkennung, Status in der Gesellschaft, Partnerschaft, soziales Engagement….
Liste B möge Ziele markieren, die erreicht sein wollen: verlässlich in der Partnerschaft, Leitbild zu sein für Kinder, Weiterbildung, viel von der Welt zu erfahren…
Wer aber kann eigene Ziele auch selbst kontrollieren, ob diese machbar und real sind. Welcher Wert gehört zu welchem Ziel? - Wer glaubt an Balance allein dadurch, dass ein Wert ein Ziel hat oder ein Ziel einen dazu gehörigen Wert?
Steht die Karriere vor dem Privatleben, liegt ein legeres, locker zu genießendes Privatleben noch weit entfernt.
Und dann sind da noch die “Zeitfresser oder auch die Zeitdiebe”, die aus der Welt zu schaffen sind. Wer Aufgaben nicht in Kategorie A = “sehr wichtig, sehr eilig” bis hin zu D = “nicht wichtig, nicht eilig” einstuft und keinen Zeitplan parat hat, darf sich nicht wundern, wenn A-Aufgaben plötzlich in hektischen Zeiten auftauchen…
Zählt man Stressfaktoren auf dann sind dies Telefon, email, Anfragen von Kollegen, gestörtes Betriebsklima, Zeitdruck, aber auch Kunden.
Wer gern mehr Zeit für sich hätte, muss schon seinen Arbeitsvertrag ändern, was von den Chefs verstanden wird, die darin die Motivation für die nahe Zukunft sehen.
Schon gibt es Unternehmen, die die Ansprüche an die Work-Life-Balance in ihr Leitbild aufgenommen haben. Doch Work-Life-Balance beruflich umzusetzen, erfordert auch die Arbeitsorganisation zu ändern.

Nicht wie Pfarrer Nolte…

…denn der macht’ es wie er’s wollte. Viel eher sind Mitarbeiter danach zu frage, wie Wünsche und Vorstellungen zum Anforderungsprofil passen. ZU überlegen sind Teilzeit- und das Gleitzeit-Modell; Telearbeit von zu Hause; Arbeitszeit-Konten; Job-Sharing; “Sabbatical” oder “Sabbatjahr” als eine bis zu zwölf Monaten dauernde Auszeit. Und auch die Betreuung von Mitarbeiter-Kindern ist zu bedenken über Betriebskindergärten oder Elterninitiativen. Nicht zu vergessen gesponserte Besuche im Fitnessstudios oder gar mobile Massage am Arbeitsplatz… Und noch was: Gehen Sie als Chef mit Leitbild-Funktion voran…für eine lange, lohnenswerte, gemeinsame Zeit.
S c h a d e ! - Jetzt haben wir tatsächlich die Finanzkrise, die Konjunktur, die schwache Inlandsnachfrage und den materiellen Egoismus vergessen…