Monatsarchiv: Dezember 2009

Prof. Sonnentag rät: Mehrmals kürzer gegen die Stressoren!

Wer Sonnentag heißt und am Bodensee lebt und arbeitet und das auch noch als Urlaubsforscherin, der muss es eigentlich gut haben, sollte man meinen. Denkste! Frau Professor Doktor Sabine Sonnentag weiß als Arbeits- und Organisationspsychologin nämlich offensichtlich noch zu wenig oder eben noch gar nicht, welche Formel für den kurzen Urlaub gilt, damit dieser zur Erholung wird oder eben eine ist…

Eins nun gilt als sicher, so nachzulesen unter Wissenschaft in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung „zwischen den Jahren“, also der Ausgabe vom 27. Dezember 2009: „Wer sich kaum erholt, verkürzt seine Lebenserwartung, aber er verliert auch an Leistungsfähigkeit und Kreativität“.

Und weil keiner wisse, wie es wirtschaftlich weitergehe und viele Angst um den Job haben - die Lehrer sind fein raus, liegen abseits und sind thematisch wohl uninteressant -, und weil die Krise sich verschärft hat, gilt eine Forschungsfrage beim Sonnentag-Forschungsprojekt als wichtig: „Was bringt ein Kurzurlaub?“
Der Leser der FASZ kann sich also nach der Sonntagslektüre auch der Sonnentag-Darstellung auf deren Web-Site der Uni Konstanz widmen:
Urlaub gehört für viele Menschen zu den „Highlights“ des Jahres. Aber nicht alle haben die Möglichkeit, mehrere Wochen am Stück zu verreisen. Ein Kurzurlaub ist oft eine Alternative. Es ist jedoch noch recht wenig darüber bekannt, ob man sich wirklich gut in einem Kurzurlaub erholen kann.
An einem Forschungsprojekt an der Universität Konstanz untersuchen wir deshalb, wie gut sich Menschen in einem Kurzurlaub erholen können. Darüber hinaus soll herausgefunden werden, was einen erholsamen Kurzurlaub ausmacht. Mit unserer Untersuchung wenden wir uns an berufstätige Menschen, die einen Kurzurlaub planen. Unter einem Kurzurlaub verstehen wir einen Urlaub, der mindestens vier Tage und höchstens eine Woche dauert. Sie können auch an der Untersuchung teilnehmen, wenn Sie Ihren Kurzurlaub erst für den Herbst geplant haben.

Interessiert? Dann ‘ne E-Mail an kurzurlaub@uni-konstanz.de. Von dort kommen dann wohl die Fragebögen, die entweder übers Internet oder auch auf Papier beantwortet werden können.
Als erstes gilt als wichtig, einen Fragebogen zwei Wochen vor dem geplanten Kurzurlaub auszufüllen. Und damit das Ganze noch ein wenig spannender und reizvoller wird, nehmen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die alle Fragebogen ausfüllen und zurücksenden, an einer Verlosung von Buchgutscheinen teil.
Und damit auch ein feed-back die Sache abrundet, erhalten die Teilnehmer eine ausführliche Darstellung über die Ergebnisse der Untersuchung
(alle Infos unter http://www.uni-konstanz.de/sektionen/abopsych/data/projektbeschreibung_kurzurlaub.pdf.

Peter Pips hat dann schon mal mitgemacht und folgende Lyrik eingesandt:

Im Auto auf der Hinfahrt schwitzen,
langweilig an Promenaden sitzen,
im Urlaub fremde Kissen drücken,
am Strand rumschlagen nach den Mücken
mit 1000 Touristen Spaghetti essen
und sich nach Bräunungsgraden messen,
im Sand rumdösen, Softeis schlotzen,
nach heißen Girls im Tanga glotzen,
Tatoos zu zählen,
vorne, hinten oder mitten
auf großen oder kleinen Titten,
mit Campern sich um Plätze schlagen,
in hohen Wellen ’s Surfen wagen,
mit Sonnenbrand herum zu rennen,
in heißen Nächten kaum noch pennen,
teure Touristenpreise zahlen,
See-Igel noch als Qual ertragen,
den Teuro zahlen noch auf Pump,
vielleicht beklaut dich noch ein Lump,
am Strand rumfilmen, digital
ist noch dazu ‘ne andre Qual.
Dies zu erdulden, spar’ ich mir.
Ich bleibe hier!

(aus www.gereimtheiten.de)

Hausaufgaben mit pädagogischem Trick…

“Zwischen den Jahren” ist bei manche Familien auch Zeit der Besinnung - Besinnung, die aus jüngster Vergangenheit stammt, die absehbare Zukunft vor Augen, die dann für Eltern und ihre Schüler und Pennäler immer auch bedeuten kann: Gott sei Dank gibt es zum Jahrswechsel keine Zeugnisse und eigentlich auch keine Hausaufgaben, sondern erst Wochen danach. Abgesehen vielleicht von “Ersatzleistungen”, die als Arbeiten für die Projekt-Kompetenz noch zu recherchieren sind und die dann die fingerfertige große Schwester noch in die Tasten haut bis nach Dreikönig…

Ob Hausaufgaben nun den Schüler ärgern, die Eltern überfordern oder auch die Lehrer belasten: Hausaufgaben sind - allenfalls an ganz langen Wochenenden mit einem Freitag als Brückentag - aus dem Alltag deutscher Schüler nicht “radierfähig”.

Und warum das Ganze? Weil Lehrer mit ihnen den Stoff festigen (lassen) wollen. Doch auch wenn Eltern dabei helfen wollen, die Kinder sich auch noch mühevoll ins Zeug legen, ist die Frage: Sind Hausaufgaben, die sofort erledigt und streng beäugt werden, wirklich hilfreich?

Mit welchem Trick?

Nun denn, der Mythos der Hausaufgaben wurde über die Forschung entschlüsselt. Irrtümer eingeschlossen! So gilt nun die gängige Hausaufgabenpraxis zwar oft als problematisch, wo doch die “Heimarbeit” als wichtiges Instrument gilt und von Lehrern als Potenzial oft verschenkt werde, während Schüler ihre Chancen nicht nutzen und Eltern eher “schädigen”, statt dass sie helfen. Doch wo ist der Trick, mit gelungener Hausaufgabe zu günstigen Ergebnisse?

Als pädagogisches Prinzip darf gelten: Lieber oft als viel! Denn viel Hausarbeiten bedeuteten nicht auch parallelen Lernerfolg, im Gegenteil.
Den zuviel kann schaden und die Motivation mindern. Viel besser sind kleinere Aufgaben und die dann regelmäßig.
Sind die dann auch noch vorbereitet und passen ins Unterrichtsgeschehen gilt das schon als Methode. Es gilt aber nicht, was wir in der Stunde nicht schaffen, macht ihr zu Hause, vie eher müssen Hausaufgaben effektiv und effizient sein.

Was aber gilt als didaktisch-methodisch durchdacht? Nicht irgendwas als “überhaupt Beschäftigung” ist der Königsweg, weil eben nur gute Hausaufgaben zum Nachdenken anregen.
Motivierender Vorschlag: der Schüler wählt selbst: eine Aufgabe ist Pflicht, aus dreien kann er wählen. Das schafft Stoff herbei und zwingt den Schüler, sich mit diesem auseinanderzusetzen.
Die höchste Stufe bieten vorbereitende Hausaufgaben: Selbst recherchieren, selbst experimentieren, Stoff erarbeiten - und schließlich das feedback vom Lehrer, der dann aber doch kontrollieren muss.

Das direkte Umfeld muss stimmen

Ist nun auch noch der Arbeitsplatz aufgeräumt und lässt konzentriertes Arbeiten für eine erfolgreiche Arbeit zu, dann darf man sich nicht doch noch ablenken lassen…
Hausaufgaben sollen den Stoff vertiefen und eigenständiges Arbeiten lernbar machen. Ein Grundsatz, der fürs Leben gilt! Jetzt aber nicht doch noch die Fehler der Eltern.
Den gemeinsam geht zwar vieles aber nicht alles besser! Und so schadet es eher, wenn die Mutter über die Schulter blickt oder der Vater das Ergebnis nachrechnet… Motivation darf nicht unterlaufen werden, weil das dann nervös macht. Hausaufgaben sollte der Schüler allein machen. Viel eher reicht, wenn Eltern für eine störungsfreie Atmosphäre sorgen.

Genügend Zeit - ordentlicher Arbeitsplatz - die nötigen Materialien und los geht’s! Elterliche Unterstützung bedeutet allenfalls “Hilfe on demand” statt sich ständig einzumischen. Es reicht, wenn Eltern das Gefühl geben, ansprechbar zu sein.
Eltern sollten animieren und Tipps geben, wie Aufgaben durchaus allein gelöst werden können.

Ihr Kinderlein kommet…!?

Noch witzeln die Kabarettisten (Dezember 2009, Mitternachtsspitzen, Neues aus der Anstalt) über die neue Familienministerin Kristina Köhler, die bereits mit 14 Jahren für Helmut Kohl schwärmte und damals in die Junge Union eintrat. Doch die Familien werden ab dem 1. Januar 2010 das neue Kindergeld, den Kinderfreibetrag sowie den Unterhaltsvorschuss schätzen, den die Bundesregierung als Förderung für Familien in 2010 weiter ausbaut.

Die Änderungen sind gesetzlich beschlossen, und so tönt es aus Berlin jung, dynamisch und erfolgreich: “Wir helfen den Familien in Deutschland ganz gezielt da, wo sie Unterstützung brauchen“. Und weil die Zeiten als wirtschaftlich schwierig gelten, sei es wichtig, den Familien finanziell unter die Arme zu greifen. Damit zählt auch der erhöhte Unterhaltsvorschuss, bei dem jeder Euro zählt, zu jenen Teilen, die insgesamt das “Wachstumsbeschleunigungsgesetz” vom 18.12.2009 bestimmen.

Änderungen ab Januar 2010

Um genau zu sein, steigt das Kindergeld für das erste und zweite Kind monatlich von 164 Euro auf 184 Euro, für das dritte Kind von 170 Euro auf 190 Euro und für alle weiteren Kinder von 195 Euro auf 215 Euro.
Und weil junge und jüngste Eltern nicht in jedem Fall zusammen leben und auch nicht partnerschaftlich “verbleiben” wollen, wird auch der Unterhaltsvorschuss für Kinder getrennt lebender Eltern angehoben: von 117 Euro auf 133 Euro für Kinder bis fünf Jahre und von 158 Euro auf 180 Euro für die 6- bis 11-Jährigen. Der Kinderfreibetrag für all jene, bei denen es sich wegen höherer Einkommen und des dann auch höheren Steuersatzes steuerlich stärker rentiert, wird ebenfalls erhöht - von 6024 Euro auf 7008 Euro.
Die Erhöhung der Freibeträge für Kinder wirkt sich auch auf die Unterhaltsansprüche von Kindern von allein erziehenden Eltern aus.
Der gesetzliche Mindestunterhalt wird angepasst und beträgt ab Januar 2010
- für Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr 317 Euro
- für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahres 364 Euro und
- für Kinder bis zum vollendeten des 18. Lebensjahres 426 Euro.

Mehr netto vom brutto

Für einfache Arbeitnehmer eigentlich zu kompliziert, es zu kapieren, steuerlich eine Verbesserung für Ehepaare: das Faktorverfahren, das dann wirkt, wenn das bisherige Ehegattensplitting bei verschiedenen Lohnsteuer-Klassen zweier Ehepartner gerechter als bisher aufzuteilen sein soll.
Und weil man gar schon dran war an der Streuerreform, können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für einen “Grundtarif” ab 2010 steuerlich geltend gemacht werden.
Das nun bedeutet, wenn Arbeitgeber und Finanzbehörde es schnell umsetzen - doch das wird sich verzögern, zumindest für hunderttausende Beamte, die höher als mit einem Grundtarif privatversichert sind -, dass man ab Februar, März 2010 tatsächlich einige Euros als mehr netto vom brutto ausbezahlt bekommt…

Zeugnis für den Zivi

Neu geregelt wird mit Beginn 2010 auch der Zivildienst. Die Seminare für Zivildienstleistende werden neu strukturiert und durch neue Angebote ergänzt, die der Zivi zusammen mit seiner Dienststelle zum Teil selbst “buchen” kann.
Mit Ende des Zivildienstes erhält jeder Zivi dann ein qualifiziertes Dienstzeugnis über seine im “Lerndienst” erworbenen persönlichen, sozialen und fachlichen Kompetenzen. Das nun mag gut sein für Bewerbungen und die persönliche wie berufliche Entwicklung.

Für Männer ab 50…

Für Männer ab 50 o d e r

Indianer mit Feinripp

Für mich als Kind war der Indianer
Sioux, Apache, Mohikaner!
Mit Tomahawk und Pfeil und Bogen
kam der Held daher gezogen.

Tapfer war er, rein im Herzen,
blieb lebenslänglich ohne Schmerzen.
Nicht bei Rheuma, Diphtherie,
kein Ischias, nicht Tetanie,
auch ein Ulkus hinterm Ohr
kam beim Indianer niemals vor.

Und auch reiten ohne Sattel
rieb ihm nie die Samendattel.
Und drum kannte er sie nie,
die Prostata-Biopsie.

Wenn nun heute Männer klagen,
dass, wenn ihr Wasser sie abschlagen,
es allzu oft nur bleibt beim wollen,
statt dass sie kräftig einen rollen.
Wenn es nur tropfelt statt es fließt,
der Rest in Fein-Ripp sich ergießt,
ist angezeigt des Mannes Stunde
beim Doktor für die Männerkunde.

Schnell mal übers Blut bestimmt,
den Wert, warum die Nille rinnt,
warum der Mann, will Wasser lassen,
schon mal den kleinen Freund muss hassen.

Steigt auf die vier dann dieser Wert,
ist es ab 60 nicht verkehrt
auch den freien Wert zu testen
bevor wir dann das Messer wetzen.

Denn des Mannes Wurzel hat
ihre Funktion auch schon mal satt.
Von wegen eifrig: Ich bin fit,
und vor allem auch im Schritt.

Wer dann bei dem Urologen,
auf dem Stuhl sitzt ganz hoch oben,
merkt bald, dass dieser Sitz kein Thron,
Achtung! Denn er kippt auch schon.

Erstmal ins Rektum - digital,
das nun ist noch keine Qual,
doch schon Ultra-Schall am Rohr
kommt dir dann doch bedenklich vor.

Doch die Sitzung geht noch weiter,
weit entfernt jedoch von heiter,

Nun ist schließlich festzustellen,
auch wenn du dies nicht habest wellen,
wenn der Doc dir durch die Düse
nadelt an der Zwirbel-Drüse
braucht keiner dieses Dutzend “Zwack”
ganz sicher nicht - gleich dort am S..

Doch der Doc, der will das wissen,
weil Männer über 60 müssen,
auch in Zukunft Wasser lassen,
auch wenn sie das Warten darauf hassen.

Also, Indianer,
auch wenn du nicht im Sattel sitzt,
am Marterpfahl du niemals schwitzt,
lass` es zu - tu es für dich
denk an Indianer - innerlich!

Das Schlagwort für die jungen Alten:
`ne Biopsie ist auszuhalten!!!

Von Mann zu Mann: mit 50 zum PSA-Test

Bildungsbürger kennen die Abkürzung wie von ungefähr: PSA ist die Abkürzung für das prostataspezifische Antigen. PSA ist ein Eiweiß und wird vor allem von den Epithel-Zellen der Prostatadrüsen gebildet und in die Samenflüssigkeit abgegeben. Im Blut kommt es bei gesunden Männern nur in sehr geringen Mengen vor. Bei verschiedenen Erkrankungen der Prostata aber wird PSA vermehrt an das Blut abgegeben.

Nicht höher als 4 Komma null

Der Total-PSA-Wert (tPSA) sollte unter 2,5 ng/ml Serum liegen. Zwar erhöht er sich mit zunehmendem Alter, sollte aber - über die klassische Blutentnahme bestimmt- eine Grenze von 4,0 ng/ml nicht überschreiten. Der “Total-PSA-Wert” setzt sich zusammen aus komplexiertem PSA (cPSA) und freiem PSA (fPSA). Das cPSA wird vermehrt bei Prostatakarzinom gebildet, während das fPSA bei gutatrigen Prostataerkrankungen erhöht ist.

Erhöhte Werte abklären

Erhöhte Werte kommen vor bei BPH, der gutartigen Prostatavergrößerung oder in der Fachsprache dem Benignen Prostata-Hyperplasie-Syndrom, bei Prostataentzündungen, dem Prostatakarzinom, nach einer Biopsie oder nach Massage der Prostata und nach einer teilweisen Prostataentfernung. Werden erhöhte Werte gefunden, so sollte mit Hilfe weiterer diagnostischer Maßnahmen herausgefunden werden, welche Erkrankung zugrunde liegt.
Es sollte auch der freie PSA-Wert (fPSA) bestimmt werden. Der Quotient fPSA geteilt durch tPSA ist ein sehr spezifischer Hinweis auf ein Prostatakarzinom, wenn der Wert unter 0,15 liegt.
Der PSA-Wert wird als Test bei einer Krebsvorsorge-Untersuchung immer wichtiger. Warum der Test als Routinecheck zur Krebsvorsorge nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, ist verwerflich und wäre wie viele andere Ultraschall-Untersuchungen langfristig kostensparend, da zum Beispiel die Bestimmung des PSA-Wertes etwa 20 Euro kostet.

Prostata- Hyperplasie

Bei ungefähr 60 Prozent aller Männer kommt es ab dem 50. Lebensjahr zu einer gutartigen, knotenartigen Vergrößerung der Drüsen in der Prostata, zum Benignen Prostata-Hyperplasie Syndrom oder kurz BPH
Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der betroffenen Männer. Die benigne Prostata-Hyperplasie (BPH) ist die häufigste urologische Erkrankung des Mannes. Auch wenn diese Erkrankung fast jeden Mann irgendwann einmal betrifft, ist das Thema immer noch ein Tabu. Dabei kann sie, bei frühzeitiger Behandlung fast immer vollständig geheilt werden. Angst vor dem Alter und vor Impotenz führen aber dazu, dass vielfach Beschwerden verharmlost und verschwiegen werden. Das verschlechtert die guten Heilungschancen. Reden wir darüber.

Von den Macken am Arbeitsplatz -II-

“Sie nennen sich Kollegen, weil sie sich so mögen!” - Ob Schlüsselqualifikation bis zur situativen Intelligenz oder gar zum Führungsgeschick, egal, ob kommunikativ mit Einfühlung oder kompetent in Stressvermeidung: die Arbeitsweise von Kollegen entspricht meist deren Charakter; gepaart mit Eigenheit und Selbstzufriedenheit (Teil II).

Kennen Sie den: “Das mache ich doch gerne! Das macht mir überhaupt nichts aus! Ich bin froh, wenn ich helfen kann…“. Dann haben Sie es mit einem vermeintlichen Arbeitstier zu tun.

Faule Esel laden viel…

Sind Kollegen allzeit bereit, Arbeit zu übernehmen, ganz von sich aus, ohne gebeten zu sein, scheint er dabei aufzublühen, obwohl er sich voll überlastet und er schon erste Fehler macht, weil es halt doch nicht “sein Ding” ist, dann ist dieser Kollege wohl der Typ “Lastenträger”
Sind Arbeit und Leistung alles, was zählt, definiert der Einzelne seinen Wert über die Akzeptanz bei Kollegen und Chef. Fehlerlos will er sein und Arbeit am Limit erledigen. Doch dabei übernimmt man sich leicht, ohne es zugeben zu wollen.

Solche kollegialen Gutmenschen erreichen jedoch oft nur das Gegenteil, weil sie mit Fehlern anderen auf den Keks gehen. Wer stets über sich hinauswachsen will, der muss auch wegen des Betriebsklimas in seine Schranken gewiesen werden. Schließlich will man im Miteinander nicht nur Arbeitstier und dessen Leistung beurteilen. Überlastung kann Folgen haben, die denen des burn-out ähnlich sind, woran dann eine ganze Abteilung leidet.

Ein ander Mal gern…

Wer als Kollege wieder mal ‘ne dringende Besorgung hat, er vorzeitig aus dem Betrieb will und er sich in seiner Leistung vertreten lässt - verbunden mit innigem Dank -, um sich bei nächster Gelegenheit zu revanchieren, der wird wohl auf Dauer als “Abseiler” gelten müssen.
Wer vorgibt, es ja selbst machen zu können, er andere aber als viel besser einschätzt, der vernebelt, so dass andere schließlich auf der Aufgabe hocken und sich auch noch vor dem Chef erklären müssen. Hauptsache “aus dem Schneider…”
Solche Kollegen sind klassische Arbeitsscheue, ohne dass diese sich vor allem drücken, was mit Aktivität, Verantwortung oder Kollegialität zu tun hat.
Privat zuverlässig und vielfach engagiert ist Arbeit im Beruf lediglich lästiger Zweck, sein Geld zu verdienen. So ist jener ein sehr umgänglicher Kollege, was im arbeitstechnischen Sinne jedoch kaum zutrifft.

Dagegen hilft nur, hart bleiben, auch wenn er fleht, auch wenn er verspricht sich zu ändern. Denn die Arbeit ist ihm eher unwichtig, weshalb man ihm freundlich aber bestimmt Grenzen aufzeigen muss.
Ihm muss man sich verweigern, ihn muss man zur Einsicht bekehren, am besten über die Konsequenzen, wenn ständig seine Arbeit auf andere gewälzt wird.

Die richtige Mischung macht’s

Zu wissen, welcher Kollege mit welchem Arbeitstypus auftritt, erleichtert die Zusammenarbeit, verhindert nervige Diskussionen und reicht aus, ihn zu nehmen wie er ist - samt seine Macken.
Jetzt kann auch das ökonomische Prinzip klappen: ein gegebenes Ziel mit möglichst wenig Aufwand zu erreichen. Und alles in Ruhe und mit den Qualitäten sich zu ergänzen.

Übrigens: jeder mag die rücksichtsvolle Behandlung durch Kollegen. Wer sich daran hält, darf sich am Arbeitsplatz auch mal positiv überraschen lassen.

Der Kollege…wohl doch ein wenig ‘gaga’!

o d e r Von den Macken am Arbeitsplatz I

Sie nennen sich Kollegen, weil sie sich so mögen!” - Ob Schlüsselqualifikation bis zur situativen Intelligenz oder gar zum Führungsgeschick, egal, ob kommunikativ mit Einfühlung oder kompetent in Stressvermeidung: die Arbeitsweise von Kollegen entspricht meist deren Charakter; gepaart mit Eigenheit und Selbstzufriedenheit.

Weiß man, wie diejenigen funktionieren, mit denen man arbeitet, kann dies das Betriebsklima verbessern. Denn auch von einem borstigen Kollegen kann man geholfen bekommen, wenn man eben genau die Verhaltensweise vermeidet, mit der man ihn “aufbockt”. Unterstellt, dass kein Individuum “den einen” Charakter hat, gibt das Wesen des Gegenüber schon an, wie Kollegen ticken und wie man am besten mit ihnen umgeht. Das schont Nerven und optimiert das Ergebnis.

Im Alleingang

Es gibt ihn. Jenen Kollegen, der streng blickt und ablehnend auftritt, der in der Kantine allein sitzt und eine außerdienstliche Feier als Zwang empfindet. Der darum gebeten werden will, dass er helfen möge und der nur antwortet, wenn er gefragt wird. Seine knappen, kryptischen Sätze, sein Schatzkästlein wichtiger Informationen, die er lange für sich behält, schirmen ihn; er zeigt sich gereizt, wenn man sich ihm nähert…dann ist dies der klassischer Team-Vermeider.

Mit seinem Fachwissen gilt er als Instanz, was er Trumpf versteht, hält er doch wenig nur von Kollegen und deren Wissen; zwischenmenschlich ist er trotzdem schüchtern will sich nicht blamieren, vermeidet Einblick in sein Seelenleben und deswegen auch näheren Kontakt. Und weil er zu komplex denkt, erklärt er Abläufe oder Denkprozesse eher nur schlecht. Seine Überlegungen werden erst klar, wenn auch das Ziel erkennbar wird. Weil also seine Hobby zur Arbeit und seine Arbeit zum Hobby wurde, ist ihm nicht zumutbar, Erfolg im Team zuhaben. Arbeit wird zum Ritual.

Solch einen Kollegen sollte man in Ruhe lassen oder sich nur sachte nähern, um nicht das zu tun, was ihn “auf die Palme” bringt. Auch besser keine Frage zu seinem Befinden und schon gar keine Hilfe anbieten. Viel eher gilt, das er doch Fachmann auf diesem Gebiet sei…

Hauptsache so!

Wer handelt wie ein Regelwerk und wer Einfacheres als bisher als Revolution empfindet, die zu verhindern ist, wer länger im Büro sitzt und nicht zugeben will, dass (s)ein System nicht aufgeht, wessen Meinung als ehernes Gesetz gilt, der gehört wohl zu den Prinzipienreitern.
Was dessen Logik nicht entspricht, gilt als falsch; variabel zu sein, gilt als suspekt kann nur im Chaos enden. Damit werden mit dem Grundsatz-Apostel unkonventionelle Lösungen oder günstige Zufallsergebnisse mit Potenzial unmöglich. Eine Zusammenarbeit im organisierten Chaos ist für ihn Höchststrafe.
Einen solchen Kollegen muss man dessen Prinzipien dann aber stets doch erklären lassen. Vielleicht stellt er feststellen, dass er mit Erklärung und Argumente in Verlegenheit gelangt.
(wid fortgesetzt - s. Von den Macken am Arbeitsplatz II )