Monatsarchiv: August 2009

Traumschule oder Schule als Traum

- Ein Katalog für Eltern und Großeltern -

Einst gab es für den Bub und das Mädel gar keine Wahl ! Dort, wo man im Quartier wohnte, kam man auch in die ‘Volksschule’ oder später in die Grundschule. Nicht mehr allzu lang und in keiner Bewerbung steht mehr ‘Volksschule’ für den Beginn des Bildungsweges.

Denn die Privaten Schulen haben Konjunktur. Vielfältige Angebot, lange Wartelisten, hohe Gebühren, meist anhängig vom Jahreseinkommen der Eltern - private Grundschulen liegen im Trend!.
Eltern haben nur noch wenig Vertrauen in die staatlichen Angebote; gesucht wird die “perfekte Welle”, die das Kind auf den gehobenen Bildungsweg spült. Das Leitbild der Erst-Schule bestimmt als erstes die Karriere der Abkömmlinge…

Heute nun ackern Eltern dicke Schulbroschüren durch und schmökern in Erziehungs-Ratgebern. Doch worauf ist zu achten, wenn’s um die richtige Schule, um den richtigen Einstieg geht? Was muss, was darf, was kann, was soll…? Für folgenden Check gilt der Katalog frei nach SPIEGEL online.

1. Was wissen bereits Freunde- und Bekannte! Welches Leitbild, welche Tatsachen bestimmen den erwartet guten Ruf der Schule? Was wissen bereits andere Eltern von dieser Schule?

2. Was gilt als “das” pädagogische Konzept? Wie läuft der Unterricht? Sind Projektarbeiten und Schüleraustausche und/oder Schulpartnerschaften im Angebot? Wird gleich multi-lingual erzogen?

3. Wie ist die Quote von Lehrern zu Schülern, wie groß sind die Klassen? Wird Team-Teaching praktiziert?

4. Welchen Eindruck vermittelt das Schulgebäude? Was wird am Tag der offenen Türen erkant und entdeckt oder erfahren? Wo liegt die Schule und wie kommt man dahin?

5. Wie ist das Equipment der Schule einzuschützen? Bieten sich genug Computer-Arbeitsplätze? Welche Atmosphäre vermitteln die Klassenräume? Ist die Schule ein Ort, an dem sich ein Kind tagtäglich und für mehrere Stunden gerne aufhalten wird? Welche Bestände bietet eine Schulbibliothek, wie hockt es sich im Computerraum? Wird Medienkunde mit Film- und Foto geboten? Kann musikalisch/ instrumental gewirkt werden? Wie attraktiv sind die Fachräume für Chemie und Physik.? Kann man sich künstlerisch mit Malen- und Zeichnen entfalten? Und schließlich: Wer sind die Sportlehrer mit welchem Ehrgeiz?

6. Was wird außerhalb des Unterrichts angeboten? Was bieten Arbeitsgemeinschaften, die Schülerzeitung, der Schulchor oder der Schulsport? Wird von Schülern deren Leben in der Schule aktiv mitgestalten?

7. Was bietet sich an nach Unterrichtsschluss? Gibt es die gesicherte Betreuung, wo, wie lange und durch wen?

8. Welche Verpflegung wird geboten? Mittagessen oder nur Cafeteria? Wo kann man sich ohne Unterricht aufhalten?

9. Welche Rolle spielen Eltern für das Schulleben? Wie sind Elternbeirat, Schulkonferenz, Schülermitverwaltung organisiert?

10. Welche Prioritäten entdeckt man im Leitbild der Schule? Wo liegen die Schwerpunkte - im musischen Bereich oder in den Naturwissenschaften?
Zu welchen Externen, Personen oder Einrichtungen, kooperiert die Schule?
Bei wem und wo findet man Begleitung - bei anderen Schulen, Vereine, Theatern, Jugendorganisationen, Unternehmen oder Medien?

Fazit: Gingen Sie gerne zur Schule? Wenn NEIN, wie muss die Schule sein, auf die ich heute gerne ginge…? Und fragen Sie dazu bitte nicht die Lehrer!!

Vom Seitensprung im “autobiografischen Ich”

o d e r “Ich geh’ nicht fremd, nur bekannt…!!??

Nicht in jedem Fall wird man populär, auch nicht zwingend dann, wenn man zwei Romane und drei Sachbücher veröffentlicht. Doch spätestens mit der “philosophischen Reise” machte er Furore: “Wer bin ich - und wenn ja, wieviele?” wurde zum Renner.
Wenn Richard David Precht jetzt mit “Liebe - ein unordentliches Gefühl” erneut auf der Bestseller-Liste steht, und das schon seit geraumer Zeit (August 2009), dann liegt das wohl daran, dass das Buch von Frauen und Männern handelt. Mehr noch, es geht auch um die geschlechtliche Liebe zu einem Liebespartner…

In 14 Kapiteln und mit dem Einstieg, was Liebe mit Biologie zu tun hat, über die Frage, ob Männer und Frauen tatsächlich anders denken, geht es dann in Kapitel 8 auch um die Liebe unter Kulturwesen und … ja, und auch darum: Kann ich lieben, wen ich will?
Begreift man mit Precht den Menschen als ein Kulturwesen und nicht als Ergebnis einer evolutionären Biologie und Psychologie, dann treffen diese in ihrem Leben nicht mit Genen zusammen, auch nicht mit Emotionen oder Gefühlen, nicht einmal mit Gedanken.
Wer als Kulturwesen zu sich “Ich” sagt, spielt bei ständig wechselnden Einstellungen zu sich selbst nicht nur eine soziale Rolle, sondern viele verschiedene. Und das kann andere Menschen anziehen oder abstoßen. So weit, so gut und D’accord!
Somit gilt Liebe unter Kulturwesen auch nicht als einfache Antwort des mesolimbischen Systems im Zwischenhirn. [...] Viel mehr spielen wir mit unseren Partnern und Sexualpartnern ein Gesellschaftsspiel, bei dem wir uns im Blick des anderen spiegeln [...]. Ein Spiel des Deutens, und das ist weit komplizierter, so Precht, als wenn der Hirsch seiner Hirschkuh auf deren Instinkt hilft.
Beim Menschen nämlich sei dies komplizierter. Ein Lächeln muss nicht überzeugen, ein erster Satz kann voll daneben gehen. Wichtig festzustellen ist auch, dass vermeintlich gute Gene nicht verraten, wie es um das sexuelle Einfühlungsvermögen, die erotische Phantasie oder die Sinnlichkeit im Bett bestellt ist.

Der Mensch, ein Tier mit Sexualität

Und so stempelt Precht den Sex zu einem ausgesprochen weitläufigen Areal komplizierter Psychologie, sei es doch für fast alle Menschen ausgesprochen erregend, zu erregen und erregend gefunden zu werden. Ein Superlativ beweist alles: Der Mensch ist das Tier mit der bei weitem interessantesten Sexualität.
Und so geraten die “Ich-Zustände” in Erregung, wenn wir (?) mit jemand anderem Sex haben. Das “Körper-Ich” wird von Hormonen überflutet, dass mein “Ich als Erlebnissubjekt” als höchst erregend empfindet.
Das “autobiografische Ich” erfreut sich, wenn mit einem anderen faszinierenden Menschen das Bett oder der Feldweg geteilt wird…wenn da nur nicht das “moralische Ich” wäre, das da immer wieder dazwischen funkt.

Fazit: der stärkste Reiz beim Fremdgehen - sowohl bei Frauen und Männern - ist wohl nicht die Suche nach optimalen Genen oder ein “ungezügelter Vermehrungsdrang”.
[...] Es ist die Suche nach einem frischen neuen Bild von sich selbst, aufregender verführerischer und attraktiver als das , was uns der Partner einer Langzeitbeziehung nach Jahren der größtmöglichen Vertrautheit noch zugesteht [...]. Ja, Saperlott, dieser Precht…hat der wohl noch recht.

Aber lesen Sie selbst…Richard David Precht; Liebe - eine unordentliches Gefühl, Verlag Goldmann; 2009.

Ich für den Staat oder der Staat für mich…?!

Querfinanzierung contra bürgerschaftliches Engagement

Auch in den Sommermonaten fällt es vielen Haushalten nur einmal monatlich auf: die Abschlagszahlung an den Energieversorger ist dieselbe wie schon seit geraumer Zeit. Was viele nicht wissen, andere nur vermuten und ganz wenige rechnerisch sehr genau wissen: bei den Umsätzen aus dem Verkauf von Wasser, Strom oder Gas kalkulieren die Geschäftsführer der örtlichen Energieversorger - meist mehrheitlich im Eigentum von Städten und Gemeinden - jene Millionen-Verluste mit ein, die aus dem örtlichen Nahverkehr, aus dem Betrieb von Frei- und Hallenbädern oder auch aus dem Betrieb von Parkhäusern entstehen.

Das bedeutet, dass kaum ein Mieter sich wehren kann, schon gar nicht, wenn er zu den sozial Schwachen gehört und sein Vermieter eben genau dort die Energie bezieht, wo vom Vertragspartner Stadtwerke schon seit Jahren die Querfinanzierung betrieben wurde. Ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Einzelnen und verbunden mit der Tatsache, dass die Energie aus Öl oder Pellets eben keinen Beitrag zur Querfanzierung leistet.
Jene, die sich diesem Gebaren seit Jahren mit Widersprüchen und juristischen Klagen - auch wegen falscher Preiserhöhungsklauseln - entgegen stellen, werden als “Gas-Rebellen” und als ständige Nörgler von Stadträten dann auch noch öffentlich verunglimpft….

Politisch mehr als nur gewollt

Wenn gar Bürgermeister im Zusammenschluss eine solche Querfinanzierung als politisch korrekt vertreten, dann halten es einige schon für dreist, dass ausgerechnet diese Amtsträger wie grad mal nebenbei beim “gemeinen Mann und der gemeinen Frau” auch noch weiteres bürgerschaftliches Engagement verlangen. Als ob eine “Gas-Steuer” nicht schon belastend genug wäre.

Wenn nun gleichzeitig aktuell propagiert wird, dass ein Drittel der Bevölkerung sich freiwillig engagiert und 17 von 100 mindestens einmal im Monat, kann dies tatsächlich als Ergebnis eines Berichts zur Lage des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland gelten.
Wer jedoch bis in den Juli eines laufenden Jahres - dem Steuertag - Gebühren, Sozialabgaben, Beiträge und Steuern an “Vater Staat” zahlt, der hat - ganz materiell betrachtet - schon genug “Bürgerschaft” geleistet!

Nun steht jedoch im Mittelpunkt der Untersuchung der Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Familie, was “riesige Chancen für die Zukunft unserer Gesellschaft” eröffnet, so die Politik auf höchste Ebene.
Es möge sogar noch einfacher und attraktiver werden, für andere aktiv zu sein. Wenn nur mal die Politiker - selbst die Normalos im Ehrenämtern eines Gemeinderates - mit mehr Leitbild voraus eilten, als dem, was derzeit als Wahlkampf, als Wahlkampf-Team als Wahlversprechen geboten wird.

Zugegeben: Familienorientiertes bürgerschaftliches Engagement hat viele Gesichter. Als nachbarschaftliche Hilfe, im Freundeskreis, in 500 Mehrgenerationen-Häusern, in 4.400
Elterninitiativen oder in festen Strukturen eines Vereins.

Na dann: Nationales Forum

Da lässt sich dann schon mal die Provokation lostreten: Wenn der Staat den Langzeit-Arbeitslosen oder einer “Bedarfsgemeinschaft” mit Hartz IV begegnet, wer die Gesundheitsreform nicht voran bringt, wem das Geld für Lehrer und für die Sanierung von Schulen fehlt, wenn in Gemeinden gesammelte Handfeuerwaffen schließlich doch wieder “vermarktet” werden,
dann wird sich mancher bewusst machen, dass wer als Politiker versagt, doch wohl auch von “seinen Bürger” nicht weit mehr wird verlangen können… nationale Engagementstrategie hin oder her.
Man darf gespannt sein auf ein “Nationales Forum für Engagement und Partizipation”, von dem bis Herbst 2009 gezielte Vorschläge kommen sollen. Na, dann…
Im Herbst wird es aber auch wieder kälter und danach sind die Strom- und Gaspreise noch immer mit Verlustausgleich belastet…aber im Verein lässt sich ja auf öffentliche Kosten duschen, dann stimmt’s fast wieder…

… und später ab ins Heim…??

o d e r Wohngemeinschaften für Jung und Alt!?

“Abwarten und Tee trinken”, ist nur eine schwache Devise, wenn für Angehörige mit 85 Lebensjahren in deren beginnender Demenz ein Heimplatz gefunden ist. Da kommt einiges an Aufgaben zusammen, wenn es darum geht, über den MDK die Pflegstufen I, II oder gar III zu erlangen, den Krankenhausaufenthalt in dessen Wirkung zu mindern oder aber sich zum wiederholten Mal um verloren gegangene Lesebrillen oder den Zahnarztbesuch zu kümmern.

Da liest man denn auch die FOCUS-Titelgeschichte zur “Demenz” (August 2009) mit ganz anderem Sinn und hirnt, was wohl die Alternative wäre: Demenz-Wohn-Gruppe oder Betreuung im Alten- und Pflegeheim?
Es dürfte demnach auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, wenn drei Millionen Euro für innovative Wohngemeinschaften im Programm “Wohnen für (Mehr)Generationen” des Bundesministeriums für Familie und Senioren ausgegeben werden sollen. Vor allem, in welchem Zeitraum?

Auch wenn bundesweit 30 Sieger des Programms “Wohnen für (Mehr)Generationen - Gemeinschaft stärken, Quartier beleben” ermittelt wurden, die über Wohngemeinschaften zum Ziel haben, neue Formen der Gemeinschaft zu entdecken, Lebensfreude zu stärken und Eigeninitiative zu zeigen, werden ab 1. September die Mittel des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der KfW Förderbank mit 100.000 Euro je Projekt nur einen Teil der eher zahllosen Betroffenen erreichen.

Kommt sicher: der demografische Wandel

Als unausweichlich gilt der demografische Wandel, begleitet vom anhaltenden Wunsch der meisten älteren Menschen, so lange wie möglich im gewohnten Lebensumfeld bleiben zu wollen.
Da sind kluge und praktische Ideen zu erproben, wie geeignete Wohnformen für ältere Menschen aussehen können.
Für jetzt ausgewählte Projekte mag sich zeigen, dass es praktikable und wohl auch günstige Alternativen zu Pflegeheimen geben kann. Doch welche Gruppen innerhalb der Gesamtbevölkerung ist bereit und bewusst genug, in Wohngemeinschaften als Jung mit Alt zu leben, sich wohl zu fühlen und sich füreinander zu engagieren.
Wer mag davon sprechen und es auch so empfinden, dass “alle profitieren”? Da stimmt zwar, dass ältere Menschen über ein hohes Maß an Lebenswissen und einen wertvollen Erfahrungsschatz verfügen. Ob man dieses Maß an Sozialisationserfahrung aber geschenkt erhalten möchte, ob Zeit und Rat erwünscht sind, muss für viele Individuen offen bleiben.

Blüte der jungen Familienjahre

Wer lernt dem jungen Menschen, der jungen Familie, dass es Generations-Aufgabe ist oder besser sein müsste, älteren Menschen im Alltag behilflich zu sein?
Wer schätzt in der Blüte seiner frühen Familienjahre die gegenseitige Unterstützung und wer mag die direkte Nähe, die Familien und Generationen zusammen hält?

Als Idealbild gilt bis auf Weiteres, dass ausgewählte Wohngemeinschaften vorbildliche Lösungen für die inner und äußere Barrierefreiheit der Gebäude bieten. Mit ihrer Lage und Angeboten können sie durchaus teilnehmen am Gemeindeleben mit gemeinsamen Freizeitaktivitäten, Tagen der offenen Türen und Patenschaften für pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung.

Wenn jedoch nur wenige auserwählte Wohngemeinschaften bis zu 15 Personen Platz bieten, mag dies bei vielen Gemeinsamkeiten die Projekte durch individuelle
Besonderheiten auszeichnen, doch ein Großteil derer, für die es sinnvoll und wünschenswert wäre, lebt nun mal nicht eben grad dort, wo leer stehende Klassenzimmer zum Wohnzimmer umgebaut werden.

So muss wohl die Soziologie noch einiges leisten, bis die Teilnehmer an den Wohngemeinschaften zwischen zwei und 75 Jahren sich bundesweit der Unterstützung unabhängiger Sachverständiger aus Verbraucherschutz, Seniorenorganisationen, Wissenschaft und Wohnungsverbänden sicher sein können.

Die Familien schrumpfen!

Auf Enkel darf (nicht mehr) gewartet werden!

Zugegeben, Mitte der 70er im vergangenen Jahrhundert waren die “jungen Wilden”, die vermeintlichen und verkappten 68-er - viele aus der Provinz -, trotz ihrer oft akademischen Laufbahn nicht die eigentlichen Söhne und Töchter ihrer Eltern.

Wer im Wirtschafswunder groß geworden war und damals noch mindestens ein Geschwister hatte, der macht es deswegen den Eltern nicht gleich nach. Da stand zuvorderst der Wunsch, einmal besser wohnen zu wollen als bei der Baugenossenschaft oder in der Jugend-Mansarde des Gagfah-Blocks.

Nur eine Tochter oder auch den einen Sohn wollte man mit ins bessere Leben nehmen; das Zweitauto stand oft im Vordergrund und die Urlaube wurden im Jahreslauf etabliert.
Mutter war in vielen Fällen halbtags oder mit halbem Deputat beschäftigt, falls mindestens eine Oma mitmachte, und im Bekannten- und Freundeskreis der früheren Mitschüler bis Klasse 13 bei zwei Kurzschuljahren gab ’s eigentlich “nur Lehrers”.
Die Welt war und blieb eigentlich in Ordnung; die meisten Familien, die in den 70er geschlossen wurden, blieben intakt. Jetzt warten einige auf die Enkel, die ihnen vorenthalten werden.

Denn heute gilt was ganz anderes. Als statistisch und amtlich gilt: Akademikerinnen in Deutschland haben mit Kindern nun gar wenig nur zu tun. Von 100 Frauen mit Diplom zwischen vierzig und fünfzig haben 28 keine Kinder; in den alten Bundesländern sind es sogar 31.
Weiter unten in der “sozialen Klassifizierung” sieht es anders aus: Frauen, auch ohne Berufsausbildung, gebären mehr Kinder als gleichaltrige Gebärfähige mit Abi, Ausbildung oder Diplom.

Das nun mag für Familienpolitiker als gar nicht so neue Erkenntnis der Statistiker als interessant gelten, für die Bildungspolitik stellt die Tatsache eine explosive Mischung dar, die sich irgendwann mit unbekannter Wirkung entladen wird…
Da wird nämlich auch zum Faktum, dass die Vermischung der Kinder in Sachen Herkunft und Bildung sich immer weiter verschlechtert. Ist doch der ungünstige, respektive günstigere Zusammenhang zwischen sozialem Status im Elternhaus und dem Schulerfolg der Kinder ausreichend bekannt und in Deutschland besonders ausgeprägt.

Ist die Mutter denn gebildet?!

Und auch die Soziologen wissen, dass der Bildungsstand der Mutter die Entwicklung von Tochter oder Sohn stärker beeinflusst als der des Vaters, weil diese weniger Zeit mit ihnen verbringen.
Sind folglich Frauen mit bester Ausbildung zunehmend gegen eine Familie eingestellt und wird diese Gruppe größer, muss künftig in den Schulen mit mehr Kindern zu rechen sein, deren Bildungsvoraussetzungen schlechter sind und die während ihrer Schulzeit häuslich eher nicht gefördert werden können. Dieses Szenario wird dadurch verschärft werden, dass die Zahl der Kinder von schwächer gebildeten Migrantinnen höher ist als der anderer Familien..
Fazit: Wer an das Selbstverständliche geglaubt hat und daran, dass die jeweils jüngere Generation besser ausgebildet sei als die vorhergehende, der wird irren. Wird nicht in aller Deutlichkeit in Kindergärten und Schulen investiert, dreht die Spirale nach unten . Was folgt ist Standortnachteil für die deutsche Wirtschaft.

Gegen zu steuern ginge, wenn es gelänge, auch gebildete Frauen von einer Mehrfach-Mutterschaft zu überzeugen.
Dafür reicht es nicht, mehr Kita-Plätze einzurichten; es müssen auch die Arbeitgeber “endlich schnallen”, dass Müttern - und Vätern - mehr Alternativen aufzuzeigen sind, Kind und Karriere zu vereinbaren.
Dann nichts wie ran…die biologische Uhr tickt! Bei der Frau eher als beim Mann.

Jugend im Ehrenamt: Stolz und Selbstbewusstsein

Nur noch zwei Wochen (bis 15. August 2009) läuft die Bewerbungsfrist, dann können vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutsche Bundesjugendring Jugendliche ausgezeichnet werden, die sich ehrenamtlich engagieren. Bis dahin können sich alle Verbände und Gruppierungen , die im Jugendbereich tätig sind oder das Engagement junger Menschen fördern, für den diesjährigen Heinz-Westphal-Preis bewerben.

Gesucht werden kreative Projekte und Aktionen, über die das ehrenamtliche Engagement junger Menschen möglich und gestärkt wurde oder durch die Jugendliche zu freiwilliger Arbeit motiviert wurden. Idee und Zielsetzung sind nicht vorgegeben, weshalb Projekte zur Integration oder auch das Engagement Jung für Alt die Inhalte bestimmen.
Auch wenn Einzelpersonen nicht teilnehmen dürfen und können, wird es Aufgabe von Experten sein, des Bundesministeriums für Familie und Jugend, des Deutschen Bundesjugendring sowie von Wissenschaftler aus der Jugendforschung , die Siegerprojekte auszuwählen.
Die Gewinne beim Heinz-Westphal-Preis 2009 werden Anfang Dezember mit insgesamt 15.000 Euro Preisgeld geehrt und ihre Arbeit in einer Dokumentation publiziert.
Ob Jugend-Rotkreuz oder Jugendfeuerwehr, ob DLRG-Nachwuchs, ob 72-Stunden-Gute-Tat oder Tier-Betreuung an der Behinderten-Einrichtung - mit anderen jungen Menschen Projekte zu stemmen, um Aufgaben zu lösen oder anderen zu helfen, gilt bezüglich der Sozialisation nicht nur als Riesenspaß, sondern gibt auch Kraft und Selbstvertrauen. Dabei sammeln Jugendliche beim freiwilligen Einsatz wichtige Erfahrungen und motivieren andere, es ihnen gleich zu tun oder sich anzuschließen.
Der Heinz-Westphal-Preis bietet den Rahmen, kreative Pläne zu realisieren und eigene Hilfsprojekte zu entwickeln.
Der Deutsche Bundesjugendring ist das Netzwerk der Jugendverbände und Landesjugendringe und vertritt mehr als 5,5 Millionen Kinder und Jugendliche.
Ehrenamtliches Engagement ist die Basis für unsere Arbeit, weiß man nicht nur beim Deutschen Bundesjugendring, geboten werden Kindern und Jugendlichen die Freiräume, sich selbst bestimmt zu entwickeln. Vor Ort wird in den Gruppen verantwortlich gehandelt.
Mit dem Heinz-Westphal-Preis sollen junge Menschen angeregt werden, sich immer wieder neue heraus fordern zulassen.
Benannt ist der Preis nach dem Mitbegründer des Deutschen Bundesjugendrings benannt, der alle zwei Jahre ausgeschrieben wird. Gewürdigt wird damit das ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen in Deutschland.

Weitere Informationen unter www.heinz-westphal-preis.de und www.dbjr.de

Heinz Westphal ist Mitgründer des Deutschen Bundesjugendring und hat dabei einiges bewegt. Ende der 40er Jahre engagierte sich Heinz Westphal für die Gründung des Deutschen Bundesjugendring (DBJR).
Ab 1954 war er im DBJR-Vorstand aktiv, später als Geschäftsführer.
1965 wurde Heinz Westphal in den Bundestag gewählt, wo er sich politisch für die Jugend engagierte. Sein Antrieb war vor allem, Jugendliche für die Demokratie zu begeistern und ihnen in der Gesellschaft mehr Gewicht zu verleihen.
Seine Erinnerungen nannte er daher auch „Jugend braucht Demokratie – Demokratie braucht Jugend“. Denn der Austausch mit jungen Leuten war für ihn keine Einbahnstrasse, sondern ein Dialog auf gleicher Höhe.
Stark geprägt haben Heinz Westphal seine Erlebnisse als Jugendlicher während der Nazi-Zeit.
1939 musste er aus politischen Gründen ohne Abschluss die Schule verlassen.
Drei Jahre später starb sein Vater, der sich gegen die Nazis gewendet hatte, an den Folgen der Haft im Konzentrationslager.